Am angestammten Platz

Alle Jahre wieder: Die Krippe steht wieder an ihrem angestammten Platz und wartet auf die Enkel, die damit nach Herzenslust spielen dürfen. Was soll ich sagen? Eine schönen Adventssonntag noch und bleiben Sie gesund …

krippe2016Steht wieder am angestammten Platz: Die Krippe, die Opa für seine Enkel gebaut hat.

… wenn es Mama erlaubt

Heute ist Vatertag. Und hier in Berlin ist ein Wetter vom Allerfeinsten, strahlend blauer Himmel und Temperaturen um die 20 Grad. Wenn das nichts ist. Besser geht nicht. Und da ich in den letzten Jahren, also 2013, 2014 und 2015 schon so ziemlich alles zum Vatertag geschrieben habe, was es zu schreiben gibt, begnüge ich mich mal damit, einfach nur zu genießen – immerhin ist ein Großvater auch ein Vater. Was soll ich sagen? Fehlt nur noch ein brauchbares Motto, so wie zum Beispiel das, das ich einmal auf einer Postkarte entdeckt habe: Heute darfst Du tun und lassen, was Du möchtest, Papa … das heißt, wenn es Mama erlaubt. Na denn, viel Spaß.

Früher war mehr Gewitter

Irgendwie ist das ein trauriges Wetter an diesem Karfreitag. Wenn man die Wetterkarte so betrachtet, dann regnet es mehr oder weniger in ganz Deutschland. Man könnte ja meinen: Das passt zu diesem Tag, dessen Name vom althochdeutschen Kara abgeleitet ist und Klage, Kummer, Trauer bedeutet. Aber irgendwie hat Opa diesen Tag anders in Erinnerung. Früher jedenfalls fing der Karfreitag oft – gefühlt immer – mit Sonnenschein und ein paar Wolken an und ging dann nach dem Mittag in ein Gewitter mit Blitz und Donner über – ganz so wie in der Kreuzigungsszene bei Ben Hur. Da mag sicher viel Verklärung mit im Spiel sein, aber in Opas Jugend hinterließ der Tag mehr Eindruck. Was soll ich sagen? Wer nun glaubt, Opa spinnt, ist falsch gewickelt. Denn Oma erinnert sich gleichermaßen an Gewitter, die sie als Kind beim nachmittäglichen Kirchenbesuch ziemlich beeindruckten.

Weihnachtsbäume: Tradition pur

Wenn Familien eine Tradition haben, dann kommt sie Weihnachten zum Tragen. Vor allem beim Weihnachtsbaum werden keine Kompromisse gemacht. Als unsere jüngste Tochter in diesem Jahr zum ersten Mal unseren geschmückten Baum sah, witzelte sie: “Der ist ja so anders geschmückt, dass ich gedacht habe, ich bin in der falschen Wohnung.” Und in der Tat ist es so, dass wir alljährlich überlegen, wie wir den Weihnachtsbaum schmücken sollen und verfallen dann meistens in die alten Strickmuster. Ein paar kleine Ausnahmen gibt es, wenn man die letzten zehn Bäume nimmt, die bei uns gestanden haben. 2011 zum Beispiel hatte Opa die falschen Kerzen bestellt: Statt nur roter gab’s auch ein paar cremefarbene, die später von Oma rot überklebt wurden – wie man an den Bildern der Folgejahre sehen kann. 2010 hatten wir überhaupt keinen Baum, da wir am 21. Dezember umgezogen sind. Die Jahre 2009 bis 2005 waren dadurch gekennzeichnet, dass wir an unseren Bäumen neben Kerzen und Kugeln ausschließlich Herzen aufgegangen haben. Damit hatte Oma 2003 angefangen, als Opa mit seinem Herzfehler im Krankenhaus lag und nur über die Feiertage entlassen wurde. Was soll ich sagen? Für Weihnachtsbäume bei Oma und Opa gilt: Tradition pur, ja keine Experimente.

2005  2006 2007  2008 2009  2011 2012  2013 2014  2015Die letzten zehn Weihnachtsbäume, die bei Oma und Opa gestanden haben: Anfangen 2005 (oben links) bis 2015 (unten rechts) – nur 2010 hatten wir umzugsbedingt keinen.

Lametta: Das war’s

In diesem Jahr ist es also passiert: Der letzte deutsche Hersteller von Lametta gibt auf und stellt seine Produktion ein. Der lange Weg bis zum endgültigen Aus begann, das kann man genau festmachen, 1978. Da legte Loriot Opa Hoppenstedt den verhängnisvollen Satz in den Mund: “Früher war mehr Lametta.” Das zog sich so lange hin, bis es auf Opas Blog schließlich hieß: “Überhaupt kein Lametta.” Das war am 22. Dezember letzten Jahres. Was soll ich sagen? Wer sich die silbernen oder goldenen Fäden doch noch in den Weihnachtsbaum hängen will, muss auf chinesisches Lametta zurückgreifen. Was soll ich sagen? 圣诞节快乐. Wer nicht weiß, was das heißt, kann hier nachschauen.

IMG_2396Dieses Lametta ist uralt und stammt noch von Opas Mutter, der Preis ist noch in D-Mark.

Hartes Elternleben

Geschmäcker sind verschieden und ändern sich zudem auch noch im Laufe der Jahre. Während beispielsweise unser jüngster Enkel von seinem Adventskalender, den Oma mal für seine Mutter gemacht und die ihn wiederum an ihren Sohn weiter gegeben hat, nach wie vor begeistert ist („Das ist der schönste Adventskalender auf der Welt.“), hat unser ältester Enkel seiner Mutter bereits letztes Jahr deutlich gemacht, dass er doch lieber einen gekauften mit Törchen haben möchte statt den, den seine Mutter ebenfalls von Oma immer bestückt bekommen hatte. Dem Wunsch ist sie dieses Jahr nachgekommen und war irgendwie immer noch ein wenig enttäuscht, dass ihre selbstgemachten Päckchen so wenig Anklang gefunden haben. Was soll ich sagen? Das Elternleben ist manchmal wirklich hart. Aber, das wissen Oma und Opa auch, man überlebt es.

IMG_2150Der schönste Adventskalender der Welt: Gemacht von Oma für ihre jüngste Tochter, die den Kalender an ihren Sohn weiter gegeben hat – und der gefällt ihm nach wie vor.

Krippe an gewohnter Stelle

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt … jetzt auch wieder in Opas Krippe. Drei sind es sogar in der alpenländischen Krippe, die Opa schon vor Jahren für seine Enkel gebaut und nunmehr pünktlich zum ersten Advent aus dem Keller ins Wohnzimmer verfrachtet hat. Unsere Enkel werden sich freuen, wenn sie in dieser Woche vorbeikommen und ihre so lieb gewonnene Spielkrippe wieder an gewohnte Stelle vorfinden. Der Kleine allerdings wird vermutlich (noch) vermissen, dass in der kleinen Seitenscheune nach wie vor kein Licht brennt. Das hatte er nämlich im letzten Jahr moniert. Also muss Opa noch eine Lampe kaufen und anschließen. Was soll ich sagen? Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier … Dann sind unsere Enkel hoffentlich wieder wunschlos glücklich.

IMG_1482Jetzt steht sie wieder an gewohnter Stelle: Die Krippe, die Opa für seine Enkel gebaut hat.

Uris Plätzchenrezepte

Plätzchen gehören zur Adventszeit wie die Luft zum Atmen. Das war immer so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Oma war ja diese Woche schon zugange und hat kräftig gebacken. Dabei kamen Rezepte zu Ehren, die noch von Opas verstorbener Mutter stammen: Vanillekipferl, sozusagen der Klassiker unter den Adventsplätzchen, und Schokoladenbutterzeug. Uri, so der Rufname bei unseren Enkeln, hätte sich einen Kullerkeks gefreut, wenn sie Oma zugeschaut hätte. Was soll ich sagen? So gehen die Traditionen eben weiter. Und es versteht sich von selbst, dass sich die Rezepte für die Kipferl und das “Zeug” in Opas Kochbuch finden.

Kipferl SchokoladenbutterzeugKommen in der Adventszeit zu Ehren: Uris Plätzchenrezepte.UrisKochbuch

Der Advent kann kommen

Jetzt ist es bald wieder soweit. Am Sonntag beginnt die Adventszeit. Oma wird bis dahin unsere Wohnung mit Tannenzweigen, Kerzen und sonstigem Adventsschmuck vorweihnachtlich dekorieren, Opa die Krippe aus dem Keller holen und aufbauen. Auch der Adventskranz wartet bereits auf seinen Einsatz. Die Adventskalender, die Oma jedes Jahr nach wie vor für unsere Kinder zusammenstellt, sind schon fertig. Und die ersten Plätzchen sind es übrigens auch, wobei unsere Älteste mit ihrem Sohn – zumindest beim Glasieren – dieser Tage kräftig mitgeholfen hat. Draußen müssen noch die Lichterketten angebracht werden. Dann fehlt eigentlich nur noch ein wenig Schnee, der dann hoffentlich liegen bleibt, um die Vorweihnachtszeit optisch entsprechend abzurunden. Was soll ich sagen? Oma und Opa sind bestens gerüstet. Der erste Adventssonntag kann also kommen.

IMG_2339Fleißig: Drei Generationen beim Fertigstellen der Plätzchen. Der Advent kann kommen …

PS: Advent kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ist wohl einer der bekanntesten Kinderreime. Nach Ansicht der Volkskundlerin Ingeborg Weber-Kellermann sind es die Verse, „die jedes Kindergartenkind als erstes lernt“. Insgesamt geht der Reim so:

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.

Und größere Kinder ergänzen:

Und wenn das fünfte Lichtlein brennt,
dann hast du Weihnachten verpennt!