Zeus restlos sauer

Das hat ganz schön geknallt. Während Günther Jauch mit seinen Experten über die Folgen der Abstimmung der Griechen diskutierte, die nach dem Motto “… denn sie wissen nicht, was sie tun” dem Chaos Tür und Tor geöffnet haben, schien Göttervater Zeus restlos sauer zu sein und schickte in der deutschen Hauptstadt Blitz und Donner vom Himmel, dass es nur so krachte. Als wenn wir hier in Deutschland etwas dafür können. dass sich griechischen Regierungen in den vergangenen Jahren immer mehr Geld geliehen und auf den Kopf gehauen haben, statt richtig zu sparen und die hausgemachten Probleme zu lösen. Und als es da so vor sich hinblitzte und hindonnerte, haben sich Oma und Opa an die offene Terrassentür gesetzt und das Naturschauspiel sicher und im Trockenen verfolgt. Was soll ich sagen? So gemütlich werden es die Griechen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren vermutlich nicht haben. Das, was dem Land jetzt bevorsteht, ist mit Blut, Schweiß und Tränen nicht einmal annähernd beschrieben. Denn wer mag jemandem die helfende Hand reichen, der einen als Terroristen beschimpft und sein Volk an den Abgrund führt. Bleibt den Griechen nur noch, auf die Moiren als dem personifizierten Schicksal hoffen, denen sich selbst Zeus fügen musste.

PS: Opa immer noch nicht bei der METRO Kochherausforderung bewertet?

E-Mail an Angela Merkel

Die Zahlen sind unfassbar: Täglich sterben nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe 7.000 Jungen und Mädchen an den Folgen von Mangelernährung. Fast 70 Millionen Kinder werden laut einem Bericht der Kinderschutzorganisation Unicef in den kommenden 15 Jahren noch vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen sterben, wenn die internationale Gemeinschaft ihnen nicht hilft. Und weitere 119 Millionen Kinder weltweit werden danach ohne Unterstützung an chronischer Mangelernährung leiden. Um diese Dimension auch nur ansatzweise zu begreifen, ein kleiner Vergleich: Die Zahl der vom Tod bedrohten Kinder entspricht fast derjenigen an Menschen, die in Deutschland leben und die deutsche Nationalität besitzen. Das heißt, wenn die Kinder tatsächlich sterben, wäre das von der Größenordnung her in etwa so, als wenn die Deutschen aussterben würden. Was soll ich sagen? Die G7-Staaten wollen, so haben sie in Elmau bei ihrem letzten Treffen beschlossen, in den nächsten 15 Jahren 500 Millionen Menschen aus Hunger und Mangelernährung befreien, allerdings „mit Partnern“. Der Ankündigung müssen nun Taten folgen. “Wollen die G7 tatsächlich ihren fairen Beitrag zu einer Welt ohne Hunger bis 2030 leisten, müssen sie ihre Ausgaben in diesem Bereich mehr als verdreifachen. Private Investitionen allein reichen nicht aus und dürfen nicht als Ersatz für öffentliche Gelder dienen”, sagt die Welthungerhilfe. Und Recht hat sie. Damit die Staats- und Regierungschefs nicht vergessen, was sie da beschlossen haben, beteiligt sich Opas Blog an der Aktion der Welthungerhilfe und bietet seinen Lesern nachstehend an, eine entsprechende E-Mail an Bundeskanzlerin Angela Merkel zu senden und sie aufzufordern, sich für globale Gerechtigkeit einzusetzen.

 

Gefühlt eine Streikrepublik

Es ist mehr als ärgerlich: Morgen ist es geschlagene 14 Tage her, dass Oma und Opa zum letzten mal Post bekommen haben, von vereinzelten Päckchen und den wenigen Briefen, die über PIN ausgeliefert wurden, einmal abgesehen. Und davor war die Zustellung auch eher unregelmäßig. Dabei gilt das nicht nur für Oma und Opa privat, auch unser kleines Unternehmen bekommt keine Post mehr, nachdem in Berlin und Brandenburg derzeit rund 2.300 Postangestellte streiken. Bundesweit sind es nach Angaben der Gewerkschaft mittlerweile 25.000 Beschäftigte. Alleine in den Verteilzentren der Region stapeln sich hunderttausende von Paketen und etwa eine Million Briefsendungen. Die Medien berichten von chaotischen Zuständen, die Lagerkapazitäten sind ausgeschöpft, gelagert wird in Containern auf den Höfen. Da kann man nur hoffen, dass die Pakete und Briefe irgendwann überhaupt noch ausgetragen werden. Die aktuellen Meldungen stimmen allerdings nicht gerade hoffnungsvoll. Ein Streikende bei der Post ist jedenfalls nicht in Sicht. Und auch bei anderen Unternehmen wie Bahn und Lufthansa sind die Tarifauseinandersetzungen noch lange nicht ausgestanden. Auch bei den Kitas, in denen Erzieher und Sozialarbeiter wieder arbeiten, ist die Kuh noch nicht vom Eis. Ganz sicher leer bleiben derweil insgesamt 800 Betten in der Berliner Charité, in der gerade 400 Mitarbeiter in einen unbefristeten Streik getreten sind. Was soll ich sagen? Irgendwie ist man es langsam leid. Fast täglich wird irgendwo in Deutschland ein Betrieb lahmgelegt. Auch wenn wir noch lange keine Verhältnisse wie in anderen europäischen Ländern haben. Gefühlt sind wir auf dem besten Weg, eine Streikrepublik zu werden.

IMG_1338Und täglich grüßt das Murmeltier: Seit 14 Tagen der immer gleiche Anblick …

Letzte Chance für Raif Badawi

Es muss sein. Das Thema passt zwar gar nicht so in Opas heile Welt, aber unkommentiert will ich das nun wohl besiegelte Schicksal von Raif Badawi nicht stehen lassen. Denn der oberste Gerichtshof von Saudi Arabien hat das Urteil gegen den seit 2012 inhaftierten Blogger bestätigt. Und die Entscheidung ist unwiderruflich. Nach den 50 Peitschenhieben, die er im Januar bereits hat über sich ergehen lassen müssen und die ich hier in meinem Blog schon verurteilt habe, drohen ihm nun weitere 950 Stockhiebe und zehn Jahre Gefängnis – von den 240.000 Euro Strafzahlung einmal abgesehen. Das, was Badawi vorgeworfen wird, ist, dass er im Internet unter anderem den Säkularismus gerühmt und Kritik an Saudi-Arabien geübt hat. Was soll ich sagen? Wenn ein Mats Hummels, der beliebte deutsche Fußball-Nationalspieler, einen Shitstorm im Netz auslösen kann, nur weil er seine Teilnahme an den ziemlich belanglosen Länderspielen gegen die USA und gegen Gibraltar verletzungsbedingt abgesagt und aus dem Urlaub ein Foto von sich gepostet hat, dann sollte es doch möglich sein, jetzt einen Shitstorm gegen Saudi Arabien zu entfachen, ein Land, das permanent gegen die Menschenrechte verstößt und wie im Fall von Raif Badawi Folter auch noch gerichtlich sanktioniert. Wenn schon nicht die Mächtigen dieser Welt, die sich gerade eben in Deutschland auf dem G-7-Gipfel getroffen haben, gegen Saudi Arabien vorgehen und die Einhaltung der Menschenrechte anmahnen, dann müssen eben wir Machtlosen etwas tun. Auch wenn ich nicht immer ein Freund dieses Empörungsmechanismus bin, aber in diesem Fall wäre solch ein Shitstorm mehr als gerechtfertigt.

Finsterstes digitales Mittelalter

“Deutschland gehört zu der Gruppe von Ländern mit mittlerer Leistungsfähigkeit, in der seine Ergebnisse weitgehend dem Durchschnitt entsprechen“, schreibt der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger seinem Heimatland ins digitale Stammbuch. Denn in der aktuellen Internet-Rangliste der EU kommt Deutschland auf den zehnten Platz unter den 28 Ländern. Darin wird über 30 Indikatoren „die digitale Leistungsfähigkeit“ ermittelt. Eine andere Untersuchung der Unternehmensberatung Accenture bringt ein ähnliches Ergebnis. Im Digitalisierungsindex 17 führender Volkswirtschaften schafft es Deutschland gerade mal auf Platz neun – hinter Österreich und knapp vor China. Auch innerhalb der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) steht Deutschland nicht besser da und rangiert in der Liste der 34 Mitgliedsländer, was schnelles mobiles Internet betrifft, unter ferner liefen. Bestens ins Bild passt da, dass jetzt das Land Berlin sein IT-Konzept für öffentliche Schulen in den Sand gesetzt hat. Nach acht Jahren Arbeit und Kosten in einer Größenordnung von geschätzten 38 Millionen Euro zog die Bildungsverwaltung den Stecker und warf den bisherigen dezentralen Ansatz über Bord: Keine einheitliche IT-Struktur, keine verfahrensunabhängige Hardware, keine einheitliche Schulverwaltungs- und Stundenplansoftware, kein Zugang zum Schulintranet, keine automatische Schülerdateien. Es darf also weiter gewurschtelt werden, analog versteht sich. Was soll ich sagen? Eigentlich hätte Opa gedacht, dass Neuland mittlerweile etwas besser erforscht wäre. Aber offenbar befinden wir uns nach wie vor im finstersten digitalen Mittelalter, insbesondere in Berlin. Dass es hier nun ausgerechnet die Schulen und damit letztlich 400.000 Schüler trifft, ist besonders gravierend. Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen, war gestern, heute scheint es eher zu heißen: Wir verspielen unser Kinder ihre Zukunft …

Streikgeplagtes Deutschland

Es ist schon ein paar Tage her, dass Opa der 500. Follower der SuperPapas auf Twitter geworden ist. Dafür sollte es eigentlich einen SuperPapaButton geben. Aber auf den warte ich nun schon fast zwei Wochen – vergeblich. Dabei können die SuperPapas, die den Button gleich auf den Weg gebracht haben, gar nichts dafür. Es ist die Post, bei der sowohl in der Brief- als auch Paketzustellung gestreikt wird. Seit Tagen zeigt der Briefkasten immer dasselbe Bild: Gähnende Leere. Aber Opa gibt die Hoffnung nicht auf. Denn irgendwann müssen die ja wieder mit der Zustellung anfangen. Ansonsten platzen die Verteilerzentren nämlich alsbald aus allen Nähten. Was soll ich sagen? Ich kann mich ja noch an Zeiten erinnern, da kamen Streiks in den Nachrichten nur dann vor, wenn sie in Italien, Frankreich oder sonst wo stattfanden. Neuerdings aber wird auch Deutschland immer wieder davon geplagt. Aktuell sind es jedenfalls die Lokführer der GDL, die für ziemlichen Ärger sorgen. Auch diverses Kita-Personal streikt, was vor allem arbeitende Eltern in arge Nöte bringt. Und lange ist es auch nicht her, dass die Piloten der Lufthansa den Luftraum lahmgelegt haben. Dafür schließen die Fluglotsen jetzt einen Streik im Juni nicht aus. Wenn das alles so weiter geht, stellt sich bald die Frage: Wer arbeitet da überhaupt noch? Opa in jedem Fall. Jedenfalls wird es hier weiter jeden Tag etwas Neues zu lesen geben.

SuperPapaSeit 7. Mai wartet Opa auf den SuperPapaButton: Wann geht der Post-Streik zu Ende?

PS: Oma befürchtet, dass auch bald das Internet streiken könnte. Au backe!

Wo ist die Liberalitas Bavariae?

Da hat’s mich als gebürtigen Bayern doch glatt zerrissen: „Bayern in Sachen Fremdenfeindlichkeit auf Platz 2“, titelte jetzt Die Welt und zitierte dabei eine Studie, die den Freistaat diesbezüglich gleich hinter Sachsen-Anhalt verortete. Wie gut, dass das der Lohmeier Schorsch, Gott hab ihn selig, nicht mehr miterleben musste. Aber er wird sich im Grabe rumgedreht haben. Denn mit der von ihm beschriebenen und viel beschworenen Liberalitas Bavariae hat das ja wohl gar nichts mehr zu tun. Im Boarischen Wikipedia liest sich die nämlich so: Liberalitas Bavariae, des is lateinisch und moant drei Sochan: De Freiheit vo Bayern, de bayerische Freigebigkeit und ois dritts de freiheitliche Gsinnung vo de Bayern. Liberalitas Bavariae stäht vua oim fia Wäidoffnheit, Toleranz und Großherzigkeit, fian Ausdruck Lem und lem lossn. Was soll ich sagen? Am liebsten möchte man hinausschreien: „Was ist nur aus dir geworden, du ‚Land der Bayern’?“ und zum Herrgott flehen: „Gott mit dir, dem Bayernvolke, dass wir uns’rer Väter wert.“ Jedenfalls sind so die Farben des Himmels ziemlich eingetrübt und erstrahlen alles andere als weiß und blau!

IMG_1316Nix weiß und blau, ziemlich eingetrübt haben sich die Farben des bayerischen Himmels.

Nichts für Feiglinge

April, April: Es wird natürlich keine Senatsverwaltung für Senioren und angehende Alte in Berlin geben und damit auch keine Senatsumbildung. Dabei könnten das Themenfeld Senioren in der Stadt durchaus ein paar neue Impulse vertragen. Denn seitdem der Berliner Senat im Jahr 2013 die “Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik” beschlossen hat, hat sich für die Alten nicht wirklich viel getan. “Bei dem steigenden Anteil der Seniorinnen und Senioren ist es für unsere Stadt von großer Bedeutung, dass sich die Menschen bis ins hohe Alter wohlfühlen und aktiv am Leben teilhaben können”, sagt zwar der Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja, der auch für Senioren zuständig ist. Aber nehmen wir alleine mal die Gehwege. Die haben sich mittlerweile dem Zustand der Straßen angeglichen und sind so uneben, dass ein Spaziergang mit Rollator oder Rollstuhl unweigerlich ein Schütteltrauma nach sich zieht. Von den fehlenden abgesenkten Bordsteinkanten will ich gar nicht reden. Weiblich (oder männlich), lästig, alt sucht … gilt für viele Lebensbereiche. Was soll ich sagen? Es stimmt wohl doch: Altwerden ist nichts für Feiglinge.

Opa Seniorensenator?

Politischer Paukenschlag in Berlin: Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), plant noch vor der Sommerpause eine Senatsumbildung. Wie gut informierte Kreise des Roten Rathauses wissen wollen, soll eine zusätzliche Senatsverwaltung für Senioren und angehende Alte eingerichtet werden. Damit soll dem sich abzeichnenden sprunghaften Wachstum des Bevölkerungsanteils von über 65-Jährigen in der Stadt von derzeit 18,9 Prozent (Statistisches Landesamt Stand 2011) auf über 65 Prozent in den nächsten 50 Jahren Rechnung getragen werden. „Wir dürfen uns von dieser Welle nicht untätig überrollen lassen“, wird Müller zitiert, der mit Opa von Opas Blog bereits einen erfahrenen Kenner der Seniorenszene als ersten Senator dieses Ressorts im Auge hat. Allerdings könnte noch das Berliner Landesgleichstellungsgesetz die Pläne Müllers durchkreuzen. Aus Justizkreisen hieß es, Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) lasse derzeit prüfen, inwieweit der Senatorenposten mit einer Frau besetzt werden müsse. Für den Fall, dass dem so sei, habe Müller keinen Ermessensspielraum. Dann wolle der Regierende, heißt es aus den Rathauskreisen weiter, auf die Frau von Opa von Opas Blog, auf Oma zurückgreifen und sich so das gebündelte Familienwissen zunutze machen. Was soll ich sagen? Wer hätte gedacht, dass die erst gerade erhobene Forderung von Bundespräsident Joachim Gauck an die Bundesregierung nach einer neuen „Lebenslaufpolitik“ und Beförderungen auch im Alter von 60 plus so schnell ausgerechnet von der ansonsten so verschlafenen Berliner Landespolitik umgesetzt wird.

“Du sollst nicht lügen”

„Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten“, lautet das achte Gebot in der Bibel – kurz: Du sollst nicht lügen. Und so geben sich Eltern die allergrößte Mühe, vor allem dies ihren Kindern nahezubringen. Auch Oma und Opa haben dies bei ihren Kindern getan, ebenso wie die mit ihren Kindern. Dennoch gibt es keinen erwachsenen Menschen, der in seinem bisherigen Leben noch nie gelogen hat. Tatsächlich kann es für das menschliche Zusammenleben manchmal durchaus zuträglich sein, ein wenig zu flunkern. Denn die ganze Wahrheit hält auf Dauer niemand aus. Aber es gibt auch Aussagen, die zu zweifelhaftem Ruhm gekommen sind. Weithin bekannt sind wohl das „Ehrenwort“ von Uwe Barschel, der Satz von Walter Ulbricht „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ und Norbert Blüms Versicherung „Die Rente ist sicher“. Auffallend dabei ist, dass es sich vornehmlich um Politiker handelt, die es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen – was nicht allen unbedingt immer gut bekommen ist. Björn Engholm beispielsweise musste seinerzeit als Ministerpräsident zurücktreten, als er vor dem Untersuchungsausschuss des Kieler Landtages gelogen hatte. Aber auch in der Kommunalpolitik soll es zuweilen vorkommen, dass die Protagonisten ihre eigene Wahrheit verkünden. Nehmen wir einmal die grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Hermann. „Frau Herrmann“, begründete die CDU im September des vergangenen Jahres ihren Missbilligungsantrag, „hat gegenüber der BVV (Bezirksverordnetenversammlung, Anm. von Opa) Friedrichshain-Kreuzberg, den 265.000 Einwohner von Friedrichshain-Kreuzberg und der gesamten deutschen Öffentlichkeit die Unwahrheit gesagt“, und bezog sich dabei auf eine Pressemitteilung, in der eine Aussage nicht so ganz mit dem übereinstimmte, was in einem Protokoll stand. Dass es mit der Missbilligung nichts geworden ist, hängt mit den Mehrheitsverhältnissen in der Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg zusammen. Auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf haben wir jetzt so einen Fall, der einem wie ein Déjà-vu vorkommt. „Der Umweltausschuss wurde am 15.01.15 und die Presse mit der Pressemitteilung vom 28.01.15 informiert“, lautet ein Satz in der Pressemitteilung der grünen Umweltbezirksstadträtin Christa Markl-Vieto vom 16. März dieses Jahres und bezieht sich auf die befristete Einstellung einer Halbtags-Mitarbeiterin zur Koordination der Pflege der „Grünen Mitte“, die – wie mehrfach berichtet – für erhebliche Aufregung im Bezirk geführt hat. Nun findet sich aber weder in benanntem Protokoll der Sitzung des Umweltausschusses noch in besagter Pressemitteilung ein Hinweis darauf, dass eine derartige Einstellung vorgenommen wurde. Selbst mit hellseherischen Fähigkeiten kann man dies aus Sätzen wie „Dort wird es auf der Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes schon jetzt tätig.“ (Ausschuss-Protokoll) und „Das Umwelt- und Naturschutzamt fördert daher die Steuerung der gezielten Landschaftspflege.“ (Pressemitteilung) nicht herauslesen. Was soll ich sagen? Dass die CDU in Steglitz-Zehlendorf einen Missbilligungsantrag wie in Friedrichshain-Kreuzberg stellt oder einer von der SPD erfolgreich ist, darf getrost bezweifelt werden. Auch das hängt mit den Mehrheitsverhältnissen in der Bezirksverordnetenversammlung zusammen, in der die CDU und die Grünen eine Zählgemeinschaft bilden. Das ist eben Politik. Trotzdem bleibt es dabei: Lügen kurze Beine.