Die Fantastischen Vier

Berlins Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat sich am letzten Spieltag von seiner besten Seite gezeigt und eine ansehnliche Leistung abgeliefert. Mit 3:0 wurde der Hamburger SV abgefertigt und hatte letztlich nicht den Hauch einer Chance. Dabei verdankt Hertha diese drei sicheren Punkte ihren vier Holländern. Nein, ich meine nicht Trainer Jos Luhukay, Assistenz-Trainer Rob Reekers, Verteidiger John Heitinga, der das 2:0 erzielte, und Stürmer Roy Beerens. Nein, ich meine vielmehr den neuen Fan-Block, der aus vier Niederländerinnen und Niederländern besteht und am Samstag erstmals gemeinsam im Olympiastadion aufgelaufen ist: Meine beiden Töchter mit ihren beiden Söhnen. Was soll ich sagen? Für Hertha-Fans ist das doch wohl klar: Diese Fantastischen Vier müssen jetzt bei jedem Heimspiel ins Stadion. Wenn ich Verantwortlicher bei Hertha wäre, würde ich sofort vier Dauerkarten für das Quartett locker machen. Bei zwölf ausstehenden Heimspielen wären das schon mal sichere 36 Punkte, die allein mit den elf vorhandenen am Saisonende 47 Punkte ausmachen würden. In der letzten Saison wäre man damit locker auf Platz neun gelandet. Dann noch das eine oder andere Auswärtsspiel, das vielleicht noch gewonnen wird … man mag sich das alles ja kaum ausmalen …

HerthaDie Fantastischen Vier auf ihrem Weg ins Stadion – und Hertha hat gewonnen.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie vielleicht noch nicht daran gedacht, ihre Uhren zu kontrollieren. Denn in der Nacht zum Sonntag ist die Sommerzeit zu Ende gegangen und es gilt wieder die gut alte MEZ, sprich Mitteleuropäische Zeit. Das heißt, die Uhren, die nicht von den Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig gesteuert werden, müssen um eine Stunde zurückgedreht werden. Der positive Effekt dieser Umstellung ist, dass wir alle eine Stunde länger schlafen konnten. Ob das allerdings unsere Enkelkinder auch getan haben, möchte ich fast bezweifeln. Die innere Uhr der beiden Kurzen wird funktioniert haben wie immer, so dass deren Eltern vermutlich auch eine Stunde zu kurz gekommen sind. Was soll ich sagen? Angesichts dessen, dass der Nutzen des turnusmäßigen Wechsels zwischen Sommer- und Normalzeit äußerst zweifelhaft ist und nach einer aktuellen Forsa-Umfrage auch von 71 Prozent der Deutschen abgelehnt wird, sollte die Politik endlich Nägel mit Köpfen machen und die Sommerzeit wieder abschaffen. „Wer hat an der Uhr gedreht?“ – Diese Frage bliebe dann dem Abspann von Paulchen Panther vorbehalten.

Normalzeit                                                                             Von Sommerzeit auf Normalzeit – um 3 Uhr wurde die Uhr eine Stunde zurückgestellt.

 

Heli-Einsatz in Lichterfelde-West

Die Mittagsruhe in Lichterfelde-West, die sich sonst mittags so beschaulich über unseren Kiez legt, war jäh dahin. Gegen 13.00 Uhr am Dienstag dröhnte plötzlich ein Hubschrauberrotor über den Dächern an der Ecke Finckensteinallee / Baseler Straße und schreckte die Menschen aus ihren Häusern. Minutenlang kreiste der ADAC-Rettungshubschrauber hin und her und suchte einen Landeplatz. Nach einigen Flugmanövern entschied sich der Pilot für die wohl sicherste Variante und landete auf dem nahe gelegenen Parkplatz des Bundesarchivs an der Finckensteinallee. Währenddessen eilten schon zwei Streifenwagen mit Blaulicht und Martinshorn heran und stoppten vor dem Hubschrauber. Aus dem sprangen bereits eine Notärztin und ein Sanitäter heraus, die zu einem Einsatz gerufen worden waren. Weil dort, wo sie gebraucht wurden, aber kein geeigneter Landeplatz vorhanden war, brachte sie nun einer der Streifenwagen dorthin – mit entsprechender akustischen und visuellen Begleitmusik. Eine knappe halbe Stunde später dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Nachdem die beiden Helfer von der Polizei zu ihrem Hubschrauber zurückgebracht worden waren, machte der sich wieder von dannen. Noch einmal ein kurzes Aufheulen des Rotors und schon schwebte der Heli davon. Die Menschen, die sich dort am Bundesarchiv eingefunden hatten, gingen ebenfalls ihrer Wege, kehrten an ihre Arbeitsplätze zurück oder machten es sich in ihren Häusern wieder bequem. Lichterfelde-West hatte seine Mittagsruhe zurück. Was soll ich sagen? Wenn unsere Enkel wüssten, was sie da verpasst haben – wo sie doch so große Hubschrauber-Fans sind.

HubschrauberHubschrauber-Einsatz in Lichterfelde-West: Und die Mittagsruhe im Kiez war jäh dahin.

Geldgeschäft – 1-Euro-Laden

Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut Kinder beobachten können. Jedenfalls überraschte uns unser ältester Enkel bei einer Autofahrt, als er ganz in der Nähe der elterlichen Wohnung überrascht feststellte: “Da war doch früher ein Geldgeschäft drin!” Und in der Tat hatte der kleine Mann recht. “Das hast du gut gesehen”, attestierte ihm seine Mutter und ergänzte ihn: “Und jetzt ist da ein 1-Euro-Laden.” Was soll ich sagen? Erst dachte ich ja, sie würde ein Wortspiel mit ihrem Sohn veranstalten. Aber es war tatsächlich so: Dort, wo früher eine Bank eine Filiale unterhielt, hatte nunmehr ein Geschäft eröffnet, in dem es nur Artikel für einen Euro gibt.

Networking – or it’s not working

In der ersten Vorlesungsstunde meines BWL-Studiums mahnte schon der Dekan: “Networking – or it’s not working.” Dieser Satz fiel mir wieder ein, als ich jüngst auf die Iron Blogger aufmerksam wurde. Nachdem ich mich ein wenig sachkundig gemacht und das Gründer-Credo von Benjamin Mako Hill “because doing things for beer is never a bad idea” bzw. das Motto der deutschen Iron Blogger Zentrale “Blogs und Bier, das lob ich mir!” sozusagen verinnerlich hatte, befolgte ich den Rat der Iron Blogger Berlin (Motto: Blogging our way to beer): “If you’re living in Berlin and want to join, contact Michelle and Nicole via ironbloggerberlin@gmail.com and include your motivation for joining the Iron Blogger Berlin!” Dies tat ich und und schrieb: “… ich bin der bloggende Opa aus Berlin und hätte durchaus Interesse, bei den Iron Bloggern mitzumachen. Warum? Also, seit dem 12. Februar 2013 poste ich täglich mindestens einen Beitrag auf meinem Blog, wenn das nicht ‘eisern’ ist. Und als gebürtiger Bayer trinke ich auch gerne mal ein Bier … 😉 …” Umso erstaunter war ich, als ich von Nicole folgende Antwort erhielt: “… das klingt super! Ich fürchte allerdings, das Konzept der Iron Blogger ist nichts für dich. Bei uns geht es ja eher darum, dass man seine Bloghemmung überwindet und sich durch die ansonsten zu zahlenden 5 Euro pro Woche dazu durchringen muss, mindestens einmal die Woche zu bloggen. Du schreibst, du bloggst mindestens einmal am Tag, die Motivation scheint also da zu sein, nicht wahr? Wir sind sozusagen eine Selbsthilfegruppe für Blogversager. 🙂 Falls ich etwas falsch verstanden habe,  melde dich bitte nochmal …” So antwortete ich: “… ich dachte, ‘Iron Blogger is about blogging and beer’, wobei ich, das gebe ich gerne zu, zunächst einmal ans ‘beer’ gedacht habe. Und vielleicht fällt ja der eine oder andere gute Blogger-Tipp für Interessierte ab …” Die Reaktion von Nicole ließ nicht lange auf sich warten, kurz und knapp hieß es: “… danke nochmal für die Rückmeldung, das bestätigt allerdings nur meine Einschätzung, dass unser Konzept nicht zu deinen Vorstellungen passt …”, sprach die junge Dame, die noch auf der re:publica 13 von der “networkenden Wirkung” der Iron Blogger geschwärmt hatte. Was soll ich sagen? Networking – or it’s not working.

Von wegen federleicht

Das waren noch Zeiten, als wir unseren Enkelkindern Schäfchenwolken schmackhaft konnten. Die sind zwar noch nicht lange vorbei, aber auf diesen Trick zum Einschlafen fallen sie jedenfalls nicht mehr herein. Dafür fasziniert sie umso mehr – wie uns übrigens auch -, wie schnell sich manchmal diese Gebilde am Himmel bewegen, und das scheinbar mit einer Leichtigkeit, als wenn man Wattebäuschchen vor sich her bläst. Dabei können Wolken ein ganz beachtliches Gewicht haben. Eine Schönwetterwolke beispielsweise – so groß wie ein Fußballfeld und etwa 500 Meter hoch – wiegt ungefähr 1.200 bis 3.000 Kilogramm. Eine durchschnittliche Gewitterwolke im Sommer bringt es schon mal auf gut und gerne 1,5 Millionen Tonnen oder mehr. Und bei Tropenstürmen oder Hurrikans geht es um Größenordnungen von Hunderten von Millionen, ja sogar Milliarden von Tonnen. Was soll ich sagen? Von wegen federleicht. Es kommt nicht von ungefähr, dass Majestix, der Häuptling des gallischen Dorfes, aus dem auch Asterix und Obelix stammen, nur eines fürchtet: Dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte! Ich hab neuerdings auch immer so ein ungutes Gefühl, wenn ich unter einer Wolke her fahre.

Wolke4   Wolke 2Wolke 5   Wolke1Wolke7   Wolke 6Federleicht bis tonnenschwer: Gut, dass Wolken einem nicht auf den Kopf fallen können.

Badehose wäre besser gewesen

Opa wollte ja eigentlich in der Badehose zur offiziellen Eröffnung des Hallenbades in der Finckensteinallee in Berlin gehen. Doch Oma hatte da was dagegen. Also habe ich mich adrett angezogen, Blazer inklusive. Das hätte ich besser nicht getan. Denn in der Halle, die – wie bereits berichtet – acht Jahre lang geschlossen war und in den letzten vier Jahren für rund zwölf Millionen Euro saniert worden ist, herrschten sage und schreibe 30 Grad. Kein Wunder also, dass ich nach kürzester Zeit klatschnass war – und das nicht vom Schwimmen, sondern vom Schwitzen. Ähnlich ging es auch den anderen Gästen, die als Kulisse für die obligatorischen Reden der Prominenz fungierten. Aber immerhin, der Innensenator war da, der Bezirksbürgermeister, der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe, der Architekt und und und. Wenigsten haben Sie sich alle an das kleine Einmaleins des Redners gehalten: Du kannst über alles reden, nur nicht über fünf Minuten. Am meisten beneidet habe ich ja die neun Damen und Herren, die sozusagen stellvertretend für die Öffentlichkeit auf Kommando des Innensenators ins 25 Grad kalte bzw. warme Wasser springen durften, das demnächst, wenn die endgültige Betriebstemperatur erreicht ist, 28 Grad misst. Was soll ich sagen? Am Sonntag, wenn das Bad für alle zwischen 10.00 und 18.00 Uhr zum vergünstigten Basistarif von 3,50 Euro geöffnet ist, gehe ich ganz sicher mit meiner Badehose dorthin. Und dann noch sicherer ins Wasser.

PS: Ab 1. September lauten die Öffnungszeiten für die Allgemeinheit Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 6.00 bis 22.00 Uhr, Mittwoch von 13.00 bis 22.00 Uhr, Samstag von 9.00 bis 18.30 Uhr und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Wenn das nichts ist.

IMG_9622 Angesichts einer Hallentemperatur von 30 Grad war man mit Badeanzug besser dran.IMG_9635Auf die Plätze, fertig, los: Damit war das Hallenbad in der Finckensteinallee offiziell eröffnet.

Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es noch einmal um Küchengerüchte zum Thema Kochen für kleines Geld.

So, jetzt komme ich endlich meinem Versprechen nach, noch ein paar Rezepte für preiswerte Gerichte zu liefern, die aber trotzdem etwas hermachen. Folgendes habe ich für Sie im Angebot: Pellkartoffeln mit Nordseekrabben, Majoran-Kartoffeln und Überbackenes Schweinefilet “bella Italia”. Die drei Gerichte kosten pro Person, wenn man günstig und preisbewusst einkauft, allesamt weniger als 2,50 Euro. Das ist zwar auch noch Geld, dafür sind die Rezepte aber nicht nullachtfünfzehn und auch noch einfach zu kochen. Zu finden sind sie wie immer in Opas Kochbuch unter Hauptgerichte. Bei einer Mengenreduzierung können sie natürlich auch als Zwischengerichte aufgetischt werden. Was soll ich sagen? Chacun à son goût.

Opa trägt Kleidergröße 36

Oma sagt: „Dafür muss man sich fast schämen.“ Gemeint ist ein T-Shirt, das sie vor über 20 Jahren von ihren beiden Töchtern geschenkt bekommen hat. Damals hatte sie noch Kleidergröße 36. Mittlerweile jedoch – nein, ich verrate jetzt nicht ihre aktuelle Kleidergröße – also mittlerweile trage ich das T-Shirt, so dass man sich vorstellen kann, wie schlank und rank ich geblieben bin bzw. wie weit die Mode damals geschnitten war. Aber auch das ist nicht das Problem, das Oma zu obiger Aussage bewegt. Das T-Shirt, sagen wir einmal so, hat seine besten Tage schon gesehen. Jedenfalls sind die Nähte ganz schön löchrig, ganz abgesehen von dem ausgefransten Rundhals. Dennoch: Ich liebe dieses Shirt und könnte es Tag und Nacht tragen. Was soll ich sagen? Andere kaufen sich Klamotten, die auf alt getrimmtt sind und bereits ziemliche Gebrauchspuren aufweisen, und zahlen dafür viel Geld. Opa dagegen ist sparsam und trägt Omas alte Sachen auf.

PS: Ich hatte schon erwägt, bei der Herstellerfirma vorstellig zu werden und die schlechte Qualität des T-Shirts zu reklamieren. Kaum trägt man so ein Teil ein paar Jahrzehnte und schon ist es kaputt.

Shirt1Opas Lieblingsstück – und Oma meint, dass man sich dafür schämen muss.Shirt2

“Proficiat Duitsland”

Eigentlich wollte ich meine Leser – abgesehen von den aktuellen Kurz-Posts – ja mit dem Thema Fußball nicht weiter behelligen. Aber das gestrige Spiel zwischen Deutschland und Brasilien muss ich doch noch einmal Revue passieren lassen – und zwar in Form der Kurznachrichten, die von der Verwandtschaft in Holland kamen. 22.32 Uhr: „Lesje in voetbal door ‚die Mannschaft’. Netjes hoor. Tijd voor een feest in Berlijn?“ („Eine Lektion in Sachen Fußball durch ‚die Mannschaft’. Ordentlich. Zeit für eine Party in Berlin?“) 22.35 Uhr: „Ma was even naar de wc: 3 doelpunten gemisst!!“ („Ma war kurz auf der Toilette: 3 Tore verpasst!“) 22.54 Uhr: „Zelfs zonder al die goals was het al mooi om naar te kijken. Klasse hoor.“ (“Selbst ohne all die Tore war es schön anzusehen. Klasse.“) 23.53 Uhr: „Proficiat Duitsland. Lekker potje. Tot in de finale zullen we maar zeggen.“ („Glückwunsch Deutschland. Tolle Sache. Wir sehen uns dann im Finale.“) 23.56 Uhr: “Superieur zeg.“ („Spitze.“) Was soll ich sagen? Jetzt drücken wir heute Abend erst mal den Holländer die Daumen. Im Finale sehen wir dann weiter …

PS: Den Film haben unsere Verwandten übrigens auch noch geschickt: