Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um Küchengerüchte zum Thema Menükarte.

Menükarten haben sich im Laufe der Zeit ebenso verändert wie die Küche, die immer neue Gerichte zu Tage fördert. War es früher üblich, die einzelnen Gänge so zu beschreiben, dass man am Ende schon wieder vergessen hatte, was es am Anfang gab, ist mittlerweile eine wohltuende Nüchternheit eingekehrt. Und so, wie es in der Gastronomie gegangen ist, hat sich das Ganze auch bei Opa verändert, wenn er Gäste empfängt. Als Beispiel kann man getrost unser letztes Essen nehmen, zu dem Oma und Opa eingeladen haben. Früher hätte da auf der Menükarte gestanden: Wachtelspiegelei auf Pellkartoffel an in Crème fraîche gebettetem Kaviar, Bratwurst-Allerlei an Kartoffelbruch mit Oregano-Kohlrabi, Cherry-Tomaten und Kardamom-Apfelkompott sowie Geeiste Him- und Heidelbeeren auf Vanilleeis im Blätterteig- und Minze-Mantel. Jetzt stand da einfach nur: Slow Fastfood-Menü, Spiegelei, Bratwurst und Hamburger. Was soll ich sagen? Hauptsache es schmeckt. Und das hat es …

MenükarteMenükarten heute: Schlicht und ergreifend.

See you at the re:publica

Heute beginnt die re:public 15 in Berlin und muss – jetzt müssen alle re:publica-Fans ganz stark sein – auf Sascha Lobo verzichten. “Ich hatte das Gefühl, es könnte sinnvoll sein, mal eine Pause zu machen”, hat der deutsche Blogger, Buchautor, Journalist und Werbetexter in einem Interview mit dem Technik-Magazin seine Nicht-Teilnahme an dem weltweit wichtigsten Event zu den Themen der digitalen Gesellschaft begründet. Es sei ihm wichtig, die “Erwartungen auf andere Art zu brechen, als es von mir erwartet wird“. Aber vielleicht hat ihn auch nur die verhaltenen Resonanz auf sein vielsagendes und durchaus interpretationsfähiges “Hallo” bei der letzten re:publica etwas irritiert. Was soll ich sagen? Wie gut, dass Opa ein re:public-Ticket gewonnen hat und sich an allen drei Tagen zur STATION-Berlin nach Berlin-Kreuzberg aufmachen wird. See you at the re:publica …

Eine kleine Erinnerung

Kleine Erinnerung: Nächsten Sonntag ist Muttertag. Wer also noch eine Mutter hat und sich noch nicht überlegt hat, wie er sie überraschen kann, sollte sich sputen. Immerhin haben es die Mütter mit den Kindern auch nicht immer einfach. Wer schon vergessen hat, wie so ein Mütteralltag aussieht, sollte sich noch einmal diesen Post anschauen. Da fällt es einem dann wieder wie Schuppen von den Augen. Und was Mütter für ihre Kinder so alles tun und darstellen, zeigt das unten stehende Video. Was soll ich sagen? Es bleibt eben doch dabei: Mutter ist die Allerbeste.

KGB-Museum als Hintergrund

Also, unser Prager Wochenend-Trip war wirklich eine gelungene Sache. Nicht nur, dass wir mit Freunden dort waren und weitere Freunde getroffen haben. Wir haben – wie gestern bereits angedeutet – auch viel Neues kennengelernt. Dazu gehörte unter anderem die Bibliothek des Klosters Strahov, die man unbedingt gesehen haben muss. Aber man kann an so einem kurzen Wochenende leider nicht alles besichtigen. Neben der Gemäldegalerie des Klosters gäbe es nämlich noch zahlreiche Museen, die nicht nur an Regentagen einen Besuch lohnten. Als kleine Auswahl wird gerne empfohlen: Das Nationalmuseum, das Museum des Kommunismus, das Nationale Technikmuseum, das Museum Kampa, das Jüdische Museum, das Smetana Museum, das Dvorak Museum, das Artbanka Museum of Young Art, das Museum der dekorativen Künste, das Museum der Stadt Prag und das Mucha Museum. Und Opas besonderer Tipp: Das KGB-Museum. Was soll ich sagen? Reingehen muss man ja nicht unbedingt. Aber als Fotohintergrund eignet sich die Fensterfront ideal, wenn man sich den Spaß erlauben und den Einen oder Anderen davor ablichten will.

IMG_0756Während man die Bibliothek des Klosters Strahov (oben) unbedingt gesehen haben sollte, muss man sicherlich nicht unbedingt in das KGB-Museum (unten) gehen. Aber als lustiger Fotohintergrund, vor dem man den Einen oder Anderen ablichten kann, ist es ideal.IMG_0751

Frohe Ostern

“Es ist das Osterfest alljährlich | für den Hasen recht beschwerlich”, wusste schon Wilhelm Busch. Auch bei Oma und Opa hat der Osterhase alle Hände voll zu tun, damit die beiden Buben genug zu finden haben. Was soll ich sagen? In diesem Sinne wünschen Oma und und Opa allen Lesern von Opas Blog ein frohes Osterfest sowie ein paar geruh- und erholsame Tage.

IMG_0789Oma und Opa wünschen frohe Ostern.

Oma und Opa haben Verständnis

“Ohne uns läuft nix”!, schreiben die Berliner Wasserbetriebe über sich auf ihrer Internetseite und geben folgendes Service-Versprechen ab: “Wir geben Ihnen unser Wort, dass uns Kundenorientierung, Zuverlässigkeit und Qualität sehr wichtig sind.” Das hört sich doch gut an. Im wirklichen Leben allerdings klappt das nicht immer so. Denn wie schon berichtet hatten die Wasserbetriebe unsere Straße in der vergangenen Woche für Kanalarbeiten zwar mehr oder weniger sperren bzw. zur parkplatzfreien Zone erklären lassen, aber gearbeitet haben sie dort nicht. Als ich Oma dann heute morgen zum Arzt bringen wollte – ihre Ohren sind immer noch nicht in Ordnung -, habe ich meinen Augen kaum getraut. Stand doch vor unserem Haus direkt neben dem Halteverbotsschild für die letzte Woche ein Wagen der Wasserbetriebe, deren Besatzung die Kanalarbeiten durchführte. Was soll ich sagen? Ich zitiere einfach noch einmal die Wasserbetriebe, die unter Baustelleninformationen schreiben: “Wir garantieren Ihnen eine einwandfreie Trinkwasserversorgung und eine ebenso reibungslose Abwasserentsorgung – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Dazu ist es wichtig, die Wasser- und Abwasserleitungen der Stadt ‘in Schuss’ zu halten. Wenn wir Kanäle und Rohre reparieren oder erneuern, lassen sich Störungen leider nicht immer vermeiden. Wir versuchen jedoch, Unannehmlichkeiten wie trübes Wasser oder Verkehrsbeeinträchtigungen zu vermeiden oder zumindest so gering wie möglich zu halten. Wir bitten Sie um Verständnis!” Okay, Oma und Opa haben Verständnis.

IMG_0663Etwas verspätet erschienen die Berliner Wasserbetriebe zu den avisierten Kanalarbeiten.

Ein deutliches Signal setzen

Nachdem das mit den Olympischen Spielen hier in Berlin nun ja definitiv nichts mehr wird, zeigen wir uns von unserer besten Seite und als gute Verlierer und wünschen Hamburg alles Gute. Neben dem Daumendrücken für die Hanseaten, dass sie sich international gegen die Konkurrenz durchsetzen, bleibt uns jetzt um so mehr Zeit, um die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin bei ihrem Engagement für einen Kinderbeauftragten im Deutschen Bundestag zu unterstützen. Zwar sind bereits ausreichend Unterschriften eingesammelt worden, um die Abgeordneten des Hohen Hauses überhaupt erst einmal dazu zu bringen, über die Einsetzung eines solchen Beauftragten öffentlich zu diskutieren. Aber ein deutlich Signal aus dem Volk an die Parlamentarier kann ja nicht schaden. Denn das Kinderwohl sollte doch wohl unser aller Anliegen sein. Was soll ich sagen? Opa hat ja schon einmal auf die Aktion hingewiesen und tut es gerne noch einmal. Die Unterschriftenliste kann man hier herunterladen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, online abzustimmen. Also, auf geht’s. Wer noch nicht hat, soll sich beeilen. Das Ganze läuft noch bis zum 20. bzw. 23. März 2015.

plakat-petition-kinder-jugendbeauftragter

Berlin ist einfach toll

Wenn man regelmäßig fernsieht, könnte man meinen, in Berlin ginge es zu wie in Sodom und Gomorra: Mord und Totschlag bei fast jedem Krimi, der auch nur in der Nähe der deutschen Hauptstadt angesiedelt ist, Chaos und Geldverschwendung bei fast allen Großprojekten, mit denen sich Berlin derzeit bis auf die Knochen blamiert, Misswirtschaft und Provinzialismus in den Bezirken, in denen der Amtsschimmel schon nicht mehr wiehert, sondern allenfalls nur noch leise vor sich hin weint. Doch gestandene Hardcore-Berliner lassen sich da nicht so schnell erschüttern. Wer die Stadt einmal in sein Herz geschlossen hat, der bleibt dabei: Berlin mag zwar arm sein, ist aber ungemein sexy. Ich könnte jetzt all die tollen Dinge aufzählen, die das Leben hier so lebenswert machen. Viel anschaulicher und emotionaler ist aber der Imagefilm, mit dem Berlin Partner derzeit wirbt und der unten zu sehen ist. Was soll ich sagen? Um bei den Worten von Ernst Reuter zu bleiben: “Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt.” Berlin ist einfach toll.

   So schön kann Berlin sein: Einfach toll.

Alles nur ein Übergang

Familien fühlen sich gehetzt, gestresst und permanent unter Druck. Das hat jetzt eine Forsa-Studie für die Zeitschrift “Eltern” ergeben. Danach sagten 62 Prozent aller Eltern und sogar 67 Prozent aller Mütter, dass Eile, Hetze und Druck ihren Alltag bestimmten. Dabei verursachen die Eltern ihren Stress allerdings zu einem gewissen Grad selber: 70 Prozent aller Eltern gaben jedenfalls an, häufig oder gelegentlich den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen und mit sich selbst als Mutter oder Vater unzufrieden zu sein. Kein Wunder, wenn man die Stellenbeschreibung moderner Eltern liest: Top im Job, einfühlsam und verständnisvoll mit den Kindern und anspruchsvoll in der Liebe. Das hört sich schon sehr nach Eier legender Wollmilchsau an. Und die existiert bekanntlich nicht. Insofern täte Eltern ein wenig mehr Gelassenheit sicher ganz gut. Zumal es einen Hoffnungsschimmer für die Mamas und Papas gibt. Wenn sie die Kinderzeit unbeschadet überstehen und auch noch zusammen sind, wenn der Nachwuchs längst aus dem Haus ist, dann sind sie zufriedener und glücklicher als Alleinstehende. So hat es jetzt die “Nationale Agentur für Wirtschaftsforschung” (NBER) herausgefunden. Nach Ansicht der Forscher liegt das Geheimnis insbesondere darin, dass Freundschaft das wichtigste Bindeglied einer funktionierenden Ehe ist. Denn wer in seinem Partner auch den besten Freund gefunden habe, gebe doppelt so häufig wie andere Befragte an, mit seinem Leben zufrieden zu sein. Was soll ich sagen? Für die letzte Erkenntnis hätte es keiner groß angelegten Studie bedurft. Es hätte gereicht, Oma und Opa zu fragen. Die können das nur bestätigen. Und wie wusste schon eine alte Tante von mir: Ist alles nur ein Übergang.

“Die Berliner Mauer retten”

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November hat der frühere Berliner Parlamentspräsident Reinhard Führer in einem Gespräch mit Opas Blog dazu aufgerufen, die vom Verfall bedrohten Reste der Berliner Mauer in der Niederkirchnerstraße gegenüber dem Berliner Abgeordnetenhaus zu retten. (Den gesamten Wortlaut gibt’s weiter unter.) In der deutschen Hauptstadt sind nur noch an drei Stellen Überreste des 1961 von der DDR errichteten „antiimperialistischen Schutzwalls“ erhalten, die allerdings den wahren Charakter der einstigen Mauer nur noch bedingt erkennen lassen. Am bekanntesten ist die 1,3 Kilometer lange East Side Gallery am Ostbahnhof in Friedrichshain. Dieses Stück Mauer wurde 1990 von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemalt und ist bereits zwei Mal – in den Jahren 2000 und 2008 – saniert worden. Daneben befindet sich in der Bernauer Straße als Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer das letzte Stück der Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist und einen Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen zum Ende der 1980er Jahre vermittelt. Am authentischsten und geschichtsträchtigsten aber ist das 200 Meter lange Mauerstück in der Niederkirchnerstraße zwischen Martin-Gropius-Bau und Wilhelmstraße. Was soll ich sagen? Wer kann, sollte Reinhard Führer unterstützen. Es wäre eine Schande, wenn dieses einmalige Zeit-Zeugnis verschwinden würde und wir es unseren Enkelkindern nicht mehr zeigen können.

Berliner MauerVom Verfall bedroht: Die Berliner Mauer in der Niederkirchnerstraße.           Foto:Opas Blog

Opas Blog: Herr Führer, warum setzen Sie sich für den Erhalt gerade dieses Mauerstücks ein?

Reinhard Führer: An dieser Stelle ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit Händen zu greifen. Das ehemalige Gestapo-Hauptquartier mit seinen Folterkellern im nicht mehr existierenden Prinz-Albrecht-Palais, dort, wo sich heute das Gelände der Topographie des Terrors befindet, weist auf die braune Diktatur der Nazis hin. Sie wiederum hat direkt zur roten Diktatur der SED und damit 1961 zum Bau der Mauer geführt. Dieses sichtbare Nebeneinander zweier Diktaturen ist in dieser Form einmalig. Und deshalb muss dieses Stück Mauer unbedingt erhalten bleiben.

Opas Blog: Ist die Mauer dort denn ernsthaft bedroht.

Reinhard Führer: Mehr als das. Direkt nach dem Mauerfall waren es erst die Mauerspechte, die der Mauer zugesetzt haben. Jetzt ist es die Witterung, die unerbittlich den Verfall beschleunigt.  Der Beton ist bereits so verwittert, dass Teile davon einzustürzen drohen. Und jedes weitere Stück Stahl, das vom Rost befallen wird, entwickelt eine enorme Sprengkraft. Noch ein paar strenge Winter und von der Mauer ist in ein paar Jahren nichts mehr übrig. Ein Gutachten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bescheinigt dem Mauerstück übrigens nur noch eine Reststandzeit bis maximal 2020.

Opas Blog: Was könnte man denn Ihrer Ansicht nach tun?

Reinhard Führer: Man könnte die beschädigten Stellen durch intakte originale Mauersegmente, die sich noch an verschiedenen Orten befinden, ersetzen.

Opas Blog: Was würde die Sanierung kosten?

Reinhard Führer: 300.000 Euro wird man wohl veranschlagen müssen. Das wird angesichts der Finanzlage des Landes Berlin nicht ohne Sponsoren und Spenden der Bürger gehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass so viel Geschichtsbewusstsein in der Stadt vorhanden ist, dass dieses einmalige Zeit-Zeugnis erhalten werden kann.