Tagesspiegel liest Opas Blog

Opas Blog wird gelesen, hin und wieder offensichtlich auch vom Tagesspiegel in Berlin. Jedenfalls traute ich meinen Augen kaum, als ich in der Früh die heutige Ausgabe des preisgekrönten “Checkpoint” von Tagesspiegel-Chefredaktuer Lorenz Maroldt las. Denn in der “Kurzstrecke” hieß es da: “Und nun zur Reihe ‘Amt, aber glücklich’ – Detlef Untermann  ist ‘mehr als angenehm überrascht’ vom Ton eines Schreibens des Finanzamts in der Bredtschneiderstraße.” Dann kam die ganze Geschichte rund um KINDER | KOCHEN, die ja gestern schon auf Opas Blog zu lesen war. Was soll ich sagen? Ich kann den Redakteuren vom Tagesspiegel nur empfehlen, öfters mal Opas Blog zu lesen. Da gibt es immer wieder gute Geschichten.

Ein Wow-Brief vom Finanzamt

Nicht jeder Brief vom Finanzamt macht Freude. Doch jetzt ist bei uns ein Schreiben vom Berliner Finanzamt für Körperschaften I hereingeflattert, da war ich mehr als angenehm überrascht und nahezu sprachlos. “Sehr geehrter Herr Untermann”, schreibt da der Vorsteher des Amtes, “ich freue mich, Ihnen die Bestätigung, dass der Verein Kinder | Kochen e.V. satzungsmäßig steuerbegünstigten Zwecken dient, zu überreichen und danke Ihnen persönlich für Ihr bürgerschaftliches Engagement in Berlin.” Wow!!! Dafür kann ich wiederum nur danken und das Kompliment zurückgeben. Denn auch die Zusammenarbeit mit dem Finanzamt in der Gründungsphase hätte besser nicht sein können. Genau so wünscht man sich das Miteinander von Bürgern und Verwaltung. Was soll ich sagen? Da kann man mal sehen, dass es auch anders geht. Vielleicht macht so ein Beispiel ja Schule.

fabriefSolche Briefe wünscht man sich vom Finanzamt: Ein tolles Beispiel für Bürgernähe.

Früher war mehr Schlitten …

Der gemeinnützige Verein “Santa Claus on Road e.V.” hat auch in diesem Jahr wieder die Berlin Christmas Biketour veranstaltet. Biker, verkleidet als Weihnachtsmänner, Engel oder Rentiere, sind am Samstag durch die Stadt gefahren, um Bedürftigen mit Hilfe von Spenden auch ein schönes Fest zu ermöglichen. Ziel war es, der Öffentlichkeit bewusst zu machen, dass es nicht allen Menschen gut geht und dass jeder etwas gegen Armut unternehmen kann. Es war bereits das 19. Mal, dass die Berlin Christmas Biketour stattgefunden hat. Was soll ich sagen? Frei nach Opa Hoppenstedt: Früher war mehr Schlitten! Dennoch: Eine tolle Idee!

img_4108  img_4106  Es war bereits das 19. Mal, dass die Berlin Christmas Biketour stattgefunden hat. 

 

Westfälische Aufmerksamkeit

Die erste Weihnachtspost ist eingetroffen. Unser früherer Babysitter hat uns geschrieben und ein kleines Geschenk beigelegt: Ein Päckchen Pumpernickel, in Anspielung auf unser jüngstes Debakel im KaDeWe. Denn, das muss man wissen, ihr Mann arbeitet in führender Funktion in einem Delikatessengeschäft, das weit über die Grenzen Münsters hinaus bekannt ist und den Vergleich selbst mit der Feinschmeckeretage besagten Nobelkaufhauses in Berlin nicht scheuen braucht. Wir sagen auf diesem Wege schon mal danke und werden das Brot alsbald testen. Wenn es schmeckt, wovon Oma und Opa ausgehen, könnte es einen Dauerauftrag für die Butterhandlung Holstein, wie sie sich nennt, geben. Was soll ich sagen? Von der westfälischen Aufmerksamkeit in Münster können die hier in Berlin noch was lernen.

pumpernickel

Das ist Fairplay!

Eine Negativ-Schlagzeile jagt die andere: Fußballer soll Steuern hinterzogen haben, Wettbetrug im Fußball, Timo Werner kommt nach seiner Schwalbe straffrei davon – und und und. Der Sport, insbesondere der Fußball, droht unter die Räder zu kommen. Und doch gibt es immer wieder Lichtblicke. Einen davon hat es am vergangenen Samstag in der Fußball-Landesliga beim Spiel von Germania Schöneiche in Kolkwitz gegeben. Da hat der Spielertrainer von Germania, Paul Mitscherlich, absichtlich einen zu Unrecht gegebenen  Elfmeter verschossen, indem er ihn einfach zum Torwart zurückgespielt hat. Und das bei einem Spielstand von 0:1 – aus Sicht von Germania. Dabei hätten die Mannen von Mitscherlich den einen Punkt gut gebrauchen können, ist seine Mannschaft doch nur drei Punkte vom Tabellenkeller entfernt. „Wissen Sie, ich bin nicht nur Kapitän und mit 33 Jahren einer der Erfahrensten, sondern gleichzeitig auch der Trainer. In diesem Moment ging es nicht nur um Punkte, sondern darum, Vorbild zu sein. Und was für ein Vorbild wäre ich, wenn ich als Trainer auch noch aktiv beim Betrügen mithelfe?“, begründete Mitscherlich im Tagesspiegel seine Handlung, die nicht bei allen seiner Mitspieler gut ankam. Aber die meisten hatte er wohl auf seiner Seite, was immerhin Anlass zur Hoffnung gibt. Was soll ich sagen? Das ist Fairplay! Insofern will ich noch einmal den 33-Jährigen zitieren, der zu Werners Schwalbe beim Spiel Leipzig gegen Schalke erklärte: „Was bitte ist daran clever? Ist clever jetzt ein Synonym für Betrügen? Sich einen Tag später hinzustellen und zu sagen: ‚Es war eine Schwalbe’, das ist nicht schwer. Schwer ist es, auf dem Platz zuzugeben, dass es eine Schwalbe war. Die Kultur der Fairness hat im Sport allgemein sehr gelitten und wenn die Profis, also die Aushängeschilder ihrer Sportarten, auch noch so tun, als wäre Betrug nur eine andere Bezeichnung für Cleverness, dann haben wir ein Problem.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Inspiration von Tim Raue

Heute kam der Bescheid vom Finanzamt: KINDER | KOCHEN e.V. ist gemeinnützig. Das heißt, wir können auch Spendenbescheinigungen ausstellen, was das Einwerben von Geld, das der Verein dringend braucht, erheblich erleichtert. Damit ist der Prozess der Vereinsgründung jetzt endgültig abgeschlossen und wir können uns den inhaltlichen Dingen widmen. Dabei lassen wir uns auch von unserem Schirmherrn Tim Raue inspirieren, der letztes Jahr mit Deutschlands bekanntester Sommelière ein Kochbuch geschrieben hat, in dem er gemeinsam mit seinem Küchenchef Michael Jaeger „Gerichte aus Deutschland rezeptiert, die alle im Stil des La Soupe Populaire zubereitet werden.“ Deutscher Wein – Deutsche Küche heißt das Buch und ist ein Muss für alle Freunde der gehobenen Küche. Was soll ich sagen? Auf diesem Niveau kochen wir bei KINDER | KOCHEN (noch) nicht. Aber vielleicht ist unter den Schülern ja bereits der nächste Tim Raue.

PS: Wer mehr über das Buch “Deutscher Wein – Deutsche Küche” erfahren will, zur Rezension geht’s hier.

bienenstich Tim Raues Bienenstich. Foto: Joerg Lehmann

Staatlicher Massenmord

Nikolaus hat heute Geburtstag. An sich ist das ja immer ein freudiges Ereignis. Aber heute dürfte der gute Mann, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in die Analen eingegangen ist, ganz gewiss ziemlich traurig sein. Denn keine 700 Kilometer Luftlinie von seinem Wirkungsort entfernt, nahezu auf dem selben Breitengrad, findet derzeit ein staatlich organisierter Massenmord statt, der einmal mehr die Abgründe menschlichen Seins sichtbar werden lässt und die Verlogenheit dieser Welt dokumentiert. Da werden seit Jahren eine Stadt und ihre Menschen in Schutt und Asche gelegt und vernichtet, ohne dass sich irgendwo auf diesem Globus auch nur nennenswerter Protest oder gar Widerstand regt. Dabei braucht es hierzulande nicht viel mehr als eine Trappe, deren Wohlbefinden möglicherweise gestört sein könnte, um eine Empörungswelle auszulösen, der nichts und niemand standzuhalten vermag. Doch in Aleppo können zwei Despoten ungestraft über Jahre Alte, Frauen und Kinder abschlachten (lassen). Es sind der russische Präsident Vladimir Putin und sein syrischer Vasall Baschar al-Assad, die damit die Grundfeste unserer Zivilisation erschüttern. Den Rest erledigt der Islamische Staat. Was soll ich sagen? Der griechischer Name des Nikolauses bedeutet Sieg des Volkes. In Aleppo hat es verloren.

“Wann wurde ich eingekindert?”

Unsere Enkel werden viel zu schnell groß. Unser ältester ist ja schon in der Schule, der jüngere wird im nächsten Jahr eingeschult. Als wir genau über dieses Thema sprachen, versuchte sich der kleine Mann zu erinnern, wann er denn in den Kindergarten gekommen ist und fragte Oma: “Wann wurde ich eigentlich eingekindert?” Was soll ich sagen? Versuchen Sie da mal eine ernste Antwort zu geben – vor allem wenn der Fragesteller sich kaputt lacht.

Am angestammten Platz

Alle Jahre wieder: Die Krippe steht wieder an ihrem angestammten Platz und wartet auf die Enkel, die damit nach Herzenslust spielen dürfen. Was soll ich sagen? Eine schönen Adventssonntag noch und bleiben Sie gesund …

krippe2016Steht wieder am angestammten Platz: Die Krippe, die Opa für seine Enkel gebaut hat.