Es ist passiert: Oma und ich haben uns infiziert. Nicht mit Corona, Gott sei Dank, sondern mit dem Schachfieber. War es zu Beginn der Pandemie hin und wieder mal eine Partie, setzen wir uns mittlerweile täglich mindestens einmal ans Schachbrett, von dem es in unserem Haushalt inzwischen bereits vier Versionen gibt. Unsere neueste Errungenschaft ist dabei ein klassisches Bauhaus-Schachbrett, das auf seine Funktion als Spielfläche reduziert und randlos ist und in Süddeutschland gefertigt wurde. Passend dazu haben wir uns Figuren angeschafft, die aus dem indischen Amritsar stammen, woher nicht nur die meisten, sondern auch die feinsten Schachfiguren der Welt kommen. Und in der Tat: Der von Hand geschnitzte Springer ist ein wahres Kunstwerk und begeistert mich jedes Mal, wenn ich mit ihm ziehe. Die Form der Figuren geht auf einen in der Mitte des 19. Jahrhunderts gestalteten und nach dem englischen Schachpionier Howard Staunton benannten Satz zurück. Die Königshöhe beträgt zehn Zentimeter. Was soll ich sagen? Manchmal habe ich den Eindruck, dass, je digitaler die Welt wird, die Haptik immer mehr an Bedeutung gewinnt. Bei mir ist es jedenfalls so. Und ich genieße es jedes Mal, wenn ich unsere neuen Figuren in der Hand habe.




Beflügeln die Fantasie von Kindern: Schlichte Holzbauklötze, die alles sein können und aus denen man auch alles machen kann.
Gerhard Richter, der Spiritus Rector des MitMachZirkus.
Leuchtende Tuch-Jonglage – und mit dabei: Unser ältester Enkel. Fotos: Stephan Mock
Jonglieren mit Keulen: Beeindruckende Leistung.
Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann.

Ganz schön ausgeklügelt: Seinem
Steht wieder am angestammten Platz: Die Krippe, die Opa für seine Enkel gebaut hat.