“Wie aus Omas Ofen” lautete die Überschrift in einer dieser kostenlosen Zeitschriften irgendeiner Supermarktkette – ja so etwas lesen wir auch schon -, da kam es ganz plötzlich über meine Frau: “In Bezug auf mich werden unsere Enkel das nicht sagen.” Ein grimmiger Blick in meine Richtung: “Opa kocht gut”, würden sie wohl eher loben, mutmaßte sie und schmollte vor sich hin. Diese Steilvorlage konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und stichelte: “Dann hättet ihr das mit der Emanzipation mal sein lassen müssen.” Das war dann doch zu viel. “Ich war nie eine Alice Schwarzer”, versuchte meine Frau die Situation noch zu retten. Doch sie hatte sich in eine ausweglose Situation manövriert. Zumal ich gerade ein “sensationelles” Chorizo-Risotto gemacht und serviert hatte. Was soll ich sagen? Besser wäre sicherlich gewesen, wenn ich jetzt den Mund gehalten hätte. Aber irgendwie konnte ich es mir nicht verkneifen: “Morgen darfst du wieder kochen.” Darauf kann ich jetzt lange warten.
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Sind Omas die besseren Opas?
Das kennt jeder: Es gibt Tage, an denen geht es einem wirklich nicht gut. Man ist irgendwie schlecht gelaunt. Das Wetter tut sein Übriges. Und man weiß gar nicht, was man eigentlich will. Jeder noch so gut gemeinte Hinweis oder jeder noch so intelligente Ablenkungsversuch wird eher als Angriff denn als Entlastung gewertet. Selbst die wirklich unverfängliche Begrüßung “Guten Morgen” oder “Guten Tag” kommt einer handfesten Beleidigung gleich. Da geht es Kindern nicht anders als Erwachsenen. Wobei bei Kindern – je nach Alter – auch noch andere Faktoren wie beispielsweise Hormone eine fatale Rolle spielen können. Die Pubertät lässt schön grüßen. Aber selbst die Kleinsten der Kleinen sind von derartigen Gemütsphänomenen betroffen. Unseren ältesten Enkel traf es dieser Tage ganz besonders. Dann, mitten in der hitzigen Auseinandersetzung mit seiner Mutter platzte er mit dem Wunsch heraus, unverzüglich seine Großmutter anrufen zu wollen – mit der simplen Begründung: “Die versteht mich wenigstens!” Was soll ich sagen? Ich weiß es nicht. Oder sind Omas vielleicht die besseren Opas?
Fußspuren im Pudding
Woran erkennt man, dass ein Elefant im Kühlschrank war? Na klar, an den Fußspuren im Pudding. In Anlehnung an diesen Kalauer nun die Frage: Woran erkennt man, dass in einem Haushalt Großeltern wohnen? Das ist fast so einfach zu beantworten, wie die erste Frage. Also, wenn Sie ein Paar kennen, das – biologisch gesehen – mit der Reproduktion bereits abgeschlossen haben muss, dann gibt es einige Utensilien und Spuren, die kaum einen Zweifel lassen: Hier wohnen Oma und Opa. Das fängt mit Kinderstühlchen oder Reisebettchen an, geht weiter über Töpfchen oder WC-Aufsatz für Kinder und endet bei in der ganzen Wohnung verteiltem Spielzeug. Nun soll es Großeltern geben, die all diese Gegenstände immer sorgsam aufräumen und verstauen, so dass sie mehr oder weniger unsichtbar sind. Dennoch gibt es auch dann untrügliche Zeichen. Schauen Sie sich mal Scheiben, Wände oder Möbel bis zu einer Höhe von ungefähr einem Meter an, dann sehen Sie es sofort. Wenn Sie Abdrücke von kleinen Nasen, Mündern oder Patschfingern entdecken, dann ist das der sichere Beweis. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie einen Mann in opafähigem Alter sehen, in dessen Auto sich ein Kindersitz befindet. Was soll ich sagen? Manche Männer fangen wieder von vorne an.
… aber ungemein kommunikativ
Als ich noch nicht das Vergnügen von Enkelkindern hatte, fand ich es – ehrlich gesagt – ziemlich ätzend, wenn ich dauernd von frisch gebackenen Omas und Opas Bilder von Babys unter die Nase gehalten bekam, deren Eltern ich nicht einmal kannte. Das “Ach, wie hübsch” kam denn auch meist ziemlich gequält über meine Lippen. Meine Einstellung zu diesem Phänomen änderte sich allerdings radikal, als “wir” das erste Mal schwanger waren. Noch schlimmer wurde es kurz vor der Entbindung. Da traktierte ich meine Bekannten bereits mit den aktuellsten Ultraschallbildern des noch ungeborenen Nachwuchses. Als ich dann den kleinen Wurm das erste Mal auf dem Arm hatte, begriff ich endgültig, was es heißt, Opa zu sein. In der Kirche habe ich bereits etliche Kerzen angezündet, um den vielen von mir völlig missverstandenen Großeltern Abbitte zu leisten. Was mich betrifft, so ist es heute unvorstellbar, dass mir jemand, selbst ein mir bis dahin völlig unbekannter Mensch, entkommt und ich ihm nicht ein aktuelles Bild meiner Enkel zeige. Was soll ich sagen? Großeltern sind eine ganz besondere Spezies, etwas merkwürdig zuweilen, aber ungemein kommunikativ.