Als ich auf der Suche nach Themen und Ideen so durch das Internet streifte und gerade auf den jüngsten Auftritt der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles im Bundestag, über den sich die Netzgemeinde gerade scheckig lacht, gestoßen war, kam Oma gerade mit unserem jüngsten Enkel zur Wohnungstür herein – Oma-Tag eben. Der Kleine hörte natürlich sofort die Melodie des Pipi-Langstrumpf-Songs und machte sich auf den Weg in mein Büro, um zu sehen, was da denn wohl los ist. Ich kam natürlich nicht darum herum, ihm das Video vorzuspielen. Wer unseren Enkel dabei gesehen hätte, hätte sich nicht mehr eingekriegt – abwechselnd vor Lachen und Entsetzen. Mit total versteinerter Miene, zu der sich Marmor im Vergleich wie sanftester Seidenstoff ausgemacht hätte, saß er vor dem Bildschirm und hörte sich die Gesangsversuche der Politikerin an. Selbst als die Aufzeichnung nach gut anderthalb Minuten zu Ende war, blieb das offensichtlich stark traumatisierte Kind regungslos auf meinem Schoß sitzen. Erst als ich ihm auf die Schnelle ein anderes Video mit Pipi Langstrumpfs Musik herausgesucht und vorgespielt hatte, entkrampfte sich das Gesicht ein wenig und über sein Gesicht huschte wieder so etwas wie ein Lächeln. Was soll ich sagen? Ich schlage für alle Wahlkampfsendungen und -auftritte den zwingenden Hinweis vor: Zu den riesigen Nebenwirkungen fressen Sie das Parteiprogramm und erschlagen Sie den irren Arzt ihres Wahlkreisabgeordneten. Hätte dem Kleinen aber vermutlich auch nicht geholfen.
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Wenn Bären Katzen sind
Oma und ich sind neulich in eine dieser im wahrsten Sinne des Wortes sagenhaften Shoppingwelten der Stadt eingetaucht. Da gibt es ja von Arzneimitteln über Eis und Dessous bis hin zu Schuhen, Sportartikeln, Tabakwaren und Zeitungen so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Nicht zu vergessen Spielwaren, die mit Blick auf unsere Enkel natürlich in unserem engeren Fokus liegen. Und vermutlich ist das auch der Grund dafür, warum Oma das Plakat überhaupt aufgefallen ist. Jedenfalls sagte sie: “Schau doch mal.” Dann lotste sie mich zu dem Schaufenster, vor dem ich sicherlich ausgesehen habe wie der Ochs vorm Berg. Wurde da doch in großen Buchstaben “UNSER BÄR DER WOCHE” angepriesen, darunter aber ein “Knuddeliges Kätzchen” abgebildet – und das zudem noch um sieben Euro reduziert. Als ich eine der jungen Verkäuferinnen ansprach und wissen wollte, wie denn aus Bären Katzen würden, meinte sie mit diesem typischen, unwiderstehlichen Verkäuferinnenlächeln: “Das ist Bärenmagie.” Was soll ich sagen? Irgendwie verwirrend. Seitdem denke ich darüber nach, wie ich meinen Enkeln erklären soll, dass Bären wie Katzen aussehen, oder sind, oder umgekehrt. Ach was, vielleicht muss ich das gar nicht erklären und sie verstehen das ohnehin besser als ich.
Irgendwie verwirrend: Der “BÄR DER WOCHE” ist ein Kätzchen.
Jungs und Autos
Warum sind Jungs eigentlich immer von Autos begeistert? Diese Frage beschäftigt mich nicht erst, seitdem wir zwei Enkelsöhne haben. Und so war ich seinerzeit bei unserem ältesten Enkel auch nicht sonderlich überrascht, dass es für ihn das Größte war, in Opas Auto hinter dem Lenkrad zu sitzen und sich wie ein Alter aufzuführen. Allerdings konnte ich mich nicht mehr erinnern, dass wir das damals fotografisch festgehalten hatten. Aber als jetzt unser jüngster Enkel dieselben Anwandlungen zeigte und wir dies aufgenommen haben, erinnerte sich Oma, dass sie damals auch so ein Bild gemacht hatte, und fand es auch noch. Ziemlich ähnlich, die beiden Fotos. Was soll ich sagen? Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Hat jemand eine Idee, warum das so ist?
Toll diese Jedi-Ritter(innen)
George Lucas ist gerade Vater geworden, mit 69 Jahren und mit einer Leihmutter. Herzlichen Glückwunsch sagt Opa da voller Respekt, zumal ihm das mit 60 und mit Oma nicht mehr passieren kann. Dafür kann sich der Star Wars-Schöpfer aber nicht damit brüsten, dass er mit einer Jedi-Ritterin verheiratet ist. Opa schon. So saßen wir jüngst nach einem eigentlich unnötigen Streitgespräch abends einträchtig im Wohnzimmer und hatten uns (vor allem ich) wieder beruhigt. Da wollte ich zum Ausgleich meiner mutmaßlichen Unterzuckerung ein japanisches Gebäck, das uns ein Freund aus Hiroshima mitgebracht hatte, naschen. Da wischte Oma in bekannter Jedi-Ritter-Manier mit ihrer Hand quer vor meinem Gesicht herum und suggerierte, als sei die Macht mit ihr: “Du magst kein Gebäck mehr.” Was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich ohne ins Bett gegangen und hab’ mich am nächsten Morgen auch nicht schlechter gefühlt als sonst. Toll diese Jedi-Ritter(innen).
PS: Ist vielleicht noch jemand mit einer Jedi-Ritterin verheiratet?
Nachts ist es dunkel
Unser ältester Enkel hat jetzt eine für ihn sensationelle Entdeckung gemacht: Nachts ist es dunkel. Bislang war das total an ihm vorbeigegangen, da er ja immer schon vor Einbruch der Dunkelheit ins Bett geht und, so er denn zwischenzeitlich aufwacht, dies wieder vergisst. Und an den letzten Winter kann er sich offensichtlich auch nicht mehr erinnern. Nun hatten meine Tochter und ihr Mann Besuch, der zufällig sah, dass da ein kleiner Mann in die Küche gegangen ist. Tatsächlich war unser Enkel aufgewacht und hatte sich in die Küche geschlichen. Dort saß er auf dem Boden und war hoch erfreut, als seine Mutter hereinkam. Die bombardierte er auch gleich mit der Feststellung: “Es ist ja dunkel draußen.” Als sie ihm erklärte, dass das nachts eigentlich immer so ist, war er ausgesprochen besorgt, was die Gäste seiner Eltern betraf: “Wie kommen die denn jetzt nach Hause?”, wollte er wissen. Was soll ich sagen? Gott sei Dank haben wir in Berlin eine funktionierende Straßenbeleuchtung. In dieser Stadt ist so etwas nicht unbedingt selbstverständlich …
Die spinnen, die …
Mit den Menschen ist das immer wieder so eine Sache. Wenn man bedenkt, wie sie sich vor allem in den letzten Jahrhunderten entwickelt haben, müsste man sie eigentlich bewundern. Immerhin, das ist sozusagen der vorläufige Höhepunkt der ganzen Geschichte, haben sie jetzt ihren Urvater und ihre Urmutter ausgemacht, die vor 59.000 bzw. 143.000 Jahren lebten. Dass sich Adam und Eva folglich nie begegnet sind, gehört eben zu den Merkwürdigkeiten, die die Menschheitsgeschichte begleiten. Ein anderes Phänomen kann man dieser Tage beobachten. Nehmen wir die Enkel von Oma und Opa und deren Eltern. Als Oma mit unserer jüngsten Tochter telefonierte, war die Familie gerade im Schwimmbad – gemessene Außentemperatur 37 Grad, gefühlt 40 – 50 Grad. Beim Telefonat mit unserer Ältesten erfuhr sie, dass Vater, Mutter und Kind bei Freunden zum Grillen waren – gemessene Außentemperatur 37 Grad, gefühlt 40 – 50 Grad, in der Nähe des Grills kurz vor dem Siedepunkt. Während Oma also telefonierte, saß ich bei diesen Temperaturen auf der Terrasse und brütete vor mich hin, was ich für Opas Blog schreiben könnte. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mein Gehirn, so denn überhaupt je eines vorhanden gewesen sein sollte, spätestens jetzt restlos verdampft war. Es fiel mir absolut nichts Vernünftiges ein, bis auf das, was Sie jetzt gerade gelesen haben. Was soll ich sagen? Wie verrückt muss man auch sein, um sich bei diesen Temperaturen nach draußen zu begeben, anstatt drinnen zu bleiben, wo das Thermometer herrlich kühle 23,5 Grad anzeigt. Menschen eben, nicht lernfähig. Wie sagte Obelix immer so schön: Die spinnen, die Römer. Und nicht nur die …

