“Opa spricht” – leider nicht

Opa ist einer von 28.000 Menschen, die sich in diesem Jahr für “Deutschland spricht” angemeldet haben, um am kommenden Sonntag mit einem politisch Andersdenkenden zu diskutieren. Der, der für ein Gespräch mit mir ausgesucht worden war, nennt sich Harald, ist 27 Jahre alt und scheint mit mir in folgenden Fragen uneinig: Haben die #Metoo-Debatte und die Diskussion um sexuelle Belästigung etwas Positives bewirkt? Sollte Fleisch stärker besteuert werden, um den Konsum zu reduzieren? Sollten deutsche Innenstädte autofrei werden? Angesichts dessen hatte ich mich schon auf die Diskussion gefreut. Das allerdings war wohl ein wenig voreilig. Denn der junge Mann, so wurde mir jetzt mitgeteilt, hat das Treffen leider nicht bestätigt. Was soll ich sagen? Schade! Das Gespräch wäre sicherlich spannend geworden. Aber vielleicht hat meinen potentiellen Gesprächspartner ja mein Alter abgeschreckt und er sich gedacht: 65 Jahre – und kein bisschen weise. Ein klarer Fall von denkste, sag ich jetzt mal.

Zornig und wütend

„Obwohl mir der Ruf einer katholischen Hardlinerin vorauseilt, bin ich in Wahrheit nicht einmal sonderlich bibelfest.“, hat jüngst Birgitte Kelle in einem Beitrag für Die Welt eingestanden. Bei mir verhält es sich ähnlich. Ich glaube zwar an Gott, habe aber mittlerweile doch erhebliche Zweifel an der katholischen Kirche. Meine Frau behauptet zwar immer noch gerne, ich sei die letzte Bastion dieser über 2000 Jahre alten Institution. Das ist aber schon lange nicht mehr so. Die Missbrauchsfälle in der Una Sancta und deren Umgang damit, machen mich mehr und mehr zornig und wütend. Sind schon die Taten an sich abscheulich, schlägt die eher halbherzige Aufarbeitung innerhalb der Kirche dem Fass den Boden aus. Dabei hat Jesus selbst uns gezeigt, für wen man da sein sollte und vor allem wie: Für die Kinder, die unser aller Schutz bedürfen. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bitter, dass gerade die, die sich als Diener Gottes in den Dienst am Nächsten gestellt haben, diese Aufgabe „ins Gegenteil verkehrt, ja pervertiert haben“, wie es der frühere Berliner Bischof Rainer Woelki dieser Tage formuliert hat. Da kommt einem nur allzuschnell das folgende Jesus-Wort in den Sinn: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.“ Da aber auch Jesus hier sicher nicht an Selbstjustiz gedacht hat, würde es schon reichen, wenn die Täter aus der Kirche entfernt und vor ein ordentliches Gericht gestellt würden. Was soll ich sagen? Die katholische Kirche befindet sich vermutlich in einer ihrer größten Krisen. Sie hat es selbst in der Hand, ob sie zum Totengräber in eigener Sache wird oder es dabei bleibt: Deus caritas est.

Ein dreifaches Hoch auf Oma

Es gibt ja heutzutage nichts, was es nicht gibt. Jedenfalls habe ich – aus gegebenem Anlass – Webseiten durchforstet, die listen Sprüche und Gedichte für Omas auf, die 65 Jahre alt werden. Bei der zweiten Webseite habe ich allerdings aufgehört zu lesen und diese Werke ins Reiche der Schüttelreime verwiesen – so nach dem Motto: Schüttelreim, da schüttelst ein’. Da lob’ ich mir doch Udo Jürgens, Gott hab’ ihn selig. Denn der schweiz-österreichische Entertainer war zu seinen Lebzeiten derart treffsicher, das fast jedes seiner Werke ein Hit und Ohrwurm wurde. Das gilt nicht zuletzt für den 1977 veröffentlichten Song: “Mit sechsundsechzig Jahren”. Jedenfalls bietet das Lied, oder genauer gesagt, der Songtexte für Oma, die heute ja einen ganz besonderen Jahrestag feiert, eine hervorragende Perspektive gleich für die nächsten zwölf Monate und darüber hinaus: Mit sechsundsechzig Jahren, da fängt das Leben an – Mit sechsundsechzig Jahren, da hat man Spaß daran – Mit sechsundsechzig Jahren, da kommt man erst in Schuss – Mit sechsundsechzig ist noch lange nicht Schluss. Was soll ich sagen? In diesem Sinne wünsche ich Oma alles, alles Gute und vor allem Gesundheit, auf dass wir noch viele gemeinsame Jahre vor uns haben: Ein dreifaches Hoch auf Oma, ich liebe Dich.

   “De contente mens en de contente vrouw” (frei übersetzt: der zufriedene Mann und die zufriedene Frau), zwei Symbolfiguren aus Brabant, die für Fleiß, Genügsamkeit und Unverwüstlichkeit stehen, haben Oma und Opa ihr Leben lang begleitet und als Vorbild gedient. Es hat geholfen und hilft auch hoffentlich noch ganz viele Jahre weiter: Ein dreifache Hoch auf Oma!

Glückszahl 13

Am Wochenende war es wieder einmal soweit: Opas Firma butterfly communications | hatte Geburtstag. 13 Jahre alt ist das Kommunikationsbüro geworden, das sich nach wie vor bester Reputation erfreut. 13, da werden viele denken, eine Unglückszahl. Doch weit gefehlt. Die Zahl gilt sogar zuweilen als Glückszahl wie zum Beispiel in Italien, wo sie auch noch in Verbindung mit dem Heiligen Antonius gebracht wird. Der steht übrigens bei Oma und Opa hoch im Kurs. Das Stoßgebet „Heilige Antonius, goede vrind, sorg dat ik m’n … vind“ kommt, je älter wir werden, immer häufiger vor. Aber es hilft und wir finden immer, was wir gerade suchen. Was soll ich sagen? Ich bleibe dabei: Wer’s nicht glaubt, soll halt weiter suchen …