Schnellster Heiratsantrag

Berlin ist bekanntlich immer eine Reise wert. Das werden sich auch die 45.527 Athleten aus 157 Ländern gedacht haben, die am Sonntag (25. September 2022) am 48. Berlin Marathon teilgenommen haben. Denn dabei sein, ist alles – zumal ja vorher eigentlich schon klar war, wer gewinnen würde. Und Eliud Kipchoge, der 37 Jahre alte Kenianer, unterbot dabei auch noch seinen eigenen Weltrekord von 2018 ebenfalls aus Berlin um 30 Sekunden und lief die 42,195 Kilometer lange Strecke in sagenhaften 2:01:09 Stunden. Aber es geht auch noch schneller. Denn noch weniger als die gerade besagten 30 Sekunden benötigte ein Läufer, um seiner überraschten Partnerin am Streckenrand sozusagen im Vorbeilaufen einen Heiratsantrag zu machen – und das auch noch fast vor laufender Kamera. Für alle Neugierigen: Sie hat ja gesagt. Und was soll ich jetzt sagen? Nicht nur für Kipchoge und die Glückliche war es ein toller Tag. Entlang der gesamten Strecke herrschte eine super Stimmung. Wir waren am Wilden Eber, der zu den Klassikern auf der Strecke gehört. Denn dort ist die Stimmung traditionell besonders laut und ausgelassen, was nicht zuletzt den Samba-Trommlern und Cheerleader zu verdanken ist.

PS: Der Name Marathon oder Marathonlauf geht auf die griechische Legende zurück, dass nach der Schlacht von Marathon zwischen Athenern und Persern ein Läufer die knapp 40 Kilometer lange Strecke in die griechische Hauptstadt gelaufen sei, die Nachricht vom Sieg der Athener überbracht habe und danach sterbend zusammengebrochen sei.

Mit einer Medaille belohnt

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat es tatsächlich geschafft und sich bei den Europameisterschaften für eine tolle Leistung mit der Bronzemedaille belohnt. Eine Medaille hatte – für manche viel zu optimistisch – Bundestrainer Gordon Herbert im Vorfeld als Ziel ausgegeben. Dass das letzte Spiel gegen Polen in seiner Klasse nicht an die Spiele gegen Griechenland, das bezwungen werden konnte, und gegen Spanien, dem sich Dennis Schröder und Co. geschlagen geben mussten, heranreichte, war zu erwarten gewesen. Aber so Krampfspiele muss man auch erst einmal gewinnen. Wer selbst Sport betrieben hat, weiß das. Umso zufriedener sollten und können alle beteiligten sein, wobei es Herbert noch besonders hoch anzurechnen ist, das er die Verantwortung für die Niederlage gegen die Iberer alleine auf sich genommen hat. Was soll ich sagen? Die spannende Frage, die nach diesem begeisternden Turnier bleibt, ist die, welchen Weg der deutsche Basketball nun einschlägt. Da sich am Horizont aber schon mit Franz Wagner ein Nachfolger der deutschen Basketball-Legende Dirk Nowitzki abzeichnet, muss einem nicht bange sein. Insofern soll dieser Text auch mit einem Zitat der Nummer 14, die nie wieder vergeben wird, enden: Wenn du alles gibst, kannst du dir nichts vorwerfen!

Vielleicht ein Herbstmärchen

So ein Basketball-Spiel habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Es war unglaublich, wie die deutsche Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen den Titelfavoriten Griechenland auftrumpfte. Nun steht sie im Halbfinale und ist bei dieser Europameisterschaft noch mindestens zwei Mal zu sehen. Ich kann es kaum erwarten und werde – zumindest am Fernsehen – dabei sein. Dabei werden bei mir Erinnerungen wach, die schon eine Ewigkeit zurückreichen: Damals – Ende der 60er-Jahre – spielte ich nämlich selbst in der noch jungen Basketball-Bundesliga beim ATV Düsseldorf, den es so heute nicht mehr gibt. Eines der unvergessenen Erlebnisse war ein Aufeinandertreffen mit den Harlem Globetrotters, gegen die wir zwei Demonstrationsspiele machen durften. Auch wir haben da so mit Ball gezaubert, dass wir am Ende glaubten, so in der Liga bestehen zu können. Dem war natürlich nicht so. Beim nächsten Heimspiel haben wir eine derart krachende Niederlage einstecken müssen, deren Lehre ich bis heute nicht vergessen habe: Hochmut kommt vor dem Fall. Was soll ich sagen? Vielleicht sollte ich die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft zukommen lassen. Denn die schwebt sicherlich – wie wir seinerzeit – im siebten Basketball-Himmel. Doch beim nächsten Spiel gegen Spanien ist all das nichts mehr wert. Da geht es wieder von vorne los. Aber Bundestrainer Gordon Herbert wird das sicherlich wissen und seine Mannschaft entsprechend einstellen. Wenn das gelingt, erleben wir vielleicht ein Herbstmärchen – mit der dritten EM-Medaille nach Gold 1993 und Silber 2005.