Passt zu Berlin

So, meine Corona Warn-App zeigt wieder grün, nachdem Sie Dienstag vergangener Woche ja auf Rot gesprungen war. Und gesund bin ich Gott sei Dank auch geblieben. Das hätte aber, wie man täglich lesen muss, auch anders ausgehen können, nachdem – wie berichtet – ein Teilnehmer der Bezirkswahlausschusssitzung, an der ich teilgenommen habe, später positiv auf Corona getestet worden war. So weit, so gut. Was allerdings überhaupt nicht in Ordnung ist, dass bis heute immer noch nicht alle Teilnehmer der Sitzung über diesen Umstand informiert worden sind. Mehr noch: Ich halte das für einen handfesten Skandal. Was soll ich sagen? Man stelle sich einmal vor, dass sich das Ganze nicht im Bezirksamt, sondern in einem Lokal, einem Club oder einem Fitness-Studio abgespielt hätte. Das Bezirksamt hätte dem jeweiligen Betreiber das Leben zur Hölle gemacht und vermutlich mit einer saftigen Geldbuße belegt, die bekanntlich bis zu 25.000 Euro betragen kann. Denn ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verstößt. Und mindestens fahrlässig muss man das Verhalten der Behörde bewerten, die gerade in einer Pandemie eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Aber offensichtlich hat sich die Amt anders entschied und will lieber als schlechtes Beispiel dienen: Ist auch eine Art, sich nützlich zu machen, und passt auch noch viel besser zu Berlin.

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