Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um Küchengerüchte zum Thema Hollandse Nieuwe.

Oma kann es kaum abwarten. Denn langsam aber sich nähert sich die Zeit von Hollandse Nieuwe. Das ist der Hering, auf den unsere Nachbarn ganz verrückt sind. Offizieller Startschuss für die Saison ist Vlaggetjesdag*, an dem der erste Hollandse Nieuwe an Land gebracht wird und der in diesem Jahr auf den 18. Juni fällt. Gefangen werden darf der Fisch zwischen Mai und Juli, da er in dieser Zeit den besten Fettgehalt – mindestens 16 Prozent – aufweist. Er wird noch an Bord traditionell filetiert und gesalzen. Das erste Fass mit dieser Delikatesse wird dann am Vlaggetjesdag für einen guten Zweck versteigert und hat in der Vergangenheit Preise zwischen 18.000 und 96.000 Euro erzielt. Und wie es sich für eine gute Monarchie gehört, bekommt den allerersten Hollandse Nieuwe, so erzählt es zumindest Oma – der König. Nicht verbürgt ist allerdings, ob er ihn auch so verzehrt, wie es seine Landsleute tun. Denn das geht so: Man fasst den Fisch am Schwanz, zieht ihn durch kleingeschnittene Zwiebeln, legt den Kopf in den Nacken, lässt den Fisch langsam in den Mund gleiten und beißt kräftig zu. Als ausgewiesene Experten gelten dann die Zeitgenossen, denen es gelingt, keine Zwiebeln in das Hemd bzw. den Ausschnitt fallen zu lassen. Was soll ich sagen? Oma kann das perfekt. Aber sie muss noch ein wenig warten. Dann jedoch gibt es kein Halten mehr.

PS: Den Hering gibt es mittlerweile das ganze Jahr. Am leckersten, weil am zartesten, ist er aber nur in den Tagen und Wochen nach Vlaggetjesdag.

*Vlaggetjesdag war ursprünglich der Tag, an dem die Fischerboote geflaggt wurden, um zu zeigen, dass sie nunmehr auf Heringsfang gingen. Heute gibt es allerdings andere Fangmethoden, so dass die Boote an Vlaggetjesdag nur noch geflaggt im Hafen liegen.

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3 Gedanken zu „Gerüchteküche-Küchengerüchte

  1. Pingback: Endlich Hollandse Nieuwe | Opas Blog

  2. Wenn ich mich nicht täusche, schreiben Sie hier vom Matjes.
    Oh, wie ich Matjes liebe, aber er muss frisch sein, knackig gut im Biss, dann ist er für mich genau richtig.
    Aber hier im Inland (Hessen) gibt es ganz selten … da muss man schon echt Glück haben … so guten Matjes. Hier ist er immer matschig, irgendwie so labberich. Pfui Teufel.
    Matjes, mit Bratkartoffeln und grünen Speckbohnen, ein Gedicht.
    Matjes nach skandinavischer Art: Graubrot mit Butter bestreichen, dünn mit geschnittenen Apfelscheiben belegen, darauf den leckeren Matjes legen und diesen dann mit ungesüßter Preiselbeersahne garnieren. Saulecker.
    Oder Matjes nach Hausfrauenart und Pellkartoffeln, oh mir läuft das Wasser im Munde zusammen.

    Liebe Sonntagsgrüße von menzeline

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