Nachdenken über Gott

Großeltern sind ja zuweilen schon eine merkwürdige Spezies, wie ich bereits in meinem ersten Post geschrieben habe. Aber Großväter sind da sicher noch eine Nummer schärfer, vor allem wenn sie als Strohwitwer alleine daheim sinnieren können. Da sitzt man bei einem Glas Wein auf der Terrasse und denkt über Gott und die Welt nach. Die Welt an sich ist ja schon ein interessantes Thema, das ich aber hier jetzt nicht weiter vertiefen will. Bleiben wir einfach mal bei Gott, an den ich, das bekenne ich hier einmal, glaube. Typisch Katholik werden jetzt viele sagen. Doch so einfach ist das nicht. Denn, das ist jedenfalls mein Credo, wenn es (wirklich) einen Gott (und für die Gender-Fanatiker eine Göttin) gibt, dann gibt es vermutlich nur EINEN (oder EINE). Egal wie der (oder die) dann heißt. Ohne eine der Religionen zu nahe treten zu wollen oder despektierlich zu sein, aber ob nun Gott, Gott Vater, Jesus Christus und der Heilige Geist, Allah, Historischer Buddha, Reinkarnation, Manitu oder wie auch immer es heißt, an was man glaubt, es ist etwas Mystisches, das man nicht wirklich erklären kann, sondern an das man eben glaubt. Insofern bin ich ziemlich beruhigt, was meine Kinder und Enkelkinder betrifft. Denn die sind, zumindest soweit ich das beurteilen kann, grundgute Menschen, so dass ihnen der Himmel – oder wie auch immer das in den anderen Religionen definiert wird – sicher ist. Auch Oma gehört zu dieser Kategorie Menschen, die prinzipiell niemanden etwas zu Leide tun können und eben dieses Schicksal ganz sicher verdient haben. Bleibt nur noch Opa, der sich aber auch nicht wirklich viel in seinem Leben vorzuwerfen hat. So gibt es in unserem familiären Fall also nur noch die entscheidende Frage: Gibt es IHN (SIE) oder gibt es IHN (SIE) nicht? Was soll ich sagen? Was meine Kinder, Enkelkinder und Oma betrifft, so bin ich absolut sicher, dass sie – irgendwann einmal, hoffentlich in ganz, ganz später Zukunft – in Frieden ruhen werden. Was mich betrifft, habe ich das, was man absolutes Gottvertrauen nennt. Vielleicht sehen wir uns ja mal in der Ewigkeit (wieder). Denn das ist die längste Zeit, die noch vor uns allen liegt … Und wenn es denn wirklich das ewige Leben gibt, dann … Ist Hoffnung nicht etwas Göttliches?!?

6 Gedanken zu „Nachdenken über Gott

  1. Wie wusste schon der Alte Fritz:

    die Religionen Müßen
    alle Tolleriret werden
    und Mus der fiscal nuhr
    das auge darauf haben
    das keine der anderen
    abruch Tuhe, den hier
    mus ein jeder nach
    Seiner Faßon Selich
    werden

  2. Ich bin immer wieder erstaunt wie Menschen, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen und ihr Leben organisiert haben an (mindestens) ein fiktives Wesen *glauben*, für das es weder einen Beweis noch einen Grund gibt.

    Ist es so schwer zu akzeptieren, dass wir als Menschen ein Teil der belebten Umwelt sind, völlig ohne besondere Attribute, vergleichbar mit einem Regenwurm oder einem Schwein? Unser Leben beginnt mit der Geburt und dient der Erhaltung der Art ‘Mensch’, danach sterben wir und zerfallen in die chemischen Substanzen aus denen wir aufgebaut sind.

    Zu *glauben* es käme da etwas nach dem Tode ist eine Selbsttäuschung und in keiner Religion der Welt ist es je bewiesen worden, dass es anders wäre. Trotzdem *zu hoffen* ist vor diesem Hintergrund – mit Verlaub und ohne böse Absicht – töricht.

      • Aha, “die Hoffnung stirbt zuletzt!”

        Die kurze Antwort wäre: Na prima!

        Aber – sehr bedauerlich: Es gibt kein “wenn doch”.
        Wissenschaftliche Befunde können nicht diskutiert werden – es sind Tatsachen – und selbst wenn man die Erkenntnisse nicht mag, so haben sie doch Bestand.
        Der derzeitige Wissensstand lautet:
        Mit dem Körper stirbt das Gehirn – und damit die Person. Das was ‘Seele’ genannt wird ist eine Fiktion, aufgebaut von Religion(-en) um eine Abhängigkeit herzustellen und das Individuum bevormunden zu können.

          • Da haben Sie freilich Recht – ich wollte auch nicht bezweifeln, dass ein Jeder glauben dürfen sollte.
            Ein Problem wird Glaube erst dann, wenn er sich mit Staat vermischt und Nicht-Gläubige dazu zwingen will / zwingt sich diesem fiktiven Gedankengebäude zu unterwerfen bzw. dessen Rituale anzuerkennen.

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