“Erdowie, Erdowo, Erdogan”

Manchmal wundert man sich ja nur, wie dumm Menschen sein können. Das jüngste Beispiel dafür lieferte jetzt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der sich offensichtlich über einen Beitrag des NDR-Satiremagazins „extra3“ geärgert hat. Jedenfalls ließ er den deutschen Botschafter in der Türkei einbestellen, was diplomatisch signalisieren soll, dass es größere Verstimmungen zwischen den beiden Ländern gibt. Dabei wäre es aus Erdogan-Sicht ganz sicher besser gewesen, den Fernsehbeitrag vom 17. März, der den Regierungsstil des Staatschefs in Anlehnung an das Nena-Lied “Irgendwie, irgendwo, irgendwann” unter dem Titel “Erdowie, Erdowo, Erdogan” kritisiert, einfach totzuschweigen. Denn dieser hätte sich, wie es im Fachjargon heißt, ohnehin “versendet”. Doch so wurde das Video, dass bis dahin gerade einmal knapp 50.000 Mal angeschaut worden war, zum You Tube-Hit mit mittlerweile fast drei Millionen Klicks – und türkischen sowie englischen Untertiteln. Damit nicht genug: Das ganze Netz lacht über Erdogan, der solche Kritik wohl als Majestätsbeleidigung empfindet. Und von der Redaktion von „extra3“ ist er wegen des großen Erfolges des Filmchens gar zum “Mitarbeiter des Monats” gewählt worden. Was soll ich sagen? Es ist nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit, dass die Bundesregierung klargestellt hat, dass die Pressefreiheit nicht verhandelbar ist. Alles andere wäre tatsächlich ein Skandal gewesen.

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4 Gedanken zu „“Erdowie, Erdowo, Erdogan”

  1. Nur Narzisten nehmen Anstoß an solcher Satire. Mit ein wenig Demut (kann das ein Despot eigentlich?) würde er seinen Regierungsstil überdenken. Wenn er das einfach nicht kann, sollten wir in der EU es jedoch wirklich bei den längst geleisteten 6.000.000.000 Euro belassen, da dieses “Schweigegeld” ohnehin keine Garantie dafür ist, dass die armen Flüchtlinge nicht den Weg zu uns suchen und finden. Ferner sollten wir unsere Lektion gelernt haben, dass nicht alle Länder in die EU passen, siehe Osteuropa oder eben noch ein paar Kilometer weiter Richtung Südosten.

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