Von wegen hier geht die Post ab

Bei der Post wird gestreikt, mittlerweile unbefristet. Mein heutiger Post ist davon glücklicherweise nicht betroffen. Auch nicht der von morgen und übermorgen. Dabei kommt das Wort Post von to post. Das ist Englisch und heißt so viel wie mit der Post verschicken. Aber eben nur virtuell. Das hat, wie man sieht, in diesem Fall Vorteile. Das ist nicht immer so. Ein virtuelles Essen beispielsweise macht nicht wirklich satt. Aber bleiben wir bei der Post. Die bietet seit geraumer Zeit auch E-Post an: „Meine ganz Post – immer und überall dabei“, lautet das Motto. Also habe ich mich registriert. Doch von wegen „Briefpost mobil empfangen“. Die Briefe, auf die ich warte, habe ich dort auch nicht gefunden. Aber so ist das mit werblichen Botschaften. Da wird halt immer ein bisschen geflunkert. Und überhaupt ist das mit der elektronischen Post so eine Sache. Auf die Freude, mal wieder eine Briefmarke zu entdecken, die nicht abgestempelt wurde, kann man lange, um nicht zu sagen vergeblich warten. Auch elektronische Liebesbriefe haben nicht den Charme von Briefen aus Papier, das nach dem Parfüm der Liebsten riecht und einen Kussmund mit echtem Lippenstift enthält. Ach, das waren noch Zeiten, als Opa und Oma sich Liebesbriefe geschrieben haben. Aber das ist schon lange her. Was soll ich sagen? So langsam schwant mir, was ältere Menschen mit dem Satz meinen: Früher war alles besser.

PS: Schon Karl Valentin wusste es: Die Zukunft war früher auch besser!

LiebesbriefeLiebesbriefe von Oma und Opa aus einer fernen Zeit, als Oma noch Fräulein war.

6 Gedanken zu „Von wegen hier geht die Post ab

  1. Pingback: Fräulein für starke Frauen | Opas Blog

  2. Ach ja, das waren echt noch Zeiten, mit Wehmut blicke ich zurück.
    Tagebuch auf Papier, schön und so geheimnisvoll.
    Liebesbriefe mit Hand geschrieben, einfach nur herrlich.
    Keine SMS, keine Mails, kein Handy, Telefon noch mit Wählscheibe und Kabel.
    Ach wo sind sie nur geblieben, diese ruhigen, bedächtigen Zeiten?

    Liebe Grüße
    menzeline

  3. Ich habe auch noch Liebesbriefe auf echtem Papier. Und früher habe ich sogar Tagebuch geschrieben, da gab es eben noch keine Blogs. Aber ich hätte die Gedanken und Gefühle, die ich meinen Tagebüchern anvertraut habe, niemals öffentlich gestellt. Also so gesehen, war wirklich früher (fast) alles besser 😉
    LG
    Astrid

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