Unsere Pflicht und Schuldigkeit

Üblicherweise erzählt man seinen Kindern und Enkelkindern Geschichten, auf die man irgendwie stolz ist. Heute indes ist ein Tag, an dem wir alles andere als stolz sein können. Denn heute vor 70 Jahren wurde offenbar, welchen Zivilisationsbruch Deutschland begangen hatte. Als sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945 das Konzentrationslager Auschwitz im damals besetzten Polen befreiten, fanden sie noch 7.000 Überlebende vor, 1,1 Millionen Menschen, die meisten von ihnen Juden, waren dort zwischen 1940 und 1945 ermordet worden. Dabei können die Zahlen nicht im Geringsten das Ausmaß der Gräueltaten der Nationalsozialisten beschreiben, denen insgesamt Millionen von Menschen zum Opfer fielen. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als an diesem Tag – und nicht nur an diesem – die Erinnerung wach zu halten und dafür zu sorgen, dass sich Ähnliches nicht wiederholt – weder in Deutschland, noch sonst wo in der Welt. Insofern ist es eine Schande, dass Juden in Deutschland wieder angepöbelt, bedroht oder angegriffen werden. Und es ist eine Schande, dass sich Ausländer in Teilen unseres Landes nicht mehr sicher fühlen und auswandern wollen. Der Holocaust-Überlebende und polnische Journalist Marian Turski hat es mit seinem Satz auf den Punkt gebracht: Wenn heute jemand einen Juden, Bosnier, Türken, Israeli, Moslem oder Christen demütigt, ist es so, als beginne Auschwitz von Neuem. Was soll ich sagen? Es ist unsere Aufgabe, diesem Spuk ein Ende zu machen und Bewegungen bzw. Parteien wie Pegida, AfD und Co. den Nährboden zu entziehen. Das ist sicher die Pflicht der Politik. Aber es ist auch unser aller Schuldigkeit. Denn wie anders wollen wir die Geschichte unseren Kindern und Enkeln erzählen …

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik von Opa. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.

2 Gedanken zu „Unsere Pflicht und Schuldigkeit

  1. Lieber Opa, klasse, wie Sie den Mix zwischen traurigen, ernsten und lustigen Geschichten hinbekommen. Der post heute macht wieder sehr nachdenklich… LG von Bloggerin zu Blogger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.