Wieder nach Hause, nach Berlin

Es gibt Geschichten, die sind so unglaublich, dass man zuweilen denkt: Das gibt’s doch gar nicht! Wer hat sich das nur ausgedacht? Meistens sind das dann aber Geschichten, die tatsächlich und genau so passiert sind. Genau so verhält es sich mit der Berliner Friedensuhr, die am 9. November 1989 entstanden ist. An diesem Tag präsentierte der Juwelier Jens Lorenz eine von ihm entworfene Uhr, die mit ihrem Uhrwerk aus einem westfälischen Benediktiner-Kloster fast drei Meter hoch und 2,5 Tonnen schwer ist. Die Uhr trägt die Inschrift „Zeit sprengt alle Mauern“ und sollte damit ursprünglich ein Zeichen der Hoffnung auf die endliche Überwindung der Teilung der Welt in “Ost” und “West” sein. Mitten in die Präsentation der Uhr platzte die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer und machte sie damit zur Zeitzeugin ihres eigenen Anliegens. Seitdem haben Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, George Bush sen. oder Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa für ihre Verdienste eine Replik der Uhr erhalten. Seit 2003 wird die Uhr als Friedenspreis vom Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit als Friedenspreis verliehen. Im 25. Jahr ihres Bestehens ist die Berliner Friedensuhr nun an Ulrike Poppe und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen verliehen worden. „Die heutige brandenburgische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur steht wie kaum ein anderes Mitglied der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung der ehemaligen DDR dafür, wie man gewaltfrei Mauern niederreißt“, heißt es in der Begründung des Kuratoriums. Dabei habe sie sich auch durch schlimmste Repressalien nicht von ihrem friedlichen Weg abbringen lassen. „Die Gedenkstätte Hohenschönhausen, die zu DDR-Zeiten die zentrale Untersuchungshaftanstalt der DDR war und in der Ulrike Poppe selbst inhaftiert wurde, überwindet durch ihre tägliche Arbeit gleichsam die früheren Gefängnismauern, hinter denen die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, und reißt sie nachträglich nieder und rehabilitiert die Opfer“, so das Kuratorium weiter. Was soll ich sagen? Es war eine gute Entscheidung, nach der Internationalität der vergangenen Jahre in diesem Jubiläumsjahr mit der gemeinschaftlichen Preisvergabe sozusagen wieder nach Hause, nach Berlin zu kommen. Schon die alten Chinesen wussten: Willst du die Welt verändern, gehe dreimal durch dein eigenes Haus.

Berliner FriedensuhrDas Original: Die Berliner Friedensuhr, die in der Stunde ihrer “Geburt” am 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer Zeitzeugin ihres eigenen Anliegens wurde.

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Ein Gedanke zu „Wieder nach Hause, nach Berlin

  1. Es war eine Preisverleihung, die nicht allein die Preisträger angemessen
    gewürdigt, sondern auch die aktuelle Politik in den Fokus gestellt hat.
    Ulrike Poppes und ganz besonders Hubertus Knabes Ausführungen konnten den Zuhörern vermitteln, was die Verfolgten des SED-Regimes empfinden anlässlich der Nominierung von Ramelow zum Ministerpräsidenten in Thüringen.
    Schade und auch beschämend, dass sich die aktuelle Heute Show so wenig differenziert und kleinmütig gibt. Wie wurde doch Wolf Biermann gefeiert, als er auf die Traditionen von gewählten Volksvertretern hinwies und nun wird tatsächlich durch die SPD dieser Ministerpräsident installiert. Jedem, der dies befürwortet, empfehle ich einen Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen und das Gespräch mit den Betroffenen. Die Zeit des Unrechts ist ncht überholt und vergessen und wir alle sind immer noch aufgefordert, Stellung zu beziehen für das Recht und auch für die Opfer, die sich sicher fühlen sollten angesichts unserer Unterstützung.

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