Ehe kein Auslaufmodell

Könnte eine Partei, eine Person oder eine Idee eine Zustimmungsquote von 70 Prozent auf sich vereinigen, würden vermutlich die Sektkorken knallen und die Protagonisten vor Kraft kaum laufen können. Anders verhält es sich leider, wenn es um das Themenspektrum Ehe und Familie geht. Die Zahlen, von denen hier die Rede ist, hat jetzt das Statistische Bundesamt veröffentlicht: Danach waren im Jahr 2013 in Deutschland 70 % der insgesamt knapp 8,1 Millionen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind Ehepaare. Der Anteil der alleinerziehenden Mütter und Väter an allen Familien betrug 20 %. Die restlichen 10 % entfielen auf nichteheliche oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Soweit die Statistik. Für die einen ist sie der Beleg für einen Trend zur von der Ehe emanzipierten Familie und damit für einen Bedeutungsverlust der Ehe. Für die anderen bedeutet sie, dass die Ehe nach wie vor die wichtigste Familienform ist. Wie dem auch sei, weltweit stehen Ehe und Familie rechtlich unter Schutz. “Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat”, heißt es in Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. In Artikel 23 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte steht eingangs: “(1) Die Familie ist die natürliche Kernzelle der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat. (2) Das Recht von Mann und Frau, im heiratsfähigen Alter eine Ehe einzugehen und eine Familie zu gründen, wird anerkannt.” Wie die Charta der Grundrechte der Europäischen Union schützt auch das Grundgesetz in Deutschland Ehe und Familie: “Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung”, heißt es in Artikel 6. Die Wertschätzung von Ehe und Familie, die in den verschiedenen Normen zum Ausdruck kommt, kommt nicht von ungefähr. So sehen deren Autoren in der Familie das ideale Umfeld für das gedeihliche Aufwachsen von Kindern, ohne die keine Gesellschaft dauerhaft eine Zukunft hat. Und der Ehe kommt als Vorstufe zur Familie dabei mehr oder weniger die Funktion der Keimzelle des Gemeinwesens zu. Was soll ich sagen? Totgesagt leben bekanntlich länger. Und so wird es vermutlich noch eine ziemlich lange Zeit dauern, bis das Institut Ehe ausgedient hat – wenn es überhaupt so weit kommt. Opa glaubt eher, dass die Ehe kein Auslaufmodell ist.

Ein Gedanke zu „Ehe kein Auslaufmodell

  1. Ich selbst stelle immer wieder fest, dass es weniger Ehen geführt werden und die Menschen sich immer mehr nach Freiheit sehnen. Ich finde es grausam und hoffe, dass es nicht noch extremer wird in der Zukunft. Ein Kind braucht einen Papa und Mama an der Seite, um auf das Leben gut vorbereit zu werden. Ein Kind, was keinen Familienleben kennt, wird vermutlich später auch keins führen können.

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