Krankenhaus, Tag 1

So eine Aufnahme im Krankenhaus ist immer wieder eine Erfahrung der besonderen Art. Wie viele Bäume in Form von Papier für einen einzelnen Patienten dabei ihr Leben lassen müssen, ist unvorstellbar. Darüber hinaus habe ich so viele Unterschriften geleistet, dass ich mir fast wie ein Superstar bei der Autogrammstunde vorkam. Wenn man den bürokratischen Verwaltungswust überstanden hat, ist die Anamnese dran. Vermutlich ist es der berechtigte Wunsch nach juristischer Absicherung, der dazu führt, dass wirklich fast jeder so ziemlich alles über einen wissen will. Und da kamen einige Gesprächspartner zusammen: Gespräch mit der Stationsschwester inklusive Blutdruckmessung und Blutentnahme, Gespräch mit dem Stationsarzt, Gespräch mit dem Chefarzt, Lungenfunktionstest, EKG, Echokardiographie, Röntgen, Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten, Aufklärungsgespräch mit einer Neurochirurgin und, ach ich weiß auch nicht mehr, irgendwas habe ich sicher noch vergessen. Zwischendurch kam dann noch ein guter Geist, der nach eigener Aussage „für das leibliche Wohl der Patienten zuständig“ ist, und fragte die Essenswünsche für die nächsten Tage ab – dazu übrigens am Samstag mehr, dann gibt es Küchengerüchte zum Thema Krankenhausküche. Doch zurück zur Aufnahmeprozedur: Irgendwie hatte ich insgesamt den Eindruck, dass Krankenhausmitarbeiter heute freundlicher sind als früher, wenngleich ich äußerst selten negative Erfahrungen bei meinen diversen Krankenhausaufenthalten gemacht habe. Auch wenn der eine oder andere waschechte Berliner Charmebolzen dabei war, gestaltete sich meine Aufnahme fast wie das Einchecken im Wellness-Hotel, in dem man ein verlängertes Wochenende gebucht hat. Was soll ich sagen? Vielleicht ist es ja mein sonniges Gemüt, das mich das alles so sehen lässt. Oder aber es ist der Hoffnungsschimmer, dass die Schmerzen bald der Vergangenheit angehören. Wie auch immer: Tag 1 im Bundeswehrkrankenhaus habe ich gestern erst einmal gut überstanden. Und jetzt ist gleich der Operationstermin. Die „LMAA“-Tablette (Leck mich am A….) habe ich schon bekommen …

PS: Da ich in den nächsten Tagen nicht sitzen und mich drehen darf, muss Oma die Posts einstellen. Und da ich nicht weiß, wann sie mich besuchen kommt, kann es auch schon mal später am Tag werden. Aber, so nichts völlig Unerwartetes passiert, bleibt es frei nach Paulchen Panther dabei: Keine Frage, ich komm wieder, alle Tage!

5 Gedanken zu „Krankenhaus, Tag 1

  1. Pingback: Gerüchteküche-Küchengerüchte | Opas Blog

  2. Tippe auf beides: Sonniges Gemüt und die Hoffnung, dass die Schmerzen schnell nachlassen. Ich war auch mal ein einem BWK und hab gemischte Erfahrungen gemacht. Sehr langes Warten bei der Aufnahme und als es ums Haare waschen ein paar Tage nach der OP ging (es war eine OP am Kopf), habe ich der “Schwester” die Info des Arztes weitergegeben, dass kein Wasser an die Wunde soll. Ihre Antwort “Ist mir egal.”

    Alles Gute für die OP und schnelle Erholung.

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