Als „Grüßauguste“ verspottet

Oma und Opa sind ganz stolz: Unser ältester Enkel wird in diesem Jahr eingeschult. Seinen Schulrucksack, in dem er seine Bücher verstauen und mit sich herumschleppen kann, hat er schon. Was jetzt noch fehlt, sind – man mag es ja gar nicht laut sagen – die Lehrer. Denn in diesem Jahr müssen rund 1.000 Lehrerstellen in den Grundschulen besetzt werden, für die es aber nur 175 Referendare gibt, die adäquat ausgebildet sind. Und bis 2017/18 werden 3.750 neue Grundschullehrer benötigt. Das wusste man in der Schulverwaltung schon 2013, wie aus der Antwort des SPD-Bildungsstaatssekretärs Mark Rackels auf eine entsprechende Anfrage hervorgeht. Doch getan wurde nichts. Dabei hatte sich die Große Koalition viel vorgenommen, wie ein Blick in den Koalitionsvertrag zeigt: „Frei werdende Lehrerstellen werden im Rahmen der 100-prozentigen Ausstattung weiterhin in vollem Umfang umgehend nachbesetzt. … Die wichtigste Voraussetzung für guten Unterricht sind gut und in ausreichender Anzahl ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer“, heißt es da unter anderem. Gelesen scheint das die zuständige Senatorin allerdings nicht zu haben. Denn reagiert auf die Warnung hat Sandra Scheeres nicht. Was soll ich sagen? Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft. Doch die wird in Berlin gerade – nicht nur fahrlässig, sondern vorsätzlich – verspielt. Vor diesem Hintergrund ist Scheeres noch gut bedient, wenn sie in der Presse nur als „Grüßauguste“ verspottet wird.

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