Schwer was los im Frauenknast

Für Kinder sind Gefängnisse irgendwie gruselig. Das ist bei unseren Enkeln nicht anders, die aber dennoch unbedingt mal in ein Gefängnis wollten – ohne Übernachtung versteht sich. Als Opa ihnen dann anbot, ein solches zu besuchen, waren sie sofort Feuer und Flamme, auch wenn es sich „nur“ um das ehemalige Frauengefängnis in Berlin-Lichterfelde handelt. Das hatte am Wochenende seine Nachbarschaft zum Sommerfest eingeladen, um zu zeigen, was da für die Zukunft geplant ist: Eine musisch-kreative Denkfabrik – mit bildender Kunst, Theater und Musik, Eventgastronomie inbegriffen. Treibende Kraft im Ex-Frauenknast ist Jochen Hahn, der Erfahrung damit hat, entwidmete Immobilien in Kulturstätten zu verwandeln. Und von Kunst und Kultur versteht er auch noch was. So war es denn kein Wunder, dass sich an diesem Samstag in den Räumen und auf dem Hof Künstler und Kunstliebhaber ein Stelldichein gaben – und eben auch unsere Enkel, die besonders vom Innenleben, das in bemerkenswert gutem Zustand ist, fasziniert waren. Was soll ich sagen? Wenn dort künftig auch so ein Betrieb herrscht wie beim Sommerfest, dann muss einem um die Zkunft dieses Ortes nicht Bange sein.

IMG_3092Schwer was los im Frauenknast: Dort soll eine musisch-kreative Denkfabrik entstehen.

Ein Gedanke zu „Schwer was los im Frauenknast

  1. Ich glaube, dass in Deinem Bericht ein großes Stück Chance auf Reintegration der Häftlinge liegen kann. Die Häftlinge dürfen nicht sich selbst und irgendwelchen Mithäftlingen überlassen werden, die in ihrer Situation nur noch krummere Wege einschlage als die, die sie ins Kittchen gebracht haben. Es geht um psychosoziale Bildung, es geht um Bildung allgemein. Gib diesen Menschen eine Chance, einen Beruf zu lernen, auszuüben, Wert für sich festzustellen.
    Wichtig ist, dass auf diese Häftlinge ein Auge geworfen wird, dass sie betreut werden. Nicht die “Dutschi-Dutschi-Welle”, sondern fordernd und fördernd. Jedenfalls nicht so wie hier in München, wo Mme. Tschäpe im Knast noch Möglichkeiten findet, Mithäftlingen aufzumischen, aufzuwiegeln, ohne dass ihr irgendeiner die Schranken aufzeigt. Das geht gar nicht.

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