Ab und zu “cool”

Der Schock war groß und saß zunächst tief. Am Montag habe ich meine Rente beantragt. Dabei kam ich mir in den Räumlichkeiten der Deutschen Rentenversicherung ziemlich deplatziert vor. Jedenfalls fühlte ich mich alles andere als ein Rentner. So langsam habe ich mich erholt, weiß aber immer noch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll, dass ich demnächst Ermäßigungen verlangen darf, wenn ich ins Kino gehe, ins Theater oder in Ausstellungen. Irgendwie sagt mir mein Kopf etwas anderes als das Geburtsdatum meines Ausweises. Der heutige Aufmacher in der Online-Ausgabe der Welt hat mich zumindest ein wenig beruhigt. Stand da doch zu lesen: „Karriere, Liebe, Spaß: Auch für Ältere lohnt es sich, Neues zu wagen.“ Allerdings geht es in dem Artikel mehr um die Generation 50 plus als um die von 65 plus. Und so Sätze wie „Der Greis bleibt mit viel Mühe heißt“ waren letztlich auch nicht dazu angetan, mich mental aufzurichten. Und wenn „50 angeblich das neue 40 ist“, ist dann 65 das neue 55? Fragen über Fragen, die auch nicht viel weiter helfen. Einen Lichtblick aber gibt es: Donald Trump. Dieser „Idiot“ bzw. „Trottel“, wie Vertraute und Berater des US-Präsidenten ihn nennen, hat sich jetzt als „stabiles Genie“ geoutet. Was soll ich sagen? Also, wenn der 71-Jährige ein „stabiles Genie“ ist, dann ist Opa … Ja, was eigentlich? Auch wenn es vermutlich die meisten am liebsten heiß mögen, bin ich schon sehr zufrieden damit, dass mich meine Enkel ab und zu „cool“ finden. Wenn das nichts ist …

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