Icke, dette, kieke mal …

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, schreibt Zwiebelfisch-Autor Bastian Sick. Doch man gewöhnt sich ja an allem, auch am Dativ – heißt es. Dennoch tun sich Oma und Opa da ein wenig schwer, zumal unsere Enkel erste Anzeichen der Berlinischen Grammatik erkennen lassen. Den Unterschied von „mir“ und „mich“ kennen sie (noch). Auch „wegen die Hitze“ gehört nicht gerade zu ihrem Grundwortschatz. Aber die neuerdings gebräuchlichen „drinne“ und „ebent“ tun Oma und Opa regelrecht in den Ohren weh. Da sind wir auch ziemlich konsequent und korrigieren sie jedes Mal. Fehlt nur noch, dass sie „jetzte“ auch noch mit „icke“ und „ditte“ anfangen. Defintiv Schluss mit lustig wäre aber, wenn einer der beiden der „Oma seine Haare“ raushaut. Was soll ich sagen? Lang lebe Zille: Icke, dette, kieke mal, Oogen, Fleesch und Beene – nein, mein Kind so heißt das nicht, Augen, Fleisch und Beine.

Ein Gedanke zu „Icke, dette, kieke mal …

  1. oh, wie kann ich gut nachfühlen, was Sie bei Verfassen Ihrer Zeilen so empfunden haben. “Der Duden ist nichts Statisches”, so lehrte mich mal vor einigen Jahren der Stellv. Schulleiter des Gymnasiums meiner Töchter, der zugleich Fachschaftsvorsitzender “Deutsch” war. Hintergrund war mein Aufjaulen, als eben dieser Fachmann den Komparativ so bog, dass es mir im Hirn splitterte und krachte: “der ist viel größer wie der”… Ich blieb völlig ungebildet zurück, als er mir sagte, dass heute der Komparativ genauso gut mit “wie” herausgestellt werden könne. Dh. unsere Spracherziehung ist völlig beliebig. Dh noch mahr: Kinna, machd´doch wat ihr wolld. Zumindest wundert mich nun auch nicht mehr, warum so viele Journalisten in anspruchsvollen Zeitungen wie der ZEIT, formulieren, als wollten diese einfach nur provozieren. Armes Deutschland, vergessene Muttersprache!

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