Nachhaltige Spuren

Bei unserem jüngsten Besuch in Münster hatte Opa ein richtiges Aha-Erlebnis. Als unsere Freunde uns einer ihrer Bekannten vorstellte, sagte diese zu mir: „Sie kenne ich doch!“ Ich guckte etwas verdutzt, zumal ich die gute Frau gedanklich überhaupt nicht unterbringen konnte. Beim Versuch, eine Antwort auf diese offene Frage zu finden, kam relativ schnell zur Sprache, dass ich in der westfälischen Universitätsstadt einmal bei der örtlichen Zeitung, den Westfälischen Nachrichten, gearbeitet hatte, während sie Europaabgeordnete gewesen war. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich verantwortete nämlich dort damals eine einmal wöchentlich erscheinende Europa-Seite, was in der Bundesrepublik zu diesem Zeitpunkt einmalig war. Vor allem aber muss das bei Gabriele Peus-Bispinck, wie die ehemalige Abgeordenete heißt, so viel Eindruck gemacht haben, dass sie sich so gut an mich erinnern konnte. Was soll ich sagen? So etwas tut richtig gut. Jedenfalls scheint eine Zeitung von gestern nicht nur zum Fischeeinwickeln zu taugen, sondern hinterlässt zuweilen auch nachhaltige Spuren.

Omas Urteil etwas milder

Dieser Tage ist mir ein Buch auf den Tisch geflattert, das gerade erschienen und für Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren gedacht ist: Mein Berlin-Buch lautet der Titel und soll ein, wie es heißt, „Wissensspaß für schlaue Kinder“ sein. Da ich altersbedingt ganz sicher nicht zur Zielgruppe zähle, soll ich die 128 Seiten wohl besprechen. Nun denn, fangen wir an: Gegliedert ist der Inhalt durchaus kindgerecht und umfasst neun Kapitel: Landschaft – Bevölkerung – Essen und Trinken – Wohnen – Schule und Arbeit – Feste, Spiele, Mode – Musik und Kultur – Sport – Anhang, mit durchaus interessanten Einzelheiten. Gespickt ist das Buch mit Tipps des Kindermagazins ZEIT LEO sowie Ausflugtipps wie „Auf ins Museumsdorf Düppel!“ oder „Ab ins Deutsche Technikmuseum Berlin“. Sicherlich keine schlechte Wahl für Kinder in der anvisierten Altersgruppe, die aber vermutlich auch interessiert hätte, wie man dort auch noch hinkommen könnte. Aber von dem öffentlichen Nahverkehr in Berlin, der europaweit seinesgleichen sucht, keine Spur. Berliner Verkehrsbetriebe und S-Bahn, über die man ganz gewiss auch trefflich schimpfen könnte, finden nicht statt. Dafür aber haben es Peek & Cloppenburg sowie die Modemacher Guido Maria Kretschmer und Michael Michalsky geschafft, mit dem Thema Mode sage und schreibe vier Seiten zu füllen. Ob das die Kids in dem Alter wirklich interessiert? Das Kapitel Feste, Spiele, Mode hat es überhaupt in sich. Da wird beispielsweise die Frage „Wie ist Weihnachten in Berlin?“ wie folgt beantwortet: „Weihnachten ist das Fest der Christen. In der Weihnachtszeit verändert sich die Stadt: Es glitzert und glänzt überall. Berlin hat mit mehr als 80 Weihnachtsmärkten die meisten in ganz Europa. Kurz bevor die ersten Türen des Adventskalenders geöffnet werden dürfen, sind die Marktstände schon bereit. Diese Tradition gibt es seit dem späten Mittelalter. Damals deckten sich die Menschen vor dem Winter mit allen notwendigen Waren ein, um über die kalte Jahreszeit zu kommen. Später kamen Verkaufsstände mit Weihnachtsgeschenken hinzu. Die Tradition des Schenkens begann bereits vor 2.000 Jahren bei den Römern und wurde von den Christen fortgesetzt. Weihnachten als Familienfest entstand erst nach 1900.“ Über die Qualität der Antwort mag jeder für sich urteilen. Aber mit Weihnachten war’s das dann auch schon, kein einziges Wort von Jesu Geburt. Und auch auf die beiden anderen großen Feste der immerhin über eine Million Christen in der Stadt, Ostern und Pfingsten, fehlt jeder Hinweis. Da haben es die rund 11.000 Mitglieder der jüdischen Gemeinde und die zirka 250.000 Menschen muslimischen Glaubens es besser getroffen. Ihre Religionen werden immerhin auf drei Seiten dargestellt und beschrieben, was in keinster Weise gegen Juden oder Muslime spricht, sondern in diesem Kontext nur irgendwie nicht ins Verhältnis passt. Zumindest erfahren wissbegierige Jungen und Mädchen, was es mit den Hugenotten auf sich hat und was Protestanten sind. Ich will das Buch wirklich nicht schlecht machen. Gemeinsam mit Eltern oder Großeltern werden einige Kinder sicher Honig aus den Zeilen saugen können. Auch die eine oder andere Lehrkraft wird vielleicht für den Unterricht inspieriert. Aber ob Aufmachung und Layout die heute doch medial verwöhnten Kinder ansprechen werden, darf zumindest hinterfragt werden. Und was die inhaltlichen Schwachstellen betrifft, ist hier beileibe nicht alles erwähnt. Dabei ist es schon eine Leistung, in einem Buch über Berlin ohne das Wort Kiez auszukommen. Was soll ich sagen? Vielleicht bin ich ja mal wieder zu anspruchsvoll. Omas Urteil zumindest ist etwas milder: „Im Großen und Ganzen ist das Buch schon okay.“

                                                                                   Eva Boos, Dorothee Fleischmann, Anne Bernhardi, Mein Berlin-Buch                        emons:, Köln, 128 Seiten, 2017, 16,95 Euro, ISBN 978-3-7408-0098-7

Keine gute Werbung

Opa war eigentlich ganz happy mit seiner Uhr, die er sich im Februar gekauft hatte. Denn, so verspricht Lilienthal Berlin ja auch auf seiner Homepage, „dass die L1 nicht nur stets verlässlich die Zeiten deutet – sondern auch, dass sie mit einem guten Gefühl getragen werden kann.“ Das war auch so, bis heute. Denn letzte Woche kam eine E-Mail von dem Uhrenhersteller mit der Bitte, doch an einer Umfrage teilzunehmen. „25-Euro-Gutschein und Gewinnchance für deine Meinung“, hieß es dazu im Betreff, was Opa insofern entgegenkam, als er sich ohnehin noch ein schwarzes Armband zulegen wollte. Das hatte er nämlich damals beim Kauf irgendwie verpennt, obwohl es auch da einen Gutschein gegeben hatte. Als Opa nun zum Kauf schreiten wollte, wurde er insofern überrascht, als es plötzlich hieß: „Der Mindestumsatz für diesen Gutschein beträgt 90 €.“ Das scheint offensichtlich auch anderen Teilnehmern der Umfrage übel aufgestoßen zu sein. Denn bei einem Anruf bei Lilienthal Berlin bestätigte eine freundliche Dame, dass Opa nicht der erste Anrufer in dieser Sache sei. Statt aber das Thema jetzt kurzfristig und so schnell wie möglich zu beenden und den Teilnehmern den versprochenen Gutschein zuzugestehen, versucht Lilienthal Berlin sich nunmehr herauszumogeln und bietet ganz großzügig einen Gutschein in Höhe von 15 Euro an. Was soll ich sagen? Es geht wirklich nicht um zehn Euro. Aber das ist genau die Bauernfängerei, die den Menschen so fürchterlich auf die Nerven geht. Wenn diese Uhr so sein soll wie Berlin, ist das keine gute Werbung für die Stadt – und für die Uhrmarke schon gleich gar nicht. Otto Lilienthal, der Namenspate der Marke ist, dürfte sich im Grabe umdrehen.

Keine gute Werbung: Erst Gutschein versprechen, dann Mindestumsatz fordern.

PS: Lilienthal Berlin hat übrigens bei Opa angerufen und angekündigt, man werde noch auf die Kunden zukommen und sich entschuldigen. Man darf gespannt sein, der erste Schritt jedenfalls ging erst mal in die falsche Richtung.

Genussreiches Wochenende

Irgendwie war diese Woche verhext, ich bin zu nichts gekommen. Euphorisiert durch die guten Nachrichten am Montag war ich nur noch mit dem Thema Kochen beschäftigt. Die Kräuter, die sich da auf dem Bild präsentieren, sind schon repräsentativ und versprechen gleichzeitig ein genussreiches Wochenende. Was soll ich sagen? Ich gelobe Besserung und werde nächste Woche blogtechnisch etwas fleißiger sein. Also, ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund …

Woche hat gut angefangen

Die aktuelle Woche hat für Opa, oder sagen wir besser für KINDER | KOCHEN, richtig gut angefangen: Auszeichnung von IN FORM, Freistellungserklärung vom Finanzamt und Tim Raue, der Schirmherr von KINDER | KOCHEN, hat sich auch noch gemeldet. Was das im Einzelnen so alles bedeutet, kann man auf dem Blog von KINDER | KOCHEN nachlesen. Was soll ich sagen? Wenn das nichts ist. So könnte es jede Woche losgehen.

Stein-Kind mit Haaren

Unglaublich, aber wahr: Das Stein-Kind in unserem Garten hat über Nacht Haare bekommen. Die geglätteten Eltern rechts und links sind völlig fassungslos. Was soll ich sagen? Weiter einen schönen ersten April, ein sonniges Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Das Stein-Kind in unserem Garten hat Haare bekommen. Die armen geglätteten Eltern …

Wenn doch alles so einfach wäre

Bislang hat sich Opa damit begnügt, einfache Gartenkresse mittels Kresse-Igel oder Kresse-Schwein anzubauen. Jetzt aber geht’s ab in eine andere Liga. Rock Chives®, Sakura Cress® oder Ghoa Cress® heißen künftig die Sorten, die von Opa hochgezogen werden. Doch zunächst gab es noch ein kleines Problem. Denn für die zehn Kresse-Sorten, die nun der Aufzucht entgegensehen, brauchte es auch verschiedene Aufzuchtschalen, die unserem Haushalt noch fehlten. Alles, was nur irgendwie in Betracht kommen konnte, wurde ausprobiert, erwies sich letztlich aber als nicht geeignet. Da kam Oma auf die Idee, sich einmal die Unterlage der Kresse, die wir jüngst in einem Supermarkt gekauft hatten, näher anzusehen. Und siehe da: Die Samenmatten, auch Cress-Pads genannt, die mit dem von uns in den Niederlanden bestellten Kressesamen mitgeliefert werden, passen exakt in diese Aufzuchtschale. Problem gelöst, dachte Opa. Aber weit gefehlt, selbst umfangreiche Recherchen im Internet brachten uns nicht auf die Spur des Hersteller und damit zur Bezugsquellee. Also rief Opa die Firma an, von der die gekaufte Kresse stammte: Die Gartenbauzentrale Papenburg. Bereits in der Telefonzentrale war die Dame ausgesprochen freundlich und meinte, da könnten die Kollegen sicher helfen. Dann dauerte es einen Moment und es meldete sich Lambert Leffers vom Gärtnereibedarf, den ich fragte, woher die Gartenbauzentrale denn die Schalen bezögen. Da wollte er wissen, wie viele ich denn bräuchte. Als ich etwas von fünf oder sechs erzählte, war er sichtlich amüsiert, da sein Bedarf durch Millionenlieferungen gedeckt wird. Gleichzeitig bot er mir aber an, mir einfach und unkompliziert ein paar Schälchen zu schicken. Und die waren zwei Tage später bereits da. Was soll ich sagen? Ach, wenn doch alles immer so einfach wäre und man nur solchen Menschen begegnen würde …

PS: Wenn wir die Kresse essen, werden wir immer an diese Geschichte denken. Und dass wir im Supermarkt immer mal wieder Kresse von der Gartenbauzentrale Papenburg kaufen werden, versteht sich von selbst.

Diese Aufzuchtschalen schickte uns völlig unkompliziert die Gartenbauzentrale Papenburg, so dass der Kresseanbau mit den exotischen Sorten bei Opa endlich auch losgehen kann.

Erfinder ein richtiger Beruf?

Unseren jüngsten Enkel plagen derzeit wieder einmal Zukunftsüberlegungen. Jedenfalls ist er sich nicht sicher, ob er später einmal Erfinder werden soll, zumal er nicht genau weiß, ob das überhaupt ein richtiger Beruf ist. Als Oma einwandte, dass man auch neben seinem Beruf Erfinder sein könne, wie beispielsweise Deutschlands erster Bundeskanzler Konrad Adenauer, war er zunächst beruhigt, gab dann aber doch zu bedenken, dass die Berufswünsche bei ihm noch ziemlich oft wechselten. Was soll ich sagen? Wahrscheinlich ist es besser, den jungen Mann noch etwas im Unklaren zu lassen. Denn wenn ich ihm jetzt noch erzähle, dass er vermutlich mit dem, was er einmal gelernt haben wird, am Ende seines Berufslebens wie Opa gar nichts mehr zu tun hat – Opa hat mal Jura studiert und ist, nachdem er Journalist war, jetzt Kommunikationsberater – wird er gänzlich verzweifeln. Dass aber aus dem Kurzen mal was Richtiges werden wird, davon sind wir alle überzeugt.

Schutzengeln sei Dank

Manche Eltern, wie übrigens auch manche Großeltern, glauben doch tatsächlich, man könne Kinder unter Kontrolle halten. Dass dies ein Irrglaube ist, wird jeden Tag weltweit bewiesen. Ein kleiner Filmzusammenschnitt, den Opa im Internet entdeckt hat, zeigt dies eindrucksvoll. Dabei ist es schon erstaunlich, wie zielstrebig die Kleinen zu Werke gehen. Was soll ich sagen? Wie gut, dass da offensichtlich immer auch Schutzengel mit unterwegs sind. Ansonsten könnte das mal ins Auge gehen.

Ein dicker Kuss für Oma

Besonders aufmerksame Leser von Opas Blog wissen, was heute für ein Tag ist. Genau: Oma und Opa begehen wieder einmal einen Hochzeitstag. Es ist bereits der 41. und der wird gemeinhin als Birkenhochzeit bezeichnet. Die wird zwar nicht groß gefeiert. Aber wir beide werden es heute etwas ruhiger angehen und das Kaiserwetter genießen. Was soll ich sagen? Das haben wir uns auch verdient. Immerhin haben wir schon einige Stürme überstanden – und werden das hoffentlich auch weiter noch lange tun (können). Ich jedenfalls gebe Oma einen dicken Kuss und sage danke, dass sie es so lange mit mir ausgehalten hat.

Symbol für 41 Ehejahre: Die Birke, über die zu lesen ist: Trotz seiner grazilen Anmutung handelt es sich um ein sehr zähes Gehölz, das auch unter harten Bedingungen überlebt.