Jahrhundertregen in Berlin

Opa hat es diese Woche die Sprache verschlagen. Ein Grund dafür war der Regen, der sich am Donnerstag über Berlin ergossen hat. Die Berliner Wasserbetriebe sprachen von einem „Jahrhundertregen“. Und der hat der Hauptstadt mehr als doppelt so viel Niederschlag beschert wie sonst im ganzen Juni. Wie auch immer: Es gab Szenen auf den Straßen, die man so noch nie gesehen hatte. Da haben sich ganze Straßenzüge in reißen Fluten verwandelt. Autos muteten wie Boote an. Und Fußgänger versanken plötzlich in den Wassermassen, weil sie in offenen Gullis getreten waren. Auch Oma und Opa mussten sich durch die Stadt quälen, was sich allerdings, wenn man so aus dem Fenster schaute, wie eine Bootsfahrt anfühlte. Was soll ich sagen? Da ist in der Tat so manches ins Wasser gefallen.

Wenn die Eltern komisch werden

Oma und Opa haben das längst hinter sich. Ihren Kindern aber steht es noch bevor: Die Zeit, wenn der eigene Nachwuchs in die Pubertät kommt. Es ist zwar noch ein bisschen hin, denn die beiden Buben sind ja erst sechs bzw. sieben Jahre alt. Aber diese Phase kommt gemeinhin schneller, als man denkt. „Pubertät ist, wenn die Eltern komisch werden“, heißt einer der vielen Ratgeber, die den geplagten Eltern Hilfe suggerieren. Doch außer dem, was man ohnehin schon mal gehört hat und insofern zu wissen glaubt, gibt es in den meisten Fällen nicht wirklich Hilfreiches. Vielmehr ist man selbst gefordert, die eigenen Emotionen etwas herunterzufahren und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Denn wenn ein freundliches „Guten Morgen“ von den eigenen Kindern schon als Beleidigung empfunden wird, ist Ruhe erste Elternpflicht. Was soll ich sagen? Das wirkliche Leben ist ja bekannterweise der beste Ratgeber. So las ich jetzt gerade ein Interview mit der deutschen Schauspielerin Maria Simon, deren Sohn, als er in der Pubertät war, einmal zu ihr sagte: „Mama, das geht so nicht. Du musst dich mit mir verändern.“ Wohl wahr. Besser hätte ich das jetzt auch nicht ausdrücken können.

Herr K. hat es nicht leicht!

Opa war in der abgelaufenen Woche teilweise etwas indisponiert. Eine der Hauptbeschäftigungen war insofern Lesen, wobei Opas jüngste Tochter dazu ein geniales Büchlein beigesteuert hat: Der Moderne Mann von Thomas Tuma, ein Journalisten-Kollege, der beim Handelsblatt arbeitet. Dort hat er auch seinen Herrn K. zum Leben erweckt und präsentiert ihn nach wie vor in einer Kolumne. Und Herr K. hat es in der Tat nicht leicht! Ich will ja nicht zu viel verraten. Aber, so steht geschrieben: „Die moderne Lebenswelt bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, denen man(n) sich heute stellen muss. Ein wenig Verständnis von seiner Familie wünscht er sich durchaus, doch seine Frau weiß nicht einmal, womit er sich im Job den lieben langen Tag beschäftigt: Als „Senior-Consultant-Key-Account-Irgendwas“ hat sie ihn einmal im Gespräch mit einer wildfremden Frau angeschickert bei einer Party bezeichnet.“ Dabei will ich es denn auch schon bewenden lassen. Denn: Man muss es selber lesen. Was soll ich sagen? Herr K. wirkt wie ein Spiegel, ein Spiegel unserer Zeit, der auch noch ausgesprochen unterhaltsam  (geschrieben) ist. Wenn es Herrn K. noch nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Insofern: Danke, Herr Kollege. Und meinen Lesern wünsche ich noch ein schönes Wochenende, und bleiben Sie gesund …

                                                                           Thomas Tuma, Der Moderne Mann                                                                               GABAL Verlag, Offenbach, 2016, 120 Seite, 15,00 Euro, ISBN 978-3-86936-728-6

Ein Paket von IN FORM

KINDER | KOCHEN, das Herzensprojekt von Oma und Opa, hat erneut Post von IN FORM bekommen. Die Initiative der Bundesregierung für gesunde Ernährung und mehr Bewegung, die KINDER | KOCHEN ausgezeichnet hatte, hat jetzt noch ein großes Paket geschickt. „Zur Begrüßung und als Dankeschön für Ihr bisheriges Engagement“ gab es alles das, was auf dem Bild zu sehen ist. Was soll ich sagen? Für das Schild, das unsere Auszeichnung dokumentiert, werden wir noch ein ganz spezielles Plätzchen finden, und das Informationsmaterial noch genau studieren. Vor allem gefreut aber haben wir uns über den Kochlöffel und das Seil fürs Seilchenspringen. Allerdings müssen wir auf einer Sache bestehen: Oma und Opa lassen sich ja gerne beim Kochen zuschauen, aber beim Seilchenspringen auf gar keinen Fall.

Dankeschön für das Engagement von KINDER | KOCHEN: Ein Paket von IN FORM.

#WithRefugees: Hoffentlich hilft’s

Der Berg ruft ist ein deutscher Bergsteigerfilm aus den 30er Jahren, der die Ereignisse um die dramatischen Erstbesteigung des Matterhornes zuspitzt und in dem der legendäre Luis Trenker die Hauptrolle spielt. Später wurde der Filmtitel zu einem geflügelten Wort für die Freunde der Berge. Mittlerweile heißt es jedoch, der Berg ruft nicht mehr, sondern er kommt. Denn, die Temperaturen in den Alpen sind im letzten Jahrhundert doppelt so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt, so dass die Gletscher schmelzen und Felsstürze an der Tagesordnung sind. Ungeachtet aller Warnungen hat der Mensch Raubbau an der Natur betrieben, die sich jetzt rächst. Wie ein Déjà-vu wirkt da gerade das weltweite Flüchtlinsgproblem, das heute durch den Weltflüchtlingstag ins allgemeine Bewusstsein gerückt werden soll. Immerhin wird schon seit Jahren auf die Problematik hingewiesen, werden die Fluchtursachen wie Krieg, Hunger und Terror angeprangert. Doch getan hat sich nicht viel, um nicht zu sagen nichts. Man kann es auch anders formulieren: Die Flüchtlinge haben gerufen, vergeblich, jetzt kommen sie – wie der Berg, dessen Rufe ungehört verhallt sind. Was soll ich sagen? Opa beteiligt sich gerne an der Bloggerparade, die anlässlich des Weltflüchtlingstages quer über den Globus unter dem Hashtag #WithRefugees stattfindet. Vielleicht trägt es ja dazu bei, dass die Hilferufe doch noch gehört werden, die des Berges wie die der Flüchtlinge.

Ein Rettungsboot der italienischen Küstenwache nimmt auf dem offenen Meer Flüchtlinge an Bord. Auf der Mittelmeerroute sind nach Schätzungen seit dem Jahr 2000 über 30.000 Menschen ertrunken.                                                                    Foto: UNHCR/A. D‘Amato

Classic Day: Besuch lohnt sich

Oma und Opa dürften wohl zu den älteren Modellen gezählt haben, die heute auf dem Kurfürstendamm in Berlin zu sehen waren. Dort finden gerade die Classic Days Berlin 2017 statt, während der zwischen Olivaer Platz und Joachimsthaler Straße bis morgen Abend noch rund 2.000 Oldtimer zu sehen sind. Unser Enkel war mit seiner Mutter mit von der Partie, kam aber nicht so zum Zuge, wie er sich das erhofft hatte. Der kleine Mann wollte unbedingt einen Lamborghini sehen und im Idealfall einmal hinterm Steuer sitzen. Doch daraus wurde leider nichts – mangels Lamborghini. Dennoch gab es viele schöne Autos zu sehen. Opa war besonders angetan vom einem BMW 507, der zwischen 1956 und 1959 in einer Stückzahl von 252 gebaut wurde. Vor lauter Begeisterung habe ich vergessen, den immerhin noch zugelassenen Wagen zu fotografieren. Was soll ich sagen? Wenn Sie morgen nichts Besseres vorhaben und in der Nähe des Kurfürstendammes in Berlin sind, lohnt sich ein Besuch ganz sicher. Ansonsten: Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Auch wenn er keinen Lamborghini zu Gesicht bekam, war unser Enkel doch beeindruckt. 

Coding Kids und iEnkel

Opa kümmert sich ja bekanntermaßen als Botschafter des Bundesverbandes 50Plus um das Thema „Internet und Senioren“. Ebenso wichtig ist aber auch das Thema „Digitale Bildung“, mit der Kinder an einen verantwortungsbewussten Umgang mit den modernen Medien herangeführt werden. Innerhalb dieses Spannungsbogens gibt es jetzt ein neues Projekt in Berlin, das Kinder, Teenager, Eltern, Großeltern und Pädagogen gleichermaßen ansprechen soll: Coding Kids heißt das Unterfangen, das getragen wird von Anja Horn und Sandra Rexhausen von der Agentur „Einhorn Solutions“ sowie Jakob Schulz, der bis Ende letzten Jahres noch bei der Süddeutschen Zeitung war und seit Januar 2017 Chefredakteur des gleichnamigen Digitalen Magazins ist. Dass dessen Inhalte auch über Facebook und Twitter verbreitet werden, versteht sich von selbst. Aber auch ein Printmagazin soll es geben, dessen Erscheinen allerdings noch in den Sterne steht – Wunschtermin ist laut Schulz der Schulstart nach den Sommerferien im September in Berlin. Und Veranstaltungen sind ebenfalls geplant. „Es muss klar sein, dass die Digitalisierung längst da ist und auch nicht mehr weg geht. Deshalb muss sich unsere Gesellschaft und gerade die Schule mit digitaler Bildung beschäftigen. Es geht dabei um ein gesundes Mittelmaß“, wird Schulz von einem Medienmagazin zitiert und dort von Rexhausen ergänzt: „Coding Kids steht für uns dafür, dass die meisten Menschen noch in den digitalen Kinderschuhen stecken und digital noch viel lernen können.“ Was soll ich sagen? Es ist zu hoffen, dass das Projekt erfolgreich ist und den Machern nicht irgendwann die Luft ausgeht. Denn eines ist klar: Bei diesem Thema heißt es, ganz dicke Bretter zu bohren. Das gilt insbesondere für den Spagat zwischen den ganz Kleinen und den ganz Alten. Aber vielleicht bildet ja gerade der die Brücke zwischen den Generationen, über die dann von beiden Seiten aus digital wie analog gewandelt werden kann. Wie hat es Opa einmal in seinem flammenden Plädoyer für die iEnkel in Men’s Health Dad formuliert: „Nur die Unbefangenheit der ganz Jungen kann die Unsicherheit der Alten überwinden helfen, deren größte Angst es ist, ihre Kinder anrufen und beichten zu müssen: ‚Hilfe, ich habe das Internet gelöscht!‘“

Coding Kids: Screenshot des Digitalmagazins, das unter www.codingkids.de erreichbar ist.

So kann’s bleiben!

Endlich mal wieder ein Wochenende wie aus dem Bilderbuch. Sonne satt und ausgesprochen angenehme Temperaturen, so dass man das Leben nach draußen verlagern konnte. Oma und Opa haben das weidlich ausgenutzt und kleinere Fahrradtouren unternommen, im Garten gewerkelt und unsere Sitzgelegenheit an der Hecke frequentiert. Dabei konnten wir feststellen, dass sich sowohl unsere Peperoni als auch unsere Quitte recht vielversprechend entwickeln. Insofern sind wir guter Hoffnung, im Herbst passable Ernten einzufahren. Was soll ich sagen? So kann’s bleiben. Früher, in einem Anflug von jugendlichem Übermut, hätte ich hinzugefügt: Bis Weihnachten und dann langsam wärmer werden. Jetzt im Alter wird man bescheidener und genügsamer und genießt das Leben, so wie es ist. Viele Menschen wären jedenfalls froh, wenn es ihnen so gut ginge wie Oma und Opa. In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

 Lassen auf eine gute Ernte hoffen: Peperoni und Quitte.

Wer treibt da sein Unwesen?

Irgendein Tier treibt derzeit sein Unwesen in unserem Garten. Grundsätzlich sind ja alle willkommen: Ob Amsel, Drossel, Fink und Star, die ganze Vogelschar wird von uns durchgefüttert, Taube und Eichelhäher inklusive. Auch Maus, Eichhörnchen und Fuchs sind mehr oder weniger gelitten, wenn sie sich denn gut benehmen. Letzterer allerdings gehört zum Kreis der Verdächtigen. Denn jeden Morgen finden wir immerhin etwas größere Gegenstände wie (Garten-)Schuhe oder Kaminholz auf unserem Rasen, die am Abend zuvor noch auf der Terrasse platziert waren. Auch die Meisenkugeln vom Vogelhäuschen liegen plötzlich herum, statt dort zu hängen, wo sie hingehören. Was soll ich sagen? Oma und Opa sind ja gutmütig und wollen niemandem etwas Böses. Aber es nervt irgendwie schon, wenn man jeden Morgen erst den Garten aufräumen muss, ehe der Tag überhaupt so richtig beginnt.

Wie sind die Schuhe auf den Rasen gekommen? Selbst gelaufen sind sie sicherlich nicht.

So Großeltern muss man finden

So Großeltern muss man auch erst einmal finden: Oma und Opa haben sich an diesem verlängerten Wochenende mit ihrer ältesten Tochter und deren Sohn getroffen, um über die Steglitzer Festwoche zu schlendern. Dabei war es alleine mit Schlendern über dieses jährlich rund um Pfingsten stattfindende Volksfest in Berlin nicht getan. Gleich am Eingang lauerte das „ultraschnelle Magic“, von dem sich unserer Ältester unbedingt durch die Lüfte katapultieren lassen wollte. Also musste sich erst einmal Opa erbarmen, damit der Kleine zu seinem Recht kam. Der anschließende Besuch der Autoscooter glich da fast einer Erholung, sieht man einmal von den Karambolagen ab, denen wir vier gleichermaßen und ziemlich häufig ausgesetzt waren. Beim „Fun House Happy Family“ war es dann an Oma, sich mit dem jungen Mann die drei Stockwerke zu erarbeiten, um dann von oben via Rutsche wieder auf den Boden des Alltags zu gelangen.  Was soll ich sagen? Spaß hat es gemacht und Erinnerungen von Oma und Opa geweckt. Mit unseren Kindern haben wir das auch gemacht – und unsere Eltern mit uns. Volksfeste üben doch nach wie vor eine große Faszination auf Kinder wie Erwachsene aus. Allerdings kostet das Ganze mittlerweile fast ein Vermögen, wenn man als Familie so einen Rummel besucht.

 Opa mit seinem ältesten Enkel auf der Steglitzer Festwoche in Berlin.