Schenken, was Fantasie beflügelt

Wenn Sie jetzt noch ein Geschenk für Ihre Kinder oder Enkelkinder suchen, dann sollten Sie darauf achten, dass Sie etwas auswählen, was die Fantasie der Kleinen beflügelt. Denn Kinder haben, obwohl sie sich zuweilen ausgesprochen fantasievoll verhalten, noch keine Fantasie bzw. noch kein Vorstellungsvermögen. Mama und Papa können sich sehr wohl ein Opernhaus vorstellen, ein Kind nicht, wenn es noch keines gesehen hat. Insofern hilft ihnen möglichst einfaches Spielzeug am meisten weiter. Nehmen Sie schlichte Holzbauklötze. Die können alles sein und man kann alles aus ihnen machen. Ich erinnere mich immer wieder an das Weihnachten, als alle Verwandten und Freude entgegen unserer eindringlichen Bitten unsere beiden Töchter mit teurem Spielzeug überschüttet haben. Und womit haben sie gespielt? Mit leeren Joghurtbechern. Was soll ich sagen? Wenn Sie absolut nicht fündig werden, dann schenken Sie Ihren kleinen Lieben wenigstens Ihre Zeit. Denn die brauchen sie noch mehr als alles andere.

Beflügeln die Fantasie von Kindern: Schlichte Holzbauklötze, die alles sein können und aus denen man auch alles machen kann.

Schöne Weihnachtsferien

Für Oma und Opa gab es heute gleich zwei Einladungen aus der Humboldthain-Grundschule in Berlin, in der sie im Rahmen von KINDER | KOCHEN Kochkurse für die sechsten Klassen geben: Zunächst zum Adventskaffee der Kiezwelt, der Schülerzeitung, und dann zur Weihnachtsfeier der Schule selbst, auf der das über 90 Schülerinnen und Schüler zählende Orchester ein Stück aufführte – inspiriert vom Film Die Reise zum Mond. Das alles zu beschreiben, würde diesen Blog hier sprengen. Deshalb nur so viel: Die Kinder waren alle fantastisch. Was soll ich sagen? Oma und Opa wünschen den Kindern und Lehrern schöne Weihnachtsferien, die am Donnerstag beginnen. Sie haben sie sich verdient.

Peinlich, peinlich

Ehe man sich versieht, ist auch schon wieder eine Woche vorbei. Und irgendwie hat man das Gefühl, im Dezember vergeht die Zeit noch schneller, zumal Weihnachten immer so plötzlich vor der Türe steht. Abendtermin jagt Abendtermin, alles – im beruflichen wie privaten Bereich – soll noch schnell vor dem Jahresende erledigt werden, Weihnachtsgeschenke müssen eingekauft, Weihnachtsgrüße verschickt werden, und und und. Kein Wunder, dass man da ins Schleudern kommt. Und Opa ist heuer etwas besonders Peinliches passiert. Bei seinen elektronischen Weihnachtskarten nämlich hat der Fehlerteufel unbarmherzig zugeschlagen und statt des Jahres 2018 noch einmal das Jahr 2017 bemüht. Aber geschehen ist geschehen. Es soll nicht wieder vorkommen. Versprochen. Was soll ich sagen? Man darf sich einfach auch im Dezember nicht ins Bockshorn jagen lassen und sollte mit der nötige Ruhe und Gelassenheit alles nach und nach abarbeiten. Und was nicht geschafft wird, ist dann eben erst nächstes Jahr dran. In diesem Sinne ein ruhiges Adventswochenende und bleiben Sie gesund …

Lost in Translation

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, ließ schon Matthias Claudius seinen Herrn Urian singen. Oma und Opa können dazu jetzt auch ein paar Strophen beitragen. Letztens waren wir nämlich in Holland bei Omas Mutter. Auf der Rückreise passierte uns dann das, was alle Reisende fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Mitten auf der Autobahn gab nämlich unser Wagen seinen Geist auf, rollte noch ein paar hundert Meter, um dann auf dem mit Schnee bedeckten Standstreifen zum Stehen zu kommen. Und es ist schon ein komisches Gefühl, wenn in nicht einmal fünf Metern Abstand die Fahrzeuge mit fast 200 Stundenkilometern an einem vorbeidonnern. Ruhig bleiben, ist da das Beste, was man machen kann. Denn unüberlegte Reaktionen können ziemlich verhängnisvoll sein. Also haben wir erst einmal durchgeatmet und sind dann ziemlich überlegt zu Werke gegangen. Nachdem wir den ADAC, in dem wir Gott sei Dank seit ewigen Zeiten Mitglied sind, informiert hatten, haben wir unsere Warnwesten angelegt, das Warndreieck aufgestellt und uns mit Decke und Frostschutzfolie ausgestattet hinter der Leitplanke in Sicherheit gebracht. Gut eine viertel Stunde später bereits war der Abschleppwagen da, der uns nach Mariental-Dorf brachte, wo es tatsächlich eine Werkstatt gab. Die vermutete dann aufgrund der Hinweise von Opa, dass die Benzinpumpe defekt sei. Damit stand fest: Lost in Translation – jedenfalls im ehemaligen Zonenrandgebiet. Dort hat sich der Inhaber des Autohauses immerhin als guter Geschäftsmann erwiesen. Denn in Mariental-Horst hat er die „Alte Wache“ der ehemaligen Kaserne als Gaststätte und Hotel erworben, in dem wir nun – zumindest auf Kosten des ADAC – übernachten konnten. Die nötige Bettschwere haben wir uns mit einigen Gläsern Primitivo hart erarbeitet. Davon allerdings kam der Kater, der uns am nächsten Morgen voll erwischte, nicht, sondern vielmehr von der Nachricht des Autohauses, das uns mitteilte: „Vor 14.00 Uhr wissen wir noch gar nichts.“ Wenn überhaupt könne es frühestens zwischen 16.00 und 17.00 Uhr weitergehen. Also hatten wir erst einmal Zeit, uns mit Land und Leuten vertraut zu machen. So dauerte es auch nicht lange, bis wir erste Hinweise auf Eigentumswohnungen erhielten, die wir für 1.700 Euro pro Quadratmeter erwerben könnten. Für einen Ort, an dem nach Aussage von Einheimischen „der Hund begraben ist“, kein schlechter Preis. Da wir aber nicht länger als unbedingt nötig bleiben wollten, sind wir nicht näher auf das Angebot eingegangen. Gegen Mittag dann heiterten das Wetter und unsere Laune wieder auf. Denn bei einem neuerlichen Anruf bei der Autowerkstatt hieß es: „Ihr Fahrzeug kommt gerade von der Probefahrt zurück. Es kann also weitergehen.“ Was soll ich sagen? Nachdem sich die Rechnung einigermaßen in Grenzen hielt und wir ansonsten wohlbehalten wieder daheim angekommen sind, können wir sagen: Nochmal mit dem Schrecken davongekommen. Der hat allerdings – mit einigen anderen Hiobsbotschaften kombiniert – so lange angehalten, dass ich erst heute wieder schreibfähig war. Aber: Ende gut, alles gut.

Dumm gelaufen: Da standen wir und steckten fest – die Ausfahrt Helmstedt in Sichtweite.

Die schönste Zeit des Jahres

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt … Am Sonntag ist es wieder soweit: Für Oma und Opa beginnt die schönste Zeit des Jahres. Ein erster Vorbote und untrügliches Zeichen ist unsere Minitaurbude des Nürnberger Christkindlesmarkt, die immer schon in der Woche vor dem ersten Advent aufgebaut wird. Die Bude hat noch der Großvater von Opa selbst gezimmert und wird seitdem Jahr für Jahr aufgebaut und geschmückt. Im Laufe der Zeit wurde zwar die Lichttechnik erneuert. Aber der Charme dieser Bude ist immer gleich geblieben. Jedenfalls stehen alle Kinder, die bei uns zu Besuch sind, immer mit glänzenden Augen davor und würden am liebsten damit spielen. Das können sie allerdings nur mit Opas Krippe tun, die er eigens dafür gebaut hat. Auch sie steht schon wieder am angestammten Platz. Was soll ich sagen? … erst ein, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. Unsere Enkel würden jetzt ergänzen: Und wenn die fünfte Kerze brennt, dann hast du Weihnachten verpennt! Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Nur zum Anschauen: Die Chrsitkindlesmarkt-Bude (oben), die noch von Opas Großvater stammt. Mit Opas Krippe, die dieser eigens dafür gebaut hat, dürfen die Kinder spielen.

Buddy Bären wieder in Berlin

“Wir müssen uns besser kennenlernen, dann können wir uns besser verstehen, mehr vertrauen und besser zusammenleben.” Unter diesem Motto werben die United Buddy Bears auf ihrer Welttournee für ein friedliches Zusammenleben. Die rund 140 Buddy Bären repräsentieren ebenso viele von den Vereinten Nationen anerkannte Länder. Seit ihrer ersten Ausstellung 2002 in Berlin haben weltweit bereits über 40 Millionen Besucher die zwei Meter großen Bären bewundern können. Jetzt sind sie wieder in Berlin. In der anstehenden Weihnachtszeit möchten sie die Berliner und ihre Gäste aus aller Welt erfreuen. Die eintrittsfreie Ausstellung der künstlerisch gestalteten Bären wird vom 1. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 auf dem Walter-Benjamin-Platz, nahe des Kurfürstendamms zu sehen sein. Was soll ich sagen? Berlin zeigt sich mit dieser Ausstellung einmal mehr als weltoffene Hauptstadt für Toleranz, friedliches Miteinander und Völkerverständigung. Wer einen Koffer hier hat: Herkommen und hingehen.

Sind ab 1. Dezember 2017 für einen Monat wieder in Berlin: Die 140 United Buddy Bears.

35 Euro Bußgeld für Pause

Eigentlich wollte ich nur schnell noch einen schönen Sonntagabend wünschen. Doch kurz bevor ich auf die Seite von Opas Blog wechselte, stieß ich auf eine Meldung in der Newsübersicht, die mir die Sprache verschlug – die Überschrift: Rentner sitzt an Haltestelle – nun soll er Bußgeld bezahlen. Was war passiert? Ein 85-jähriger Demenzkranker hat sich für acht Minuten an der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz am Hauptbahnhof in Düsseldorf ausgeruht, nun soll er an die Stadt ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro bezahlen. In dem Bußgeldbescheid heißt der direkte Vorwurf: „Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz.“ Was soll ich sagen? Nach Rückfragen. von Medien muss der Mann das Bußgeld nun doch nicht zahlen. Aber die Erklärung einer Sprecherin macht die Sache auch nicht besser. Denn die vermutete, dass den Kontrolleuren eventuell nicht klar gewesen sei , dass der Mann wirklich nur eine Pause gebraucht habe: „Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären“, so Dame wörtlich. Na, wenn das so ist, dann ist ja alles gut …??? Oder??? Nein!!! Überhaupt nicht. Es ist tieftraurig, dass es so etwas in Deutschland 2017 überhaupt gibt. Trotzdem, einen schönen Sonntag noch …

Anders – und doch sehr ähnlich

Elefanten haben wenig Ähnlichkeit mit dem Menschen. Und doch sind sie uns in vielerlei Hinsicht ähnlich. Wie wir lieben sie körperliche Nähe und können große Empathie aufbringen. Auch Quilombo, ein kleiner Elefant, um den es hier geht, scheint, so schmutzig und verlassen er daherkommt, ganz fremd und anders zu sein. Doch bei näherem Hinsehen ist er genau so wie alle Kinder dieser Welt. Jedenfalls hat er seinen eigenen Kopf und will genau das Gegenteil von dem, was er gerade soll. Baden – auf gar keinen Fall, Zähne putzen – iiiiiiih, schlafen gehen – nicht ohne Geschichte. Insofern eignet sich dieser kleine Kerl natürlich bestens, selbst zur Geschichte zu werden, die sich in dem gleichnamigen Büchlein wiederfindet: Quilombo, der kleine, schmutzige Elefant. Was soll ich sagen? Daphne Vloumidi, die diese von Anna Georgiadou illustrierte Geschichte verfasst hat, verarbeitet damit ihre Erlebnisse auf Lesbos, als ihre Insel zum Zufluchtsort für viele tausend Flüchtlinge wurde. Insofern ist es nicht nur ein zauberhaftes Kinderbuch, sondern der Versuch, ihre Erlebnisse und Erfahrungen aufzuarbeiten. Sie hat das sehr liebevoll getan und für Kinder verständlich, ohne sie mit dem grausamen Alltag zu überfordern. Selbst kleine Kinder können das nachvollziehen, um was es hier geht. Etwas anderes wollen, heißt ebensowenig anders zu sein wie anders auszusehen. Über vamos kann man das Büchlein jetzt beziehen und damit die Arbeit von Daphne Vloumidi für Flüchtlinge unterstützen. Wer sich über ihre Arbeit informieren und ihr direkt helfen will, wird unter www.Odysseas.at fündig. Sie hat es sicher verdient.

                                                                      Liebevoll geschrieben und gestaltet: Quilombo, der kleine, schmutzige Elefant.

So verlogen kann Politik sein

Wie man es macht, ist es verkehrt. „Die FDP ist und bleibt eine Umfallerpartei“, überschrieb die Welt noch am 19. September dieses Jahres einen Kommentar, in dem es wörtlich hieß: „Zu Konrad Adenauers Zeiten wurde der FDP von der kritischen Öffentlichkeit das Etikett ,Umfallerpartei’ verpasst. Es stempelte sie dauerhaft als eine Schar von Opportunisten ab, die bereit seien, für ein paar Ministerposten ihre liberalen Prinzipien über Bord zu werfen. Diesen historischen Makel würde die frisch renovierte liberale Partei unter Führung ihres agilen, allgegenwärtigen Vorsitzenden Christian Lindner heute nur zu gerne endgültig vergessen machen.“ Anlass dieses Textes war eine Äußerung Lindners, in dem er dafür plädierte, „das Problem der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland fürs Erste ,einzukapseln’ und diese als ,dauerhaftes Provisorium’ hinzunehmen, um Putin ,gesichtswahrende’ Auswege aus der Konfrontation mit dem Westen zu ermöglichen“, wie es die Welt wohl treffend zusammenfasste und das dann so bewertete: „In einer essenziellen Frage hat ihr Vorsitzender persönlich dem alten Stereotyp von den chronischen Umfallern neues Leben eingehaucht – und ihn sogar noch in eine neue Dimension gesteigert. Denn anders als seine Vorläufer ist Lindner nicht erst nach, sondern bereits vor der Wahl umgefallen.“ Nun kann man die Russland-Äußerung Lindners sicherlich kritisch bewerten und das Thema anders sehen. Doch die Art und Weise, in der damals und auch wieder jetzt über den FDP-Chef hergefallen wurde bzw. wird, nachdem dieser die Sondierungsgespräche für seine Partei beendet hat, ist schon bemerkenswert. Es sind vor allem diejenigen, die die Freien Demokraten schon immer als machtgeile, postenversessene und vaterlandslose Gesellen verteufelt und am liebsten in die politische Hölle verdämmt haben, die sich nunmehr ob der klaren Kante, die die Liberalen gezeigt haben, so empören und Lindner, Kubicki und Co. staatspolitische Verantwortungslosigkeit attestieren. Dass ausgerechten die Genossen von der SPD am lautesten in diesen Chor mit einstimmen, nachdem sie sich am 24. September nur Minuten nach Schließung der Wahllokale in die Oppositionsbüsche verpieselt haben, setzt dem Ganzen nur noch die Krone auf. So verlogen kann Politik sein. Wer am Montagabend „Hart, aber fair“ und dort die geifernde Grünen-Chefin Simone Peter gesehen hat, kann eigentlich nur zu der Schlussfolgerung kommen, dass Lindners Analyse über den Stand der Sondierungen doch wohl näher an der Wirklichkeit liegt, als alles das, was – aus welchen Gründen auch immer – von den andere Gesprächsteilnehmern kolportiert wird. Was soll ich sagen? Auch ich bin keine Freund von Neuwahlen. Aber angesichts aller bislang bekannten Details aus den Sondierungen wäre eine Jamaika-Koalition, in der die FDP nichts anderes als das gelbe Feigenblatt für eine Fortsetzung schwarz-roter Politik mit grüner Einfärbung dargestellt hätte, keine tragfähige  Lösung für Deutschland gewesen. Da passt die alte Weisheit: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.