Was sich liebt, das neckt sich

Opa ist jetzt fix und fertig. Als ich nach dem Mittagessen so in der Sonne saß und mir die warmen Sonnenstrahlen genüsslich auf den Pelz scheinen ließ, schlug Oma zu: „Jetzt wirst Du aber richtig grau“, tönte es aus dem Schatten, wenig später gefolgt von: „Und weniger Haare hast Du mittlerweile auch.“ Das hatte gesessen. Da ist man noch nicht einmal 65 Jahre alt und schon fallen sie aus dem Familienrudel über einen her. Wenn meine Töchter auch noch da gewesen wären, wäre es vermutlich auch nicht viel glimpflicher. Was soll ich sagen? Altwerden ist wirklich nichts für Feiglinge bzw. Weicheier. Wenigstens kam Oma später doch tröstend zu mir und meinte mit leicht säuselnder Stimme: „Was sich liebt, das neckt sich.“

Genießen Sie das schöne Wetter

Die Woche ist wie im Fluge vergangen. Ehe ich mich versehen hatte, war schon wieder Samstag. Das lag natürlich nicht zuletzt an Christi Himmelfahrt, der am Donnerstag allen einen Feiertag und den Vätern den Vatertag beschert hat. Opa hat von seinen Töchtern eine tolle Kletterpflanze namens Fuchsienbegonie bekommen, die nun unsere Terrasse ziert. Vor allem aber konnte ich sie in den letzten Tagen genießen, da die Temperaturen nach draußen lockten. Was soll ich sagen? Genießen auch Sie das schöne Wetter. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Ein tolles Vatertagsgeschenk: Eine Fuchsiebegonie, die das ganze Jahr blühen soll.

Männergespräche, die zweite

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Das wissen wir nicht nur in Deutschland. Denn diese Aussage findet sich – in welcher Form auch immer – in fast allen anderen Ländern dieser Welt. Unser ältester Enkel findet das natürlich auch, der sich mit dem Hund einer Freundin seiner Mutter an ein Wasser zurückgezogen und vielleicht an das Männergespräch gedacht hat, das er vor Jahren einmal mit Opa an ähnlicher Stelle geführt hatte. Was soll ich sagen? Also, Opa ist nicht auf den Hund gekommen, auch wenn dass beim Vergleich der Bilder so aussieht.

Männergespräche … einmal anders.

 

Donald Trump ein Dieb?

Sie sind Fan von House of Cards? Das ist diese Polit-Serie auf dem Streamingdienst Netflix, die so manchen schon süchtig gemacht hat. Auch Oma und Opa sind Francis Underwood und seiner Frau Claire verfallen. Jedenfalls lechzen wir schon nach der 5. Staffel, die am 30. bzw. 31. Mai dieses Jahres auf Sky Premiere feiert. Aber kommen wir zum eigentlichen Thema – und das ist ja fast genauso dramatisch: Donald Trump. Der US-Präsident, der seit seiner Amtseinführung im Januar wie ein Tornado den Politikbetrieb in Washington durchwirbelt und sich nun über den Erdball auf den Weg nach Europa macht, ist nicht der Favorit von Opa – und von Oma auch nicht. Jetzt hat er, wenn er denn überhaupt welche hatte, die letzten Sympathien restlos verspielt. Den spätestens seitdem Robin Wright, die Claire Underwood spielt und bei der einen oder anderen Folge als Produzentin bzw. Regisseurin fungiert, der Welt ihr Leid geklagt und darauf hingewiesen hat, dass die Macher der Serie große Probleme haben. Denn die Realität hat sie eingeholt. „Trump hat all unsere Ideen für die sechste Staffel gestohlen“, sagte die Schauspielerin in einem Gespräch mit dem Magazin Variety. Was soll ich sagen? Wenn schon Francis Underwood als skrupelloser Halunke daherkommt, dem jedes Mittel recht ist, um die Macht in Washington an sich zu reißen und zu verteidigen, was bitte muss dann Donald Trump sein, der offensichtlich in nur ein paar Monaten schafft, wofür die Macher von „House of Cards“ gut vier Jahre gebraucht haben. Da fällt mir nur noch der Werbeslogan einer großen deutschen Boulevard-Zeitung ein: Nichts ist härter als die Wahrheit.

Auf Wanderschaft …

Es gibt ja wirklich komische Dinge! Haben Sie schon mal von einem (Bau-)Elektrokasten gehört, der anfängt zu wandern. Nein?!? Ich auch nicht. Vor unserem Nachbarhaus allerdings hat sich jetzt solch ein Kasten auf den Weg gemacht, wobei zu hoffen ist, dass er sich an Tempo 30 hält. Mit welcher Geschwindigkeit sich das informierte Bezirksamt nun um das Thema kümmert, müssen wir erst mal abwarten. Was soll ich sagen? Solange sich nicht auch noch die beiden anderen Kästen in Bewegung setzen, ist (beinahe) alles gut. Insofern ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund …

Soweit die Füße tragen …

Wann sind wir da?

Was Friedrich Schiller und Ludwig van Beethoven wohl gesagt hätten, wenn sie die Ode an die Freude aus der 9. Sinfonie gehört hätten, wie sie heute von der Deutschen Bahn ins Netz gestellt wurde? Sie hätten vermutlich ihre wahre Freude gehabt. Denn die Schreihälse, die die Bahn da aufgetrieben hat, um die wohl häufigste Frage in deutschen Autos zu reproduzieren und inszensieren, sind der Hammer: „Wann sind wir da?“, tönt es zunächst nach Beethovens 5. Sinfonie und kommt einem seltsam bekannt vor. Opa musste an die vielen Urlaubsfahrten denken, bei denen meist noch keine 60 Sekunden vergangen waren, als bereits zum ersten Mal die bekannte Frage gestellt wurde. Geduld war jedenfalls auch nicht die Stärke unserer Töchter. Was soll ich sagen? In der Tat kann das Bahnfahren in diesen Tage komfortabler sein, als sich mit dem Auto über die Straßen zu quälen. Insofern trifft der Filmtitel, mit dem die Bahn für ihren Personenverkehr wirbt, voll ins Schwarze: Ode an die Familienreise.

Mutter aller Opa-Blogs

Morgen ist Muttertag. Wer also noch eine Aufmerksamkeit für seine Mama besorgen will, sollte sich sputen. Denn ungeachtet der Diskussion um diesen Tag gilt nach wie vor: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Um besagter Diskussion aber einmal eine völlig neue Richtung zu geben, verweise ich auf einen Artikel in der heutigen Ausgabe der „Welt“, in dem es um die Mutter aller „Mutter aller“-Listen geht. Was soll ich sagen? Eine „Mutter aller“ fehlt dort allerdings. Denn Opas Blog ist ganz sicherlich die Mutter aller Opa-Blogs und derzeit immer noch der einzigste. In diesem Sinne wünscht Opa allen Müttern auf der Welt alles Gute zum Muttertag. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

 Muttertag 2017: Allen Müttern alles Gute.

Maikäfer machen sich rar

Von Wonne-Monat Mai ist ja bis jetzt nicht viel zu spüren. Auch wenn heute hier in Berlin die Sonne scheint, lässt das Wetter doch arg zu wünschen übrig. Kein Wunder, dass sich auch die Maikäfer noch rar machen. Jedenfalls habe ich noch keinen gesehen, Oma, unsere Kinder und die Enkel auch nicht. Aber vielleicht sind die Tierchen ja so irritieret, dass sie sich in der Zeit vertun. Ein Beispiel dafür haben Oma und ich im Dezember in Holland gesehen, als wir bei einer Kunst-Ausstellung den abgebildeten Maikäfer entdeckten, der von allen Besuchern fleißig fotografiert wurde. Was soll ich sagen? Wenn die Maikäfer jetzt im Winter immer auf Museums-Tour gehen, dann werden sie im Mai vermutlich schlafen und wir können sie vermutlich nur noch präpariert in Naturkunde-Museen oder Bücher sehen. In letzteren spielen sie übrigens tragende Rollen wie bei Max und Moritz, die mit den Tierchen Onkel Fritz nachts in Angst und Schrecken versetzen, oder in Peterchens Mondfahrt, bei der Herr Sumsemann sogar zur Hauptfigur avanciert. Bleibt dennoch zu hoffen, dass wir sie aber auch noch in der Natur zu sehen bekommen.

Maikäfer zu Besuch im Museum: Krabbelte seelenruhig an einem Bild entlang in die Höhe.

Nichts ist jemals zu Ende gedacht

„Wer sind eigentlich die Eltern von Gott?“, lautet der Titel eines Büchleins, das mir heute auf den Schreibtisch geflattert ist und aus der Feder von Silvia Plahl stammt. Gestellt hat die Frage ein neunjähriger Junge im Philosophieunterricht einer Grundschule in Mecklenburg-Vorpommern, den die Bildungsjournalistin über einen längeren Zeitraum als Gastschülerin begleitet und nun auf 160 Seiten dokumentiert hat. Und wenn man die Seiten so durchblättert und beispielsweise Gedanken liest wie „Mal hat man Glück – mal hat man Nicht-Glück. Wenn man immer Glück hat, dann ist das Glück nicht mehr schön.“ oder „In einem Freundschaftsbuch wird immer gefragt: Möchtest du ein Superstar sein? Da kreuze ich immer ‚Nein‘ an.“, dann erkennt man sehr schnell: Hier geht es nicht um das Geplapper von Kindern, sondern um existenzielle Gedanken über Gott und die Welt und das Leben. Die Autorin hat leider recht, wenn sie schreibt: „Wir amüsieren uns über den Kindermund, aber wir nehmen das unerschrockene und unbedarfte Denken der Kinder nicht wirklich ernst oder nicht ernst genug.“ Es sind vielleicht nicht alle Erwachsenen, aber doch viele. Was soll ich sagen? Es lohnt ganz sicher, das Buch zu lesen und in die Gedankenwelt der Kinder einzutauchen. „Im besten Fall wird dieses Buch Sie nachdenklich stimmen, und Sie lassen sich vom Philosophieren und von den Fragen der Kinder herausfordern, um sich mit ihnen auf Augenhöhe Altes und Neues durch den Kopf gehen zu lassen. Dazu muss man immer wieder innehalten und sich Zeit geben. Und man muss sich auf das Gedankenspinnen und die Spontaneität einlassen. Nichts ist jemals zu Ende gedacht. Philosophieren ist weit mehr als nur ein Frage-und-Antwort-Spiel. An jedem erdenklichen Ergebnis gibt es neue Rätsel und mehr Fragen als Antworten“, so die Journalistin in ihrem Vorwort. Wohl wahr.

                                                                                    Silvia Plahl, Wer sind eigentlich die Eltern von Gott?                                                      Rowohlt Verlag, Reinbeck, 2017, 160 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-499-63228-0

Lunch Shaming: Das ist krank!

Diese Welt ist krank! Das war mein erster Gedanke, als ich heute vom „Lunch Shaming“ in den USA las. Da werden doch tatsächlich Kinder gedemütigt, deren Eltern das Essensgeld nicht bezahlen können. Entweder bekommen sie einen Stempel auf den Arm oder müssen den Boden wischen. Gott sei Dank gibt es da noch Menschen wie die ehemalige Kantinenmitarbeiterin Stacy Koltiska. Die kündigte nämlich ihren Job, weil sie diese Ächt-Praxis nicht mehr ertragen konnte. Was soll ich sagen? Die USA – das Land der begrenzten Unmöglichkeiten. So etwas gibt es in Deutschland (hoffentlich) nicht.