Peinlich, peinlich

Ehe man sich versieht, ist auch schon wieder eine Woche vorbei. Und irgendwie hat man das Gefühl, im Dezember vergeht die Zeit noch schneller, zumal Weihnachten immer so plötzlich vor der Türe steht. Abendtermin jagt Abendtermin, alles – im beruflichen wie privaten Bereich – soll noch schnell vor dem Jahresende erledigt werden, Weihnachtsgeschenke müssen eingekauft, Weihnachtsgrüße verschickt werden, und und und. Kein Wunder, dass man da ins Schleudern kommt. Und Opa ist heuer etwas besonders Peinliches passiert. Bei seinen elektronischen Weihnachtskarten nämlich hat der Fehlerteufel unbarmherzig zugeschlagen und statt des Jahres 2018 noch einmal das Jahr 2017 bemüht. Aber geschehen ist geschehen. Es soll nicht wieder vorkommen. Versprochen. Was soll ich sagen? Man darf sich einfach auch im Dezember nicht ins Bockshorn jagen lassen und sollte mit der nötige Ruhe und Gelassenheit alles nach und nach abarbeiten. Und was nicht geschafft wird, ist dann eben erst nächstes Jahr dran. In diesem Sinne ein ruhiges Adventswochenende und bleiben Sie gesund …

Lost in Translation

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, ließ schon Matthias Claudius seinen Herrn Urian singen. Oma und Opa können dazu jetzt auch ein paar Strophen beitragen. Letztens waren wir nämlich in Holland bei Omas Mutter. Auf der Rückreise passierte uns dann das, was alle Reisende fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Mitten auf der Autobahn gab nämlich unser Wagen seinen Geist auf, rollte noch ein paar hundert Meter, um dann auf dem mit Schnee bedeckten Standstreifen zum Stehen zu kommen. Und es ist schon ein komisches Gefühl, wenn in nicht einmal fünf Metern Abstand die Fahrzeuge mit fast 200 Stundenkilometern an einem vorbeidonnern. Ruhig bleiben, ist da das Beste, was man machen kann. Denn unüberlegte Reaktionen können ziemlich verhängnisvoll sein. Also haben wir erst einmal durchgeatmet und sind dann ziemlich überlegt zu Werke gegangen. Nachdem wir den ADAC, in dem wir Gott sei Dank seit ewigen Zeiten Mitglied sind, informiert hatten, haben wir unsere Warnwesten angelegt, das Warndreieck aufgestellt und uns mit Decke und Frostschutzfolie ausgestattet hinter der Leitplanke in Sicherheit gebracht. Gut eine viertel Stunde später bereits war der Abschleppwagen da, der uns nach Mariental-Dorf brachte, wo es tatsächlich eine Werkstatt gab. Die vermutete dann aufgrund der Hinweise von Opa, dass die Benzinpumpe defekt sei. Damit stand fest: Lost in Translation – jedenfalls im ehemaligen Zonenrandgebiet. Dort hat sich der Inhaber des Autohauses immerhin als guter Geschäftsmann erwiesen. Denn in Mariental-Horst hat er die „Alte Wache“ der ehemaligen Kaserne als Gaststätte und Hotel erworben, in dem wir nun – zumindest auf Kosten des ADAC – übernachten konnten. Die nötige Bettschwere haben wir uns mit einigen Gläsern Primitivo hart erarbeitet. Davon allerdings kam der Kater, der uns am nächsten Morgen voll erwischte, nicht, sondern vielmehr von der Nachricht des Autohauses, das uns mitteilte: „Vor 14.00 Uhr wissen wir noch gar nichts.“ Wenn überhaupt könne es frühestens zwischen 16.00 und 17.00 Uhr weitergehen. Also hatten wir erst einmal Zeit, uns mit Land und Leuten vertraut zu machen. So dauerte es auch nicht lange, bis wir erste Hinweise auf Eigentumswohnungen erhielten, die wir für 1.700 Euro pro Quadratmeter erwerben könnten. Für einen Ort, an dem nach Aussage von Einheimischen „der Hund begraben ist“, kein schlechter Preis. Da wir aber nicht länger als unbedingt nötig bleiben wollten, sind wir nicht näher auf das Angebot eingegangen. Gegen Mittag dann heiterten das Wetter und unsere Laune wieder auf. Denn bei einem neuerlichen Anruf bei der Autowerkstatt hieß es: „Ihr Fahrzeug kommt gerade von der Probefahrt zurück. Es kann also weitergehen.“ Was soll ich sagen? Nachdem sich die Rechnung einigermaßen in Grenzen hielt und wir ansonsten wohlbehalten wieder daheim angekommen sind, können wir sagen: Nochmal mit dem Schrecken davongekommen. Der hat allerdings – mit einigen anderen Hiobsbotschaften kombiniert – so lange angehalten, dass ich erst heute wieder schreibfähig war. Aber: Ende gut, alles gut.

Dumm gelaufen: Da standen wir und steckten fest – die Ausfahrt Helmstedt in Sichtweite.

35 Euro Bußgeld für Pause

Eigentlich wollte ich nur schnell noch einen schönen Sonntagabend wünschen. Doch kurz bevor ich auf die Seite von Opas Blog wechselte, stieß ich auf eine Meldung in der Newsübersicht, die mir die Sprache verschlug – die Überschrift: Rentner sitzt an Haltestelle – nun soll er Bußgeld bezahlen. Was war passiert? Ein 85-jähriger Demenzkranker hat sich für acht Minuten an der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz am Hauptbahnhof in Düsseldorf ausgeruht, nun soll er an die Stadt ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro bezahlen. In dem Bußgeldbescheid heißt der direkte Vorwurf: „Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz.“ Was soll ich sagen? Nach Rückfragen. von Medien muss der Mann das Bußgeld nun doch nicht zahlen. Aber die Erklärung einer Sprecherin macht die Sache auch nicht besser. Denn die vermutete, dass den Kontrolleuren eventuell nicht klar gewesen sei , dass der Mann wirklich nur eine Pause gebraucht habe: „Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären“, so Dame wörtlich. Na, wenn das so ist, dann ist ja alles gut …??? Oder??? Nein!!! Überhaupt nicht. Es ist tieftraurig, dass es so etwas in Deutschland 2017 überhaupt gibt. Trotzdem, einen schönen Sonntag noch …

Vom Winde verweht

Das ist mal wieder einer von diesen gebrauchten Tagen, an denen man am besten daheim bleibt. Und inspiriert von dem, was draußen so geboten ist, werden Oma und Opa wohl am Nachmittag mal in ihren Filmfundus greifen und sich Vom Winde verweht anschauen. Das passt und ist immer wieder unterhaltsam. Was soll ich sagen? Einen schönen Sonntag noch und bleiben Sie gesund …

Kurtort Bad Berlin

In Berlin sind Ferien. Da ist die deutsche Hauptstadt wieder einmal so ruhig, dass sie fast das Prädikat verdient hätte: Kurort Bad Berlin. Nur die Touristen rattern noch mit ihren Rollkoffern durch die Straßen, so wie das die Berliner jetzt andernorts tun. Was soll ich sagen? Jeder ist überall Tourist, nur nicht daheim. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Natur mit Demut begegnen

Die Auswirkungen von Sturm “Xavier” halten nicht nur die Bahn auf Trab, sondern haben auch Omas Pläne durchkreuzt. Eigentlich wollte sie ja am Samstag zu einem Familienfest nach Holland fahren – und zwar mit dem Zug. Doch der fiel aus, weil die Strecke nach wie vor nicht befahrbar war. Aber nicht nur Bahnstrecken sind noch gezeichnet vom Sturm. Auch die Straßen rund um Omas und Opas Domizil sehen ziemlich wüst aus. Als am Freitag jemand etwas bei uns etwas abholen wollte, lautete der Kommentar nur lapidar: “Das war wie eine Schnitzeljagd.” Zeitweilig waren in unserer unmittelbaren Nachbarschaft fünf Straßen gesperrt, weil ein Baum die Durchfahrt versperrte. Was soll ich sagen? Derartige Extremsituationen lehren uns wieder ein wenig Demut. Die Menschen in den Bergen und an der See wissen um die Naturgewalten und respektieren sie. Wir in den Städten, die glauben, alles sei jederzeit machbar, müssen daran hin und wieder erinnert werden. Bleiben Sie gesund und ein schönes Wochenende …

Zeitweilig waren in unserer unmittelbaren Nachbarschaft fünf Straßen gesperrt, weil ein Baum die Durchfahrt versperrte.

 

Da kannste nicht meckern!

Das war endlich mal wieder ein Wochenende, bei dem sagen konnte: Da kannste nicht meckern! Dass das das höchste Lob hier in Berlin ist, dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Wer es bislang noch nicht wusste, weiß es dann eben jetzt. Was soll ich sagen? Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Wer an diesem Wochenende nicht offen gefahren ist, dem war nicht mehr zu helfen …

Alles ein bisschen größer

Oma und Opa konnten es sich am Wochenende so richtig gut gehen lassen. Nachdem unsere Kinder ihr Eltern-Verschickungs-Programm wieder aufgelegt und uns nach Paris verfrachtet hatten, lautete das Motto: Leben wie Gott in Frankreich. Angesichts der Kilometer, die wir durch die französische Hauptstadt gelaufen sind, haben wir uns das aber auch verdient. Und das Huguette, das wir gleich am ersten Abend entdeckt hatten, wurde dann gleich zu unserem Stammlokal, das uns abends mit seinen Meeresfrüchten lockte. Verglichen mit Berlin ist Paris, man muss es so sagen, riesig: Die Entfernungen sind enorm, die Straßen lang und breit sowie die Gebäude gigantisch. Der Arc de Triomphe ist – wenn man sich das Brandenburger Tor daneben vorstellt – gewaltig. Vom Eiffelturm will ich gar nicht reden. Alles ist ein bisschen größer und weiter. Auch die Entfernungen, die man innerhalb der Metro zu Fuß zurücklegen muss, sind beachtlich. Was soll ich sagen? Mit einem aber kann Berlin mithalten, nämlich mit den Kaffee-Preisen. Als ich im Café Georges V auf den Champs-Élysées angesichts eines Preises von 7,20 Euro pro Café Creme ein wenig Schnappatmung bekam, meinte Oma nur lapidar: Im Adlon ist’s teurer. Dort kostet der Kaffee 7,50 Euro – wäre doch auch gelacht gewesen.

            

Wie Gott in Frankreich

Dieses Wochenende bleibt, komme was da wolle, arbeitsfrei: Kein Büro, kein Computer, kein Telefon, kein Blog, kein gar nichts. Oma und Opa wollen einfach nur den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und wie eben dieser in Frankreich leben. Dass dazu auch ein Glas französischer Weißwein gehört, versteht sich wohl von selbst. Und eine Kleinigkeit zu essen sollte auch noch drin sein. Was soll ich sagen? Einmal im Jahr muss Ruhe sein – ist ja sozusagen unser Jahresurlaub. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

 Na denn Prost …