„Der sieht ja aus wie Opa!“

Heute ist bei Oma (und Opa) volles Programm. Unser ältester Enkel ist schon seit dem Vormittag bei uns, der jüngere für den Nachmittag angekündigt. Das Kinder-Unterhaltungs-Programm ist gewaltig: Lesen, Schreiben, Rechnen, Spielen, Kochen nicht zu vergessen. Das Beste aber sind die Gespräche zwischen Oma und den Kleinen. So versuchte die ergebene Untertanin ihres Königs ihrem Nachwuchs das niederländische Königshaus näher zu bringen. „Zur Hälfte hast Du auch einen König“, sagte Oma zu unserem Ältesten, der ganz interessiert in dem Buch blätterte, dass jeder Haushalt in unserem Nachbarland zur Amtseinführung des neuen Königs im Jahr 2013 kostenlos bekommen konnte. Während Oma noch grinsend hinzufügte: „Nur Opa hat keinen König“, entdeckte der kleine Mann Willem-Alexander in dem Buch und stellte ganz erstaunt fest: „Der sieht ja aus wie Opa!“ Was soll ich sagen? Ich habe zwar keinen König, dafür seh‘ ich aus wie einer. Man kann eben nicht alles haben.

Oma – im Oranje-Jackett versteht sich – vor einem Bild ihres Königs Willem-Alexander.

Sprich doch mal den Ball an …

Menschen nehmen viel zu viel wörtlich. Ich habe mal von einem Erwachsenen gehört, die, als der Trainer ihr auf dem Golfplatz auf der Drivingrange sagte: „Sprich doch mal den Ball richtig an“, dem Ball zurief: „Hallo Ball!“ Wie dem auch sei. Bei Kindern ist das nicht anders. Der eingebettete Film spricht Bände. Was soll ich sagen? Die schönsten Geschichten schreibt eindeutig das Leben.

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Icke, dette, kieke mal …

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, schreibt Zwiebelfisch-Autor Bastian Sick. Doch man gewöhnt sich ja an allem, auch am Dativ – heißt es. Dennoch tun sich Oma und Opa da ein wenig schwer, zumal unsere Enkel erste Anzeichen der Berlinischen Grammatik erkennen lassen. Den Unterschied von „mir“ und „mich“ kennen sie (noch). Auch „wegen die Hitze“ gehört nicht gerade zu ihrem Grundwortschatz. Aber die neuerdings gebräuchlichen „drinne“ und „ebent“ tun Oma und Opa regelrecht in den Ohren weh. Da sind wir auch ziemlich konsequent und korrigieren sie jedes Mal. Fehlt nur noch, dass sie „jetzte“ auch noch mit „icke“ und „ditte“ anfangen. Defintiv Schluss mit lustig wäre aber, wenn einer der beiden der „Oma seine Haare“ raushaut. Was soll ich sagen? Lang lebe Zille: Icke, dette, kieke mal, Oogen, Fleesch und Beene – nein, mein Kind so heißt das nicht, Augen, Fleisch und Beine.

„Habe doch gar kein Ei gelegt!“

Großeltern sind ja immer besorgt, vor allem wenn es um die Enkel geht. So auch die anderen Großeltern von unserem ältesten Enkel. Jedenfalls äußerte die andere Oma, als der kleine Mann selbst mit Jacke drinnen fror, die Sorge: „Hoffentlich brütet der nichts aus.“ Das irritierte unseren Enkel denn doch, der ihr vehement entgegenhielt: „Ich habe doch gar kein Ei gelegt!“ Was soll ich sagen? Das beweist doch einmal mehr, dass Kinder mehr Humor haben können als so manche Erwachsenen.

Kleine Geschichte – große Stadt

DER TAGESSPIEGEL in Berlin, mit dem Opas Blog ja kooperiert, erfreut seine Leser in seiner Sonntag-Beilage immer mit „Kleinen Geschichten aus unserer großen Stadt“, zu denen es heißt: „Wäre doch schade, wir hätten sie nicht aufgeschrieben.“ Letzten Sonntag nun gab’s eine Geschichte, die kaum besser zu Opas Blog passen könnte – also: „In der Stadtbibliothek Lankwitz wird Osterbasteln angeboten, auch für Omas mit Enkel“, stand da unter der Überschrift „Enkel gesucht“. Und weiter: „Eine Rentnerin fragt die Angestellte: ‚Sagen Sie, kann ich auch alleine kommen, ohne Enkel?‘ – ‚Ja, gerne.‘ Aus dem Hintergrund ruft der Ehemann: ‚Elfriede, so schnell würden wir das ja anders auch nicht mehr hinbekommen!‘ Was soll ich sagen? Wäre tatsächlich schade gewesen, die Redakteure hätten die Geschichte nicht aufgeschrieben.

Prosit Neujahr

Oma und Opa wünschen allen Lesern von Opas Blog für das neue Jahr beruflichen Erfolg, privates Glück und vor allem Gesundheit. Was soll ich sagen? Prosit Neujahr! Prosit ist übrigens lateinisch, genauer die dritte Person Singular Konjunktiv Präsens von prodesse und bedeutet es möge nützen.

Die Sache mit dem Ponyhof

Dass Oma und unsere Kinder mit Wortspielen und Redewendungen zuweilen auf Kriegsfuß stehen, ist den Lesern von Opas Blog ja schon bekannt. Dass nun aber auch unsere Enkelkinder anfangen, so ihre eigenen Redensarten zu kreieren, ist neu. Irgendwann hat unser ältester Enkel bei seiner Mutter wohl den Satz aufgeschnappt: „Das Leben ist kein Ponyhof.“ Als er genau das einmal ausdrücken wollte, wurde bei ihm dann daraus: „Die Welt riecht nicht nach Ponyhof.“ Was soll ich sagen? So ein Glück aber auch …

Kinderlogik par excellence

Unsere Enkel sind nicht auf den Mund gefallen. Vor allem der Kleine haut manchmal Sprüche raus, dass man sich nur wegpacken kann. Als Oma jüngst mit ihm an dem Gymnasium vorbeifuhr, auf das unsere jüngste Tochter gegangen ist, und ihn auf diesen Umstand hinwies, meinte er nur: „Oh, wie besonders!“, frei nach dem Motto: Erzähl’ mir doch mal was Neues. Als Oma ihm dann noch erklären wollte, dass die Grundschule, auf die seine Mutter gegangen war, aber woanders stehe, fragte er erstaunt: „Grundschule? Was ist das denn? Liegt die vielleicht im Boden oder im Keller?“ Damit hatte Oma wohl nicht gerechnet, fragte ihrerseits: „Wie kommst du denn darauf?“ und bekam als Antwort: „Na, es gibt doch auch Grundwasser!“ Was soll ich sagen? Kinderlogik par excellence. Konsequent sind sie ja, unsere Enkel, der kleine wie der große.

Berliner Schlagfertigkeit

Man erlebt ja Gott sei Dank nicht bei jedem Einkauf solche Horrorgeschichten wie Oma und Opa bei ihrem Fleischeinkauf in der letzten Woche. Neulich also stehe ich in einem  Discounter an dem Leergutautomaten und füttere ihn mit meinen leeren Wasserflaschen. Da betritt eine hochgewachsene und gut gekleidete Dame mittleren Alters das Geschäft, sieht an den Kassen die langen Schlangen, die fast bis ans Ende des Ladens stehen, und murmelt vor sich hin: „Da hätte ich mir ja besser was zu lesen mitnehmen sollen.“ Was soll ich sagen? Diese Schlagfertigkeit gibt es wohl nur in Berlin.