Stars in der Manege

Das war ein aufregendes Wochenende – für Oma und Opa, vor allem aber für unseren ältesten Enkel! Denn der hatte am Samstag gemeinsam mit weiteren Schülern seiner Grundschule einen wahrhaft großen Auftritt in einer Berliner Zirkus-Manege. Circus Mondeo heißt der Zirkus, der gemeinsam mit dem ErlebnisCircus e.V. ein Projekt ins Leben gerufen hat, das einfach genial ist und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Seinen Anfang nahm der “MitMachZirkus”, wie der Projektname lautet, in Neukölln und bietet heute  Schulen in der ganzen Stadt Projektwochen an, in denen die Schüler zu Stars in der Manege werden. Tausende von Kindern sind bereits dort aufgetreten und haben eine Erfahrung gemacht, die für ihr weiteres Leben besonders wichtig ist, nämlich dass jedes Kind Fähigkeiten hat, die in dem Projekt zum Tragen kommen, sprich, dass jeder gebraucht wird. Spiritus Rector ist sicher Gerhard Richter, der mit seiner Familie das Prinzip “MitMachZirkus” über 20 Jahre lang aufgebaut und weiterentwickelt hat. Was soll ich sagen? Wenn es den “MitMachZirkus” noch nicht gäbe, müsste er schnellstens erfunden werden. Unser Enkel jedenfalls war begeistert. Und nach den anderen Kinderaugen zu urteilen, die ebenfalls. Von den vielen stolzen Geschwistern, Eltern und Großeltern will ich erst gar nicht reden.

 Gerhard Richter, der Spiritus Rector des MitMachZirkus. Leuchtende Tuch-Jonglage – und mit dabei: Unser ältester Enkel.       Fotos: Stephan Mock Jonglieren mit Keulen: Beeindruckende Leistung.

PS: Dass sich die frühere niederländische Königin Beatrix, also die Monarchin von Oma, unseren Kindern und Enkelkindern, mit ihrem Sohn Willem Alexander und seiner Frau Maxima, dem heutigen Königspaar, in dem Zirkus auch schon die Ehre gegeben hat, sei nur am Rande erwähnt.

Ur-Omas von heute

Dass Großeltern – Omas wie Opas – heute nicht mehr so verstaubt daherkommen wie noch anno dazumal, ist mittlerweile bekannt und selbstverständlich. Dass aber auch die Urgroßmütter und -väter mit ihren Urenkeln gut mithalten können, ist wohl nicht selbstverständlich und eher die Ausnahme. Aber zu den wenigen Glücklichen, denen dies zuteil wird, zählen unsere Enkel, deren Urgroßmutter gerade ihren 90. Geburtstag gefeiert hat und noch topfit ist. Denn trotz der Feierlichkeiten fand sie noch genug Zeit, um mit unserem Jüngsten eine Runde Flipper zu spielen. Was soll ich sagen? Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann …

Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann.

Es geht auch ohne Spielzeug

Wenn Eltern und Großeltern klagen, die lieben Kleinen seien viel zu verwöhnt und würden mit Spielzeug nur so überhäuft, sollten sie sich mal an die eigene Nase fassen und fragen, inwieweit sie, wenn es denn tatsächlich so ist, selbst daran schuld sind. Dass es auch anders geht, erlebt vor allem Oma derzeit mit unserem jüngsten Enkel. Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten hat der kleine Mann kein einziges Spielzeug mehr auch nur angeschaut. Vielmehr bastelt er, was das Zeug hält, und hat bei jedem Besuch neue Ideen. Mittlerweile ist für das kleine Bärli eine ausgewachsene Villa entstanden, in der es an nichts fehlt. Selbst für den Herd (Bild oben links in der rechten unteren Ecke) gibt es eine Pfanne (Bild unten links), die einen Durchmesser von anderthalb (!) Zentimeter hat. Die Fassadenansicht (Bild oben rechts) ist ebenso eindrucksvoll wie der Garten (Bild unten rechts unten rechts), der sogar mit einem Whirlpool aufwarten kann. Was soll ich sagen? Wenn das keine fantasievolle Planung ist … Allerdings hat Oma alle Hände voll zu tun, um die Logistik für die Kartons sicherzustellen.

      Ganz schön ausgeklügelt: Seinem Berufswunsch macht unser jüngster Enkel alle Ehre.

Am angestammten Platz

Alle Jahre wieder: Die Krippe steht wieder an ihrem angestammten Platz und wartet auf die Enkel, die damit nach Herzenslust spielen dürfen. Was soll ich sagen? Eine schönen Adventssonntag noch und bleiben Sie gesund …

krippe2016Steht wieder am angestammten Platz: Die Krippe, die Opa für seine Enkel gebaut hat.

Kleine und große Zauberer

Kinder lieben Zauberkunststücke und -tricks. So auch unser jüngster Enkel, der bei einem seiner letzten Besuche Opas Zauberkasten entdeckte und mit Oma zusammen zauberte. Der fiel dann auch noch ein Uralttrick von Opa ein, den der kleine Mann mir dann unbedingt sofort vormachen wollte. Als Oma ihn daran erinnerte, dass der Trick ja schließlich von mir sei, meinte unser Enkel: “Vielleicht hat Opa ihn ja schon vergessen.” Was soll ich sagen? Wenn der Kleine nochmal andeuten sollte, dass bei mir so langsam das große Vergessen einsetzt, dann sag’ ich einfach “Abrakadabra” und zaubere ihn weg. Und dann kann er nur hoffen, dass ich nicht vergessen habe, wie man ihn zurück zaubert. 😉

zauberer

Baumeister vor dem Herren

Unser jüngster Enkel ist nicht nur ein großer Baumeister vor dem Herren, sondern auch ein großer Philosoph. Als er letztens bei uns war, meinte er zu Oma: “Komm, lass uns eine Rampe bauen.” Gesagt, getan. Der kleine Mann und Oma schickten sich an, mit Knex – ein Steck-System, das vor allem in Holland ganz bekannt ist und viel Verwendung findet – eine Rampe zu bauen. Doch dabei blieb es nicht. Am Ende – und das Foto zeigt nur einen Zwischenstand – kam ein Bauwerk heraus, das das ganze Zimmer ausfüllte und uns ein wenig Probleme bereitete. Hinzu kamen noch Fahrzeuge, die über das Konstrukt fahren konnten. Als er sein Werk so besah, sinnierte der Kleine: “Dass aus so einem kleinen Gedanken so etwas Großes werden kann …” Was soll ich sagen? Große Dinge fangen immer klein an. Oder wie Laotse schon wusste: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

img_3942Eine ziemliche große, vor allem aber stabile Konstruktion.

Kritische Situationen

Unser jüngster Enkel ist durchaus erfinderisch. Er hat sich jetzt eine Armbrust gebaut – für kritische Situationen. Kritische Situationen? Als ich da mal nachgefragt habe, welche “kritische Situationen” er denn so meint, machte er aus seinem Herzen keine Mördergrube und zählte auf: Wenn er beim Kartenspielen, Schach oder Federball gegen Oma oder Opa verliert. Was soll ich sagen? Seit er seine Armbrust fertiggestellt hat, hat er gegen Oma und Opa nicht mehr verloren …

img_3700-kopieUnser Enkel nimmt das mit seiner Armbrust ziemlich wörtlich – in kritischen Situationen.

Jagd auf die Jäger

Mittlerweile ist auch in unserer Familie das Pokémon-Fieber ausgebrochen, zumindest in Teilen. So findet sich die derzeit wohl angesagteste App auf den Handys der Eltern unseres jüngsten Enkels, der damit auf die Jagd geht. Sogar in unserer Küche soll schon ein Pokémon gefangen worden sein, aber so ganz genau weiß ich das nun auch nicht. Und mehr noch: Unser Kurzer hat kurzerhand seinen eigenen Pokémon modelliert, der allerdings mit dem Handy nicht so wirklich zu fangen ist. Im schweizerischen Basel geht es sogar noch weiter. Da schlagen die Pokémons sogar schon zurück und machen ihrerseits Jagd auf die Jäger, wie das unten platzierte Video eindrucksvoll beweist. Was soll ich sagen? Wie gut, dass die Welt noch Zeit für so einen Unsinn hat.

Pokémon Der Pokémon unseres jüngsten Enkels.

Das Leben ist eine Partie Schach

Unsere Enkelsöhne verblüffen uns immer wieder. Nur durch Zufall erfuhren wir, dass die beiden Buben – der eine fünf, der andere sechs Jahre alt – schon Schach spielen. Vielleicht sind sie noch keine Großmeister, aber die Regeln beherrschen sie schon so gut, dass unser jüngster Spross schon das Schäfermatt kennt, was im Russischen auch Kindermatt heißt – nämlich seinen Gegner in vier Zügen matt zu setzen. Doch damit nicht genug: Mittlerweile hat er gemeinsam mit Oma ein eigenes Schachbrett und eigene Regeln entwickelt, die auch noch funktionieren. Dem König aber sozusagen die Krone aufgesetzt hat er damit, dass er, nachdem er die Schachfiguren meines Opas gesehen hatte, mit Fimo eigene Figuren gemacht hat. Was soll ich sagen? Ich halte es da mit Don Quijote-Schöpfer Miguel de Cervantes Saavedra: Das Leben ist eine Partie Schach.

Schach1 Die Schachfiguren unseres Jüngsten – eine Ähnlichkeit mit denen von Opas Opa ist da.Schach2

BER: Da lachen ja die Hühner!

Ob unsere Enkel jemals ein Flugzeug auf dem Berliner Hauptstadt-Flughafen BER besteigen oder verlassen werden, ist ungewisser denn je. Der Flughafen-Experte Dieter Faulenbach da Costa, der in der Vergangenheit mit seinen Prognosen zu dem Pleiten, Pech und Pannen-Airport bereits mehrfach recht gehabt hat, vertritt mittlerweile die Ansicht: “Der seit vier Jahren betriebene Umbau der Brandschutzanlage am BER wird die Inbetriebnahme des neuen Flughafens verhindern.” Das heißt, so Faulenbach auch dieses Mal richtig liegt, dass dort im Süden Berlins eine Flughafen-Ruine übrig bleibt. Die Berliner Morgenpost, in der er seine Vorhersage abgegeben hat, hat sich sogleich fürsorglich des Themas angenommen und lässt ihre Leser über 16 Vorschläge abstimmen, was man mit dem dann ungenutzten Gelände machen könnte. Und da werden sich unsere Enkel sicher freuen. Denn in Führung liegt aktuell eine Paintball-Anlage, gefolgt von Filmkulissen und Messegelände. Dass der Skateparkt abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt, wird die beiden Buben dagegen weniger erfreuen. Was soll ich sagen? Da lachen ja die Hühner! Ich will ja jetzt nicht die Spaßbremse schlechthin sein. Aber wer glaubt denn wirklich, dass Berlin, Brandenburg oder der Bund da eine funktionierende Paintball-Anlage hinbekommen würde. Eher, um mal Jesus mit einem Bild zu bemühen, geht ein Kamel durchs Nadelöhr.

BERFarblich noch etwas eintönig: Die zentrale Vorfahrt des BER-Terminals. Das könnte sich aber ändern, wenn es keine Eröffnung gibt und dort eine Paintball-Anlage betrieben wird. Foto: Alexander Obst / Marion Schmieding, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH