Wirklich alt …

Dieser Tage war unser früherer Babysitter mit ihrem Mann im Rahmen eines Berlin-Besuchs bei uns zu Gast. Opa hat sich natürlich mächtig ins Zeug gelegt und was Leckeres gekocht. Das kam auch ausgesprochen gut an, und wir haben den ganzen Abend richtig viel Spaß gehabt. Zwischenzeitlich allerdings, dafür konnte die beiden jedoch nichts, blieb mir mein Lachen sozusagen im Halse stecken. Da wies unser Babysitter nämlich energisch darauf hin, dass sie und ihr Mann die Silberhochzeit längst hinter sich hätten und ebenfalls bereits Großeltern seien. Babysitter, Silberhochzeit, Großeltern – irgendwie konnte mein Gehirn da keinen sinnvollen Zusammenhang herstellen, bis auf den: Oma und Opa müssen mittlerweile steinalt sein. Was soll ich sagen? Manchmal steht man ja wirklich auf der Leitung. Wenn Oma und Opa demnächst 40-jährigen Hochzeitstag feiern, dann kann unser Babysitter von einst ja nicht mehr in den Flitterwochen sein. Ja, ja, wir werden wirklich alt …

Opa ist eine “Eule”

Opa hat jetzt bei einer Recherche für seinen Blog „Z wie Zeit“ etwas bemerkenswertes herausgefunden: Oma ist eine „Lerche“ und er selbst eine „Eule“. Denn, so wissen Schlafforscher und Zeitbiologen, es gibt verschiedene Zeittypen: Frühaufsteher, eben „Lerchen“, und Morgenmuffel, eben „Eulen“. Lerchen stehen morgens früh auf, sind ziemlich schnell fit, schlafen abends allerdings auch eher ein. Ihre Uhr geht etwas zu schnell, so dass ihr innerer Tag nur rund 24 Stunden dauert. Der der Eulen dagegen hat etwa 25 Stunden, was sich dadurch bemerkbar macht, dass sie Nachtmenschen sind und ziemlich spät ins Bett gehen. Was soll ich sagen? Lerchen können gut singen, die Eule aber gilt in der westlichen Welt immerhin als Vogel der Weisheit …

323 bunte Bügelperlen

Man muss nicht immer Geburtstag haben, um etwas geschenkt zu bekommen. Letztens, als wir bei unserer jüngsten Tochter auf einen Kaffee vorbei geschaut haben, bekam ich von unserem Enkel einen Untersetzer, den er selbst gebastelt hat. Der setzt sich aus 323 bunten Bügelperlen zusammen und enthält den Schriftzug OPA. Die eine fehlende Bügelperle oben links in der Ecke hat er nicht etwa vergessen, sondern absichtlich weggelassen, damit man den Untersetzer auch aufhängen kann. Was soll ich sagen? Erst einmal hat er einen festen Platz auf meinem Schreibtisch gefunden und erfreut mich jeden Tag. Also, vielen Dank kleiner Mann.

PS: Oma hat natürlich auch so einen Untersetzer bekommen.

Untersetzer                                                            Dieser Untersetzer besteht aus 323 Bügelperlen.

Opa wird schusselig

Irgendwie war ich gestern zu schnell und habe auf den verkehrten Knopf gedrückt. Jedenfalls wollte ich den Post Berlin ist einfach toll noch gar nicht veröffentlichen. Aber da war er schon draußen. Damit nun aber, wie ich das ja versprochen habe, jeden Tag etwas erscheint, stelle ich nun dieses Erklärstück ein. Was soll ich sagen? Opa wird alt und schusselig.

Opas Storchenbiss

Als Oma dieser Tage unsere beiden Enkel vom Kindergarten abgeholt hat, haben diese, als sie an unserer Haustüre angekommen waren, wieder einmal das getan, was sie eigentlich immer tun: Die Klingel abgerissen! Normalerweise reagiere ich darauf nicht (mehr), sondern lasse es bzw. sie einfach klingeln. Da das mit dem Klingeln aber nicht aufhörte, bin ich dann doch zur Tür gegangen und habe das Trio im Hausflur begrüßt. Dort schaute mich unser Jüngster ganz fasziniert an und fragte mich: „Warum hast du so eine rote Stirn?“ „Das ist doch sein Storchenbiss“, antwortete Oma, nachdem ich den kleinen Mann wohl ziemlich ungläubig angeschaut haben muss. Denn diesen Storchenbiss sieht man eigentlich immer – mal mehr, mal weniger. Was soll ich sagen? Irgendwie bin ich ganz erstaunt, dass unserem Jüngsten das erst jetzt aufgefallen ist.

Frohe Weihnachten

Viel besser hätten es Oma und Opa auch nicht vortragen können: Das Weihnachtsständchen des Kindersenders Nickelodeon. Was soll ich sagen? In diesem Sinne wünschen wir frohe Weihnachten im Kreise der Familie sowie ein paar geruhsame und besinnliche Stunden.

Keith Richards – Total stoned

Musiker können offenbar nicht nur Musik machen, sondern auch schreiben. Jedenfalls hat jetzt der Gitarrist der Rolling Stones, Keith Richards, ein Kinderbuch geschrieben. Viele (vor allem Ältere) werden sich da die Augen reiben, galt der heute 70-Jährige in jungen Jahren doch als ziemliches Enfant terrible und war berühmt-berüchtigt für seine Drogenexzesse. Jetzt also „Gus & ich“, wie das Buch heißt. Gus, das ist sein Großvater und der Protagonist zwischen den Buchdeckeln. Durch das Nachdenken über ihn habe er in die Großvater-Rolle gefunden, sagt Richards im aktuellen SPIEGEL und schwärmt von dem „Großvater-Ding“. “Für viele Menschen bedeutet Familie nur Mum und Dad, und die erzählen ihren Kindern, was sie alles nicht tun dürfen”, so der Rolling Stone weiter. “Großeltern haben diese Probleme nicht. Sie können für die schönen Dinge des Lebens zuständig sein und Blödsinn machen.” Gleichzeitig offenbart er sich als Familienmensch, der die Einkäufe erledigt und den Müll rausbringt. Und wenn seine Frau Patti, mit der er zwei Kinder hat, etwas zu ihm sagt, ist er folgsam wie ein Unschuldslamm: „Du hast recht, Mutter, dein Wille geschehe.“ Was soll ich sagen? Also, ich habe – Hand aufs Herz – nichts genommen, als ich das hier geschrieben habe. Aber trotzdem ist das Ganze total stoned.

Ein Sommer in der Provence

Eigentlich wollte ich Bad Grandpa ja keine Zeile mehr widmen, nachdem Oma und ich derart enttäuscht über den Film waren und ihn nach 15 Minuten wieder ausgemacht haben. Irgendwie hat uns dieser Humor, der es wohl sein soll, nicht erreicht. Vielleicht liegt es ja daran, dass wir durch Loriot ziemlich verwöhnt sind und mit diesem platten US-Klamauk nicht so viel anfangen konnten. Das wird jetzt sicherlich ganz anders mit dem französischen Opa aus der Provence, der am 25. September in die deutschen Kinos kommt. Alleine beim Anschauen des Trailers merkt man gleich, dass Jean Reno dann doch ein anderes Kaliber ist als Irving Zisman. Jedenfalls sind seine Augen und sein Gesichtsausdruck, wenn er sagt “Das war der schönste Sommer meines Lebens.” und “Wie sagt man danke?” einmalig. Was soll ich sagen? “Ein Sommer in der Provence”, den werden sich Oma und Opa ganz bestimmt ansehen und bestimmt nicht enttäuscht sein.

Opa auch in der Huffington Post

Leser von Opas Blog sollten sich nicht wundern, wenn sie im Internet unterwegs sind, bei der Huffington Post hängen bleiben und plötzlich einen Beitrag von Opa auf ihrem Bildschirm vorfinden. Denn seit Neuestem schreibe auch ich für die US-amerikanische Onlinezeitung, von der es seit dem 10. Oktober 2013 eine deutsche Ausgabe gibt. Und ich bekomme, wie alle anderen Blogger auch, kein Geld dafür. Dieser Umstand, dass die Autoren keine Entlohnung erhalten, hat bereits vor der Onlineschaltung der Zeitung in Deutschland eine, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb, “wütende Diskussion im Netz ausgelöst”. Dabei befindet sich die Huffington Post in guter Gesellschaft. Auch andere Medienhäuser versuchen, wenn’s geht, kostenlos an redaktionelle Inhalte zu kommen. “All das”, heißt es in dem FAZ-Artikel ziemlich zutreffend, “findet statt vor dem Hintergrund sinkender Redaktionsbudgets. Zeitungen bauen Stellen ab und verlassen die Tarifbindung; freie Journalisten klagen über erbärmliche Honorare und sinkende Bereitschaft von Auftraggebern, Kosten zu übernehmen.” Die Geiz-ist geil-Mentalität ist endgültig auch im Medienbereich angekommen, in dem die FAZ “eine größere Entwicklung” sieht: “Aufmerksamkeit ersetzt zunehmend Geld als Zahlungsmittel.” Was soll ich sagen? Das mag sein. Aber so viel ich weiß, wird niemand gezwungen, dort zu schreiben. Und wenn sich die Reichweite der eigenen Texte vergrößert, steigt der Bekanntheitsgrad und damit letztlich auch der Marktwert. Die Kunst ist am Ende nur, den Markt zu finden, auf dem noch mit barer Münze gezahlt wird. Wie wusste schon der italienische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896 – 1957): „Wenn alles beim Alten bleiben soll, dann muss alles sich ändern.“

HuffingtonPostOpa bloggt jetzt für die Huffington Post und erhält, wie die anderen auch, dafür kein Geld.