Quitten-Produktion verdoppelt

Irgendwie scheint der grüne Daumen bei uns wieder zu funktionieren, nachdem er sich in Sachen Peperoni ja fast gänzlich verabschiedet hatte. Jedenfalls sind in diesem Jahr unsere Quitten derart gewachsen, dass wir ganz stolz vermelden können: Produktion verdoppelt. Waren es 2016 noch 15 Früchte, die unser damals gerade einmal drei Jahre alter Baum trug, glänzte er heuer mit über 30 Quitten – und einige davon über ein Pfund schwer. Apropos glänzen: Omas älteste Schwester hat uns einen Zeitungsartikel aus Holland zukommen lassen, in dem sich eine wunderbare Beschreibung eines Quittenbaumes findet: Er erinnert an einen geschmückten Weihnachtsbaum, in dem die Früchte sorgsam aufgehangen wurden. Und noch eine interessante Information gab’s gleich noch dazu: Das Holz der Quitte ist so elastisch, dass es selbst unter der schwersten Last kaum bricht. Was soll ich sagen? Omas Quittenverwertung läuft auf vollen Touren: Quitten-Chuttney, Quitten-Gelée, Quittenbrot – Oma ist so richtig in ihrem Element.

Wahre Prachtexemplare hat in diesem Jahr unser Quittenbaum hervorgebracht.

Happy birthday, granny!

Heute war mal wieder ein ereignisreicher Familien-Tag: Geburtstag und Einschulung. Geburtstag hatte Oma, Einschulung unser Jüngster – doch dazu am Montag mehr, wenn die Schule so richtig anfängt. Bleiben wir also bei Oma, die ihren Ehrentag hatte. Das Alter verrate ich natürlich nicht, zumal Oma ohnehin bei 49 Jahren zu zählen aufgehört hat. Dafür habe ich sie einmal mehr richtig verwöhnt. Um 7.00 Uhr ging’s für mich raus aus den Feder, Frühstückstisch gedeckt, Eier gekocht, Brötchen und Blumen geholt und zu guter Letzt liebevoll geweckt. Was soll ich sagen? Happy birthday, granny. Ich liebe Dich!

 Statt eines schönen Sommers: Ein bunter Blumenstrauß zum Geburtstag.

Was sich liebt, das neckt sich

Opa ist jetzt fix und fertig. Als ich nach dem Mittagessen so in der Sonne saß und mir die warmen Sonnenstrahlen genüsslich auf den Pelz scheinen ließ, schlug Oma zu: „Jetzt wirst Du aber richtig grau“, tönte es aus dem Schatten, wenig später gefolgt von: „Und weniger Haare hast Du mittlerweile auch.“ Das hatte gesessen. Da ist man noch nicht einmal 65 Jahre alt und schon fallen sie aus dem Familienrudel über einen her. Wenn meine Töchter auch noch da gewesen wären, wäre es vermutlich auch nicht viel glimpflicher. Was soll ich sagen? Altwerden ist wirklich nichts für Feiglinge bzw. Weicheier. Wenigstens kam Oma später doch tröstend zu mir und meinte mit leicht säuselnder Stimme: „Was sich liebt, das neckt sich.“

Rent-a-Startup-Granny

Oma und Opa haben jetzt eine ganz neue berufliche Perspektive, ja sogar Herausforderung für sich entdeckt. Gestoßen sind wir darauf, als sich Opa mal in der Startup-Szene umgetan hat. Dabei ist ihm der Deutsche Startup Monitor 2016 in die Hände gefallen. Und darin wird auf Seite 41 darüber berichtet, dass jedes zehnte Startup (10,8 %) eine Feel-Good- bzw. Startup-Oma hat, die den Mitarbeitern den Büroalltag versüßt. Opa traute seine Augen nicht und googelte erst einmal: Startup-Oma. Und siehe da: Tatsächlich wird über die guten Seelen im Startup-Betrieb bereits intensiv berichtet. Und eine Firma in München war sogar auf der Suche nach einer Oma oder einem Opa. Was soll ich sagen? Vielleicht ist das ja die Startup-Idee des Jahres: Rent-a-Startup-Granny oder darf es auch der Opa sein.

PS: First come, first serve!

Herzlichen Glückwunsch, Oma!

Also, normalerweise bin ich ja immer der erste, der Oma zum Geburtstag gratuliert. Aber dieses Jahr war ein anderer Zeitgenosse schneller. Als Oma und ich gestern Abend auf unserer Terrasse gesessen und auf den magischen Moment des Tageswechsels gewartet haben, tauchte plötzlich – und nach langer Zeit – ein Fuchs auf, prostete Oma von unserem kleinen Brunnen aus zu und machte sich ganz gemächlich wieder von dannen. Wir haben dann auch noch angestoßen und auf Omas Wohl getrunken. Was soll ich sagen? Damit das aber alles seine Ordnung hat, hier und jetzt noch einmal: Herzlichen Glückwunsch und alles Gute. Ich liebe Dich!

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Die Familie lebt

Die Ergebnisse einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung über „Großelternschaft im Wandel – neue Beziehungsmuster in der modernen Gesellschaft“ sind, wenn auch nicht ganz neu, so doch eindeutig: Großeltern sind wichtiger denn je! Der Autor der Studie, François Höpflinger, fasst das so zusammen:

  • Die Großelternrolle genießt heute eine hohe Akzeptanz. Ihre gesellschaftliche Bedeutung bezieht sie aus ihrer Rolle als zusätzliche Bezugsperson und als Betreuung von Kleinkindern, ohne sich in die Erziehung der Enkel einzumischen.
  • Die Beziehung zwischen den Enkeln und den Großeltern ist heute enger als in früheren Generationen und dies obwohl die junge Familie und die Großeltern ihr Alltagsleben weitgehend selbstständig organisieren.
  • Die verschiedenen Generationen leben zumeist in getrennten Haushalten. Drei Generationen-Haushalte sind relativ selten.
  • Die Qualität der Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln hängt auch stark von der Qualität der Beziehung ab, die Großeltern zu ihren eigenen Kindern haben.
  • Großeltern gestalten vor allem die Freizeit der Enkel und bieten ihnen, was in jungen Familien häufig Mangelware ist: Zeit, Gelassenheit und soziale Bindung. Hauptträgerin der Familienbeziehungen ist die Großmutter mütterlicherseits.
  • Im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern haben in Deutschland Enkel eine positive Wirkung auf die Lebensqualität älterer Menschen. Dies hängt mit dem wirtschaftlichen Wohlstand und der sozialpolitischen Absicherung zusammen, die jeder Generation ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit erlaubt.

Was soll ich sagen? Das, was hier eher wissenschaftlich formuliert und etwas unterkühlt daherkommt, heißt doch nicht anderes: Großeltern lieben ihre Enkel und umgekehrt. Da sage noch einer, dass die Familie tot ist. Nein, das Gegenteil ist der Fall: Die Familie lebt!

PS: Übrigens ist es auch bei uns so, dass Oma, wie es in der Studie heißt, „Hauptträgerin der Familienbeziehungen“ ist – Oma ist eben doch die Allerbeste.

Omas „Piepsekleine-Männchen“

Oma kann Geschichten erzählen, die sind spannender als jeder Tatort. Besonders unsere beiden Enkel sind immer wieder hin und weg, wenn sie von den Erlebnissen des „Piepsekleine-Männchens“ berichtet. Dieser kleine Kerl, nicht größer als der kleine Finger einer Hand, lebt bei einem Mädchen, das einfach Mädchen heißt. Nur ihre Eltern wissen von seiner Existenz, denn vor ihnen will sie keine Geheimnisse haben. Überall, wo das Mädchen hinkommt, kommt auch der kleine Mann hin, der sich immer gut in ihrer Hosentasche versteckt. Dort lernt er die ganze Welt kennen und erlebt aufregende Abenteuer. Natürlich vertraut das Mädchen ihm alle ihre Geheimnisse an und erklärt ihm, was und warum so alles passiert. Was soll ich sagen? Ganz schön raffiniert von Oma, auf diese Art und Weise so mal nebenbei auch die täglichen Erlebnisse der beiden Buben aufzuarbeiten. Das hat sie auch schon mit unseren Kindern getan. Eigentlich schade, dass sie die Geschichten nicht aufgenommen bzw. aufgeschrieben hat. Das wäre ganz sicher ein tolles Kinderbuch – vielleicht sogar noch mit Illustrationen von ihr selbst.

Wirklich alt …

Dieser Tage war unser früherer Babysitter mit ihrem Mann im Rahmen eines Berlin-Besuchs bei uns zu Gast. Opa hat sich natürlich mächtig ins Zeug gelegt und was Leckeres gekocht. Das kam auch ausgesprochen gut an, und wir haben den ganzen Abend richtig viel Spaß gehabt. Zwischenzeitlich allerdings, dafür konnte die beiden jedoch nichts, blieb mir mein Lachen sozusagen im Halse stecken. Da wies unser Babysitter nämlich energisch darauf hin, dass sie und ihr Mann die Silberhochzeit längst hinter sich hätten und ebenfalls bereits Großeltern seien. Babysitter, Silberhochzeit, Großeltern – irgendwie konnte mein Gehirn da keinen sinnvollen Zusammenhang herstellen, bis auf den: Oma und Opa müssen mittlerweile steinalt sein. Was soll ich sagen? Manchmal steht man ja wirklich auf der Leitung. Wenn Oma und Opa demnächst 40-jährigen Hochzeitstag feiern, dann kann unser Babysitter von einst ja nicht mehr in den Flitterwochen sein. Ja, ja, wir werden wirklich alt …

Wohl dem, der eine Oma hat …

Omas sind wichtig für den Nachwuchs. Unsere Enkel wissen das schon längst. Was jedoch bei uns Menschen ganz normal scheint, ist in der Tierwelt eher die Ausnahme: Nur bei Elefanten und ganz wenigen anderen Tierarten spielen Großmütter eine Rolle – und allem Anschein nach eine ganz wichtige sogar. Phyllis Lee, Professorin der britischen University of Stirling, hat in einem Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten die Daten von mehr als 800 Elefanten im kenianischen Amboseli National Park analysiert und ist dabei zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Wenn ein Elefantenbaby eine Großmutter hatte, stiegen seine Überlebenschancen enorm. Denn die Elefantenomas helfen den Elefantenmüttern, das Elefantenbaby zu beschützen, es im Auge zu behalten und ihm weiterzuhelfen, wenn es mal hakt. Es ist also wie im menschlichen Leben und erklärt vielleicht auch, warum die Elefantendamen – ähnlich wie die menschlichen Damen – so lange noch leben, auch wenn sie sich nicht mehr reproduzieren können. Jedenfalls stützen die Ergebnisse die Großmutter-Hypothese, wonach Großmütter – evolutionsbiologisch gesehen – auch für die gesamte Familie von Vorteil und wichtig sind. Was soll ich sagen? Auch die Mütter von heute können da ein Lied von singen. Jedes dritte Kind im Alter bis zu drei Jahren verbringt mindestens einmal die Woche mehrerer Stunden bei seiner Großmutter. Man muss es wohl so sagen: Wohl dem, der eine Oma hat …

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Kleine Verschleißerscheinung

Es ist noch gar nicht lange her, da gehörten zerrissene Jeans für Frauen „absolut in die Kategorie ‚muss ich haben‘“, wie AJOURÉ online schrieb. Und es war völlig egal, ob die Beinkleider in der DIY-Variante (zerrissene Jeans mit Schmirgelpapier oder Drahtbürste selbst gemacht) oder einfach gekauft daherkamen. Im letzteren Fall ließen sich manche Damen auch gar nicht Lumpen. Selbst für zurückgesetzte Ware wurden zuweilen noch Preise aufgerufen, die locker über 1.000 Euro lagen. Vor diesem Hintergrund war es Opa gänzlich unverständlich, warum Oma neulich zum Einkaufen unbedingt eine andere Hose anziehen wollte – nur weil die eine kleine Verschleißerscheinung aufwies. Dabei galt und gilt: Stylisch kombinierbar sind zerrissene Jeans auf jeden Fall, egal wie teuer die Hose ist. Was soll ich sagen? Also, im Supermarkt ist die Jeans niemandem aufgefallen. Wie gut, dass das zerrissene Teil nur das Ergebnis jahrelangen Spielens mit den Enkeln auf dem Boden war und nicht das eines sündhaft teuren Einkaufs. Nochmal Glück gehabt.

IMG_2526Nur wegen der kleinen Verschleißerscheinung wollte Oma unbedingt die Hose wechseln.