Unglaubliches unnützes Wissen

Sachen gibt es, die sind unglaublich. Fangen wir mal an. In Berlin gibt es, nein, das werden Sie jetzt wirklich nicht glauben, einen verganen Sexshop, der auch noch damit wirbt: „Bring deine Mutter mit.“ Wenn Sie glauben, Aldi sei eine Billigmarke, sind Sie ebenfalls falsch gewickelt. So gibt es in Potsdam beispielsweise eine Aldi-Filiale, die einen Bootssteg hat. Sie halten das alles für unnützes Wissen? Dann werden Sie vermutlich auch nicht glauben, dass es einen Tag des unnützen Wissens gibt – und der ist auch noch heute. Was soll ich sagen? Wenn Sie sich jetzt doch für skurrile Fakten begeistern, die man nicht mehr vergisst, obwohl man sie überhaupt nicht braucht, dann kann ich Ihnen nur eines der zahllosen Bücher empfehlen, die es über unnützes Wissen gibt. Und das werden Sie jetzt erst recht nicht glauben: Selbst der Duden beschäftigt sich mit unnützem Wissen – über Deutschland und, und das setzt dem Ganzen noch die Krone auf, mit unnützem Sprachwissen. Wie gesagt: Sachen gibt es, die sind unglaublich.

                                                        Duden – Unnützes Sprachwissen: Gibt es tatsächlich auch sowie bald eine Rezension.

Ein Shopping-Erlebnis

Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mich nicht mehr so schnell und so viel aufzuregen. Die ersten beiden Tage hatte das eigentlich schon ganz gut geklappt – fast. Denn als ich mich am Nachmittag des gestrigen Tages entschlossen hatte, mit Oma ein paar Einkäufe zu tätigen, hat sich Peek & Cloppenburg offensichtlich gedacht: Das wollen wir doch mal sehen! Ganz kurz zur Vorgeschichte: Umstände bedingt hatte ich etwas, so um die 20 Kilogramm, abgenommen. Dabei war zwangsläufig auch meine Garderobe etwas geschrumpft. Und ich musste endlich mal für Nachschub sorgen. Also landeten wir bei besagtem Bekleidungsgeschäft, bei dem ich auch fündig wurde: Ein Anzug plus Ersatzhose, zwei Chinos und eine Jeans. Wie gut, dass fast alles von der Marke „Sale“ war. Jedenfalls summierten sich die sechs Teile auf 589,40 Euro – zugegeben auch noch ein stolzer Preis, wobei ich das jetzt nicht in D-Mark umrechnen will. Die Kassiererin, die gleichzeitig auch noch alles akkurat zusammenpackte, guckte entsprechend glücklich und lächelte mich an. Doch dann öffnete sie ihre Lippen und wisperte mir zu: „Haben Sie etwas zum Einpacken dabei oder möchten Sie ein Plastiktüte für 20 Cent?“ Wie vom Donner gerührt war ich kurz davor, zu sagen: „Behalten Sie Ihr Zeug und …“ Aber immerhin hatte ich jetzt schon fast zwei Stunden investiert, um meinen Garderobenschrank wenigsten einigermaßen wieder zu komplettieren. Also machte ich aus meinem Herzen erst einmal keine Mördergrube, sondern meinem Ärger Luft – wobei zugegebener Maßen die arme Frau am wenigsten dafür kann. Aber es kann doch wohl nicht sein, dass ich in einem Geschäft Sachen in einem Wert kaufe, für den eine alte Frau schon ziemlich lange stricken muss, und dann soll ich als Dank dafür auch noch einen Plastikwerbeträger kaufen, für den es noch nicht einmal eine Alternative gab – lediglich den Hinweis, dass die 20 Cent in ein Sozialprojekt fließen. Was soll ich sagen? Auf der Webseite des Hauses fand ich dafür zwar keinen eindeutigen Hinweis. Aber mir hätte es auch schon gereicht, wenn die Marke, zu der ich in Jugendzeiten wirklich treu gestanden habe, sich dem Teil der Textilhändler angeschlossen hätte, die schon seit geraumer Zeit auf Papiertüten umgestellt hat. Denn dass Plastiktüten – um es ganz vorsichtig auszudrücken – wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluss sind, habe ich durchaus verstanden. Aber so geht es bei einem Einkaufsvolumen dieser Art nun wirklich nicht. Ich habe aber schon eine Lösung für den nächsten Einkauf bei P & C: Da nehme ich die hochqualitative Papiertüte von Hirmer GROSSE GRÖSSEN, die ich dort bei unserem anschließenden Besuch und Kauf von zwei reduzierten Pullovern bekommen habe, mit und lasse mir alles sorgfältig einpacken. Das finden die da sicher dann genau so lustig wie ich die Frage, ob ich bei einem Fast-600-Euro-Einkauf gerne eine Plastiktüte für 20 Cent kaufen möchte. Einfach unglaublich dieses Shopping-Erlebnis!

35 Euro Bußgeld für Pause

Eigentlich wollte ich nur schnell noch einen schönen Sonntagabend wünschen. Doch kurz bevor ich auf die Seite von Opas Blog wechselte, stieß ich auf eine Meldung in der Newsübersicht, die mir die Sprache verschlug – die Überschrift: Rentner sitzt an Haltestelle – nun soll er Bußgeld bezahlen. Was war passiert? Ein 85-jähriger Demenzkranker hat sich für acht Minuten an der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz am Hauptbahnhof in Düsseldorf ausgeruht, nun soll er an die Stadt ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro bezahlen. In dem Bußgeldbescheid heißt der direkte Vorwurf: „Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz.“ Was soll ich sagen? Nach Rückfragen. von Medien muss der Mann das Bußgeld nun doch nicht zahlen. Aber die Erklärung einer Sprecherin macht die Sache auch nicht besser. Denn die vermutete, dass den Kontrolleuren eventuell nicht klar gewesen sei , dass der Mann wirklich nur eine Pause gebraucht habe: „Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären“, so Dame wörtlich. Na, wenn das so ist, dann ist ja alles gut …??? Oder??? Nein!!! Überhaupt nicht. Es ist tieftraurig, dass es so etwas in Deutschland 2017 überhaupt gibt. Trotzdem, einen schönen Sonntag noch …

Wann würden Sie gerne sterben?

Wann würden Sie denn gerne sterben? Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Frage lautet: Wann würden Sie denn gerne sterben? Warum ich das wissen will? Ganz einfach: Heute habe ich in der “Welt” in einem Artikel über Hundertjährige gelesen, dass das beliebteste Sterbealter in Deutschland bei 80 Jahren liegt, und will nun wissen, ob das stimmt. Denn glauben kann ich das irgendwie nicht. Und überhaupt ist die Frage merkwürdig. Suggeriert sie doch, dass man sich das Sterbealter aussuchen könnte und die ganze Sache auch noch Spaß machen würde. Meine Erkenntnis ist da doch anders. Die Leute wollen zwar nicht alt werden, aber immerhin länger leben. Schon das passt ja nicht ganz zusammen und zeigt, wie schwierig der Umgang mit diesem Thema ist. Dabei geht es auch anders. Nehmen wir den 56-jährigen George Clooney, der nach eigener Aussage zwar spät mit der Familienplanung angefangen hat – er ist Vater von im Juni geborenen Zwillingen. Aber, so sagt er weiter: “Ich versuche alles aufzuholen. Solange ich nicht am Stock oder mit dem Rollator meinen Kids hinterher rennen muss.” Von irgendeinem Sterbealter ist da jedenfalls nicht die Rede. Was soll ich sagen? Auch der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, denkt ganz sicher nicht ans Sterben, nachdem er mit seinen Begleitern glücklich in einem Hotel auf Bali angekommen ist. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Persisches Blausalz am Stück

Oma und Opa haben sich in Paris etwas ganz Exklusives geleistet: Persisches Blausalz am Stück. Das werden wir bei der nächstbesten Gelegenheit mit Reibe auf dem Essenstisch präsentieren. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Verpackung allerdings lassen wir lieber weg. Denn dort steht doch tatsächlich ein Haltbarkeitsdatum drauf, und das bei einem Produkt, was Millionen von Jahren alt ist. Danach haben wir immerhin zehn Jahre Zeit, das Salz aufzubrauchen. Das sollten wir schaffen, auch wenn die drei Brocken, die wir da erstanden haben, eine nicht unbeachtliche Größe haben. Was soll ich sagen? Sollte das Salz vorher aufgebraucht sein, kann ich ja beim Nachbarn klingeln und fragen, ob er mir kurzfristig aushelfen kann. Hoffentlich kommt der dann nicht mit rosafarbenem Himalayasalz an …

Schönes persisches Blausalz: Millionen Jahre alt – und mit Haltbarkeitsdatum versehen.

Jahrhundertregen in Berlin

Opa hat es diese Woche die Sprache verschlagen. Ein Grund dafür war der Regen, der sich am Donnerstag über Berlin ergossen hat. Die Berliner Wasserbetriebe sprachen von einem “Jahrhundertregen”. Und der hat der Hauptstadt mehr als doppelt so viel Niederschlag beschert wie sonst im ganzen Juni. Wie auch immer: Es gab Szenen auf den Straßen, die man so noch nie gesehen hatte. Da haben sich ganze Straßenzüge in reißen Fluten verwandelt. Autos muteten wie Boote an. Und Fußgänger versanken plötzlich in den Wassermassen, weil sie in offenen Gullis getreten waren. Auch Oma und Opa mussten sich durch die Stadt quälen, was sich allerdings, wenn man so aus dem Fenster schaute, wie eine Bootsfahrt anfühlte. Was soll ich sagen? Da ist in der Tat so manches ins Wasser gefallen.

Wer treibt da sein Unwesen?

Irgendein Tier treibt derzeit sein Unwesen in unserem Garten. Grundsätzlich sind ja alle willkommen: Ob Amsel, Drossel, Fink und Star, die ganze Vogelschar wird von uns durchgefüttert, Taube und Eichelhäher inklusive. Auch Maus, Eichhörnchen und Fuchs sind mehr oder weniger gelitten, wenn sie sich denn gut benehmen. Letzterer allerdings gehört zum Kreis der Verdächtigen. Denn jeden Morgen finden wir immerhin etwas größere Gegenstände wie (Garten-)Schuhe oder Kaminholz auf unserem Rasen, die am Abend zuvor noch auf der Terrasse platziert waren. Auch die Meisenkugeln vom Vogelhäuschen liegen plötzlich herum, statt dort zu hängen, wo sie hingehören. Was soll ich sagen? Oma und Opa sind ja gutmütig und wollen niemandem etwas Böses. Aber es nervt irgendwie schon, wenn man jeden Morgen erst den Garten aufräumen muss, ehe der Tag überhaupt so richtig beginnt.

Wie sind die Schuhe auf den Rasen gekommen? Selbst gelaufen sind sie sicherlich nicht.

Auf Wanderschaft …

Es gibt ja wirklich komische Dinge! Haben Sie schon mal von einem (Bau-)Elektrokasten gehört, der anfängt zu wandern. Nein?!? Ich auch nicht. Vor unserem Nachbarhaus allerdings hat sich jetzt solch ein Kasten auf den Weg gemacht, wobei zu hoffen ist, dass er sich an Tempo 30 hält. Mit welcher Geschwindigkeit sich das informierte Bezirksamt nun um das Thema kümmert, müssen wir erst mal abwarten. Was soll ich sagen? Solange sich nicht auch noch die beiden anderen Kästen in Bewegung setzen, ist (beinahe) alles gut. Insofern ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund …

Soweit die Füße tragen …

Lunch Shaming: Das ist krank!

Diese Welt ist krank! Das war mein erster Gedanke, als ich heute vom „Lunch Shaming“ in den USA las. Da werden doch tatsächlich Kinder gedemütigt, deren Eltern das Essensgeld nicht bezahlen können. Entweder bekommen sie einen Stempel auf den Arm oder müssen den Boden wischen. Gott sei Dank gibt es da noch Menschen wie die ehemalige Kantinenmitarbeiterin Stacy Koltiska. Die kündigte nämlich ihren Job, weil sie diese Ächt-Praxis nicht mehr ertragen konnte. Was soll ich sagen? Die USA – das Land der begrenzten Unmöglichkeiten. So etwas gibt es in Deutschland (hoffentlich) nicht.

Keine gute Werbung

Opa war eigentlich ganz happy mit seiner Uhr, die er sich im Februar gekauft hatte. Denn, so verspricht Lilienthal Berlin ja auch auf seiner Homepage, “dass die L1 nicht nur stets verlässlich die Zeiten deutet – sondern auch, dass sie mit einem guten Gefühl getragen werden kann.” Das war auch so, bis heute. Denn letzte Woche kam eine E-Mail von dem Uhrenhersteller mit der Bitte, doch an einer Umfrage teilzunehmen. “25-Euro-Gutschein und Gewinnchance für deine Meinung”, hieß es dazu im Betreff, was Opa insofern entgegenkam, als er sich ohnehin noch ein schwarzes Armband zulegen wollte. Das hatte er nämlich damals beim Kauf irgendwie verpennt, obwohl es auch da einen Gutschein gegeben hatte. Als Opa nun zum Kauf schreiten wollte, wurde er insofern überrascht, als es plötzlich hieß: “Der Mindestumsatz für diesen Gutschein beträgt 90 €.” Das scheint offensichtlich auch anderen Teilnehmern der Umfrage übel aufgestoßen zu sein. Denn bei einem Anruf bei Lilienthal Berlin bestätigte eine freundliche Dame, dass Opa nicht der erste Anrufer in dieser Sache sei. Statt aber das Thema jetzt kurzfristig und so schnell wie möglich zu beenden und den Teilnehmern den versprochenen Gutschein zuzugestehen, versucht Lilienthal Berlin sich nunmehr herauszumogeln und bietet ganz großzügig einen Gutschein in Höhe von 15 Euro an. Was soll ich sagen? Es geht wirklich nicht um zehn Euro. Aber das ist genau die Bauernfängerei, die den Menschen so fürchterlich auf die Nerven geht. Wenn diese Uhr so sein soll wie Berlin, ist das keine gute Werbung für die Stadt – und für die Uhrmarke schon gleich gar nicht. Otto Lilienthal, der Namenspate der Marke ist, dürfte sich im Grabe umdrehen.

Keine gute Werbung: Erst Gutschein versprechen, dann Mindestumsatz fordern.

PS: Lilienthal Berlin hat übrigens bei Opa angerufen und angekündigt, man werde noch auf die Kunden zukommen und sich entschuldigen. Man darf gespannt sein, der erste Schritt jedenfalls ging erst mal in die falsche Richtung.