Wann würden Sie gerne sterben?

Wann würden Sie denn gerne sterben? Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Frage lautet: Wann würden Sie denn gerne sterben? Warum ich das wissen will? Ganz einfach: Heute habe ich in der „Welt“ in einem Artikel über Hundertjährige gelesen, dass das beliebteste Sterbealter in Deutschland bei 80 Jahren liegt, und will nun wissen, ob das stimmt. Denn glauben kann ich das irgendwie nicht. Und überhaupt ist die Frage merkwürdig. Suggeriert sie doch, dass man sich das Sterbealter aussuchen könnte und die ganze Sache auch noch Spaß machen würde. Meine Erkenntnis ist da doch anders. Die Leute wollen zwar nicht alt werden, aber immerhin länger leben. Schon das passt ja nicht ganz zusammen und zeigt, wie schwierig der Umgang mit diesem Thema ist. Dabei geht es auch anders. Nehmen wir den 56-jährigen George Clooney, der nach eigener Aussage zwar spät mit der Familienplanung angefangen hat – er ist Vater von im Juni geborenen Zwillingen. Aber, so sagt er weiter: „Ich versuche alles aufzuholen. Solange ich nicht am Stock oder mit dem Rollator meinen Kids hinterher rennen muss.“ Von irgendeinem Sterbealter ist da jedenfalls nicht die Rede. Was soll ich sagen? Auch der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, denkt ganz sicher nicht ans Sterben, nachdem er mit seinen Begleitern glücklich in einem Hotel auf Bali angekommen ist. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Persisches Blausalz am Stück

Oma und Opa haben sich in Paris etwas ganz Exklusives geleistet: Persisches Blausalz am Stück. Das werden wir bei der nächstbesten Gelegenheit mit Reibe auf dem Essenstisch präsentieren. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Verpackung allerdings lassen wir lieber weg. Denn dort steht doch tatsächlich ein Haltbarkeitsdatum drauf, und das bei einem Produkt, was Millionen von Jahren alt ist. Danach haben wir immerhin zehn Jahre Zeit, das Salz aufzubrauchen. Das sollten wir schaffen, auch wenn die drei Brocken, die wir da erstanden haben, eine nicht unbeachtliche Größe haben. Was soll ich sagen? Sollte das Salz vorher aufgebraucht sein, kann ich ja beim Nachbarn klingeln und fragen, ob er mir kurzfristig aushelfen kann. Hoffentlich kommt der dann nicht mit rosafarbenem Himalayasalz an …

Schönes persisches Blausalz: Millionen Jahre alt – und mit Haltbarkeitsdatum versehen.

Jahrhundertregen in Berlin

Opa hat es diese Woche die Sprache verschlagen. Ein Grund dafür war der Regen, der sich am Donnerstag über Berlin ergossen hat. Die Berliner Wasserbetriebe sprachen von einem „Jahrhundertregen“. Und der hat der Hauptstadt mehr als doppelt so viel Niederschlag beschert wie sonst im ganzen Juni. Wie auch immer: Es gab Szenen auf den Straßen, die man so noch nie gesehen hatte. Da haben sich ganze Straßenzüge in reißen Fluten verwandelt. Autos muteten wie Boote an. Und Fußgänger versanken plötzlich in den Wassermassen, weil sie in offenen Gullis getreten waren. Auch Oma und Opa mussten sich durch die Stadt quälen, was sich allerdings, wenn man so aus dem Fenster schaute, wie eine Bootsfahrt anfühlte. Was soll ich sagen? Da ist in der Tat so manches ins Wasser gefallen.

Wer treibt da sein Unwesen?

Irgendein Tier treibt derzeit sein Unwesen in unserem Garten. Grundsätzlich sind ja alle willkommen: Ob Amsel, Drossel, Fink und Star, die ganze Vogelschar wird von uns durchgefüttert, Taube und Eichelhäher inklusive. Auch Maus, Eichhörnchen und Fuchs sind mehr oder weniger gelitten, wenn sie sich denn gut benehmen. Letzterer allerdings gehört zum Kreis der Verdächtigen. Denn jeden Morgen finden wir immerhin etwas größere Gegenstände wie (Garten-)Schuhe oder Kaminholz auf unserem Rasen, die am Abend zuvor noch auf der Terrasse platziert waren. Auch die Meisenkugeln vom Vogelhäuschen liegen plötzlich herum, statt dort zu hängen, wo sie hingehören. Was soll ich sagen? Oma und Opa sind ja gutmütig und wollen niemandem etwas Böses. Aber es nervt irgendwie schon, wenn man jeden Morgen erst den Garten aufräumen muss, ehe der Tag überhaupt so richtig beginnt.

Wie sind die Schuhe auf den Rasen gekommen? Selbst gelaufen sind sie sicherlich nicht.

Auf Wanderschaft …

Es gibt ja wirklich komische Dinge! Haben Sie schon mal von einem (Bau-)Elektrokasten gehört, der anfängt zu wandern. Nein?!? Ich auch nicht. Vor unserem Nachbarhaus allerdings hat sich jetzt solch ein Kasten auf den Weg gemacht, wobei zu hoffen ist, dass er sich an Tempo 30 hält. Mit welcher Geschwindigkeit sich das informierte Bezirksamt nun um das Thema kümmert, müssen wir erst mal abwarten. Was soll ich sagen? Solange sich nicht auch noch die beiden anderen Kästen in Bewegung setzen, ist (beinahe) alles gut. Insofern ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund …

Soweit die Füße tragen …

Lunch Shaming: Das ist krank!

Diese Welt ist krank! Das war mein erster Gedanke, als ich heute vom „Lunch Shaming“ in den USA las. Da werden doch tatsächlich Kinder gedemütigt, deren Eltern das Essensgeld nicht bezahlen können. Entweder bekommen sie einen Stempel auf den Arm oder müssen den Boden wischen. Gott sei Dank gibt es da noch Menschen wie die ehemalige Kantinenmitarbeiterin Stacy Koltiska. Die kündigte nämlich ihren Job, weil sie diese Ächt-Praxis nicht mehr ertragen konnte. Was soll ich sagen? Die USA – das Land der begrenzten Unmöglichkeiten. So etwas gibt es in Deutschland (hoffentlich) nicht.

Keine gute Werbung

Opa war eigentlich ganz happy mit seiner Uhr, die er sich im Februar gekauft hatte. Denn, so verspricht Lilienthal Berlin ja auch auf seiner Homepage, „dass die L1 nicht nur stets verlässlich die Zeiten deutet – sondern auch, dass sie mit einem guten Gefühl getragen werden kann.“ Das war auch so, bis heute. Denn letzte Woche kam eine E-Mail von dem Uhrenhersteller mit der Bitte, doch an einer Umfrage teilzunehmen. „25-Euro-Gutschein und Gewinnchance für deine Meinung“, hieß es dazu im Betreff, was Opa insofern entgegenkam, als er sich ohnehin noch ein schwarzes Armband zulegen wollte. Das hatte er nämlich damals beim Kauf irgendwie verpennt, obwohl es auch da einen Gutschein gegeben hatte. Als Opa nun zum Kauf schreiten wollte, wurde er insofern überrascht, als es plötzlich hieß: „Der Mindestumsatz für diesen Gutschein beträgt 90 €.“ Das scheint offensichtlich auch anderen Teilnehmern der Umfrage übel aufgestoßen zu sein. Denn bei einem Anruf bei Lilienthal Berlin bestätigte eine freundliche Dame, dass Opa nicht der erste Anrufer in dieser Sache sei. Statt aber das Thema jetzt kurzfristig und so schnell wie möglich zu beenden und den Teilnehmern den versprochenen Gutschein zuzugestehen, versucht Lilienthal Berlin sich nunmehr herauszumogeln und bietet ganz großzügig einen Gutschein in Höhe von 15 Euro an. Was soll ich sagen? Es geht wirklich nicht um zehn Euro. Aber das ist genau die Bauernfängerei, die den Menschen so fürchterlich auf die Nerven geht. Wenn diese Uhr so sein soll wie Berlin, ist das keine gute Werbung für die Stadt – und für die Uhrmarke schon gleich gar nicht. Otto Lilienthal, der Namenspate der Marke ist, dürfte sich im Grabe umdrehen.

Keine gute Werbung: Erst Gutschein versprechen, dann Mindestumsatz fordern.

PS: Lilienthal Berlin hat übrigens bei Opa angerufen und angekündigt, man werde noch auf die Kunden zukommen und sich entschuldigen. Man darf gespannt sein, der erste Schritt jedenfalls ging erst mal in die falsche Richtung.

Wer Ordnung hält …

Irgendwie ist mir diese Woche völlig entglitten. Dass heute schon Freitag ist, mag ich nach wie vor kaum glauben. Jedenfalls sind die letzten Tage wie im Fluge vergangen. Wenn das so weitergeht, muss ich mich noch anschnallen, selbst wenn ich nur am Schreibtisch sitze. Immerhin bin ich dazu gekommen, auf dessen Oberfläche wieder für Ordnung zu sorgen. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass ich nicht mehr alles sofort finde und noch länger suchen muss als zuvor. Es geht doch nichts über konstruktives Chaos. Was soll ich sagen? Über den Satz Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen muss ich dann wohl doch noch mal nachdenken.

Wer Ordnung hält, ist bloß zu faul zum Suchen – oder doch nicht? Kommt wohl drauf an …

„Ehe und Familienleben“

Das Wort zum Sonntag gibt es schon seit über 60 Jahren in Deutschland. Seit dem 8. Mai 1954 wird es jeden Samstag nach den Tagesthemen im Ersten ausgestrahlt und regt an zum Nachdenken, Umdenken und zum menschlichen Denken. Das genaue Gegenteil ist eine Broschüre, die mit dem Titel „Ehe und Familienleben“ und Tipps für Frischvermählte in der Türkei für Aufregung sorgt. Und das kann man verstehen. Denn die rosafarbene Broschüre der Stadt Kütahya mit einer Rose auf dem Cover wartet mit Hinweisen und Vorschlägen auf, bei denen einem die Luft wegbleibt und man unwillkürlich ans Mittelalter denkt. So heißt es da beispielsweise: „Wenn du als Ehefrau beim Sex sprichst, wird dein Kind stottern.“ Ein anderer Tipp, dieses Mal für die Ehemänner, lautet: „Heiratet gebärfreudige, liebenswürdige Frauen, aber sie sollen Jungfrauen sein.“ Ernst gemeint ist ganz offensichtlich auch: „Für den Fall, dass die Frau zickig ist, sollte der Mann sich nicht sofort scheiden lassen, damit diese Frau nicht auch noch zum Verhängnis für einen anderen Mann wird. Stattdessen sollte der Ehemann eine zweite Frau ehelichen, damit sie die erste Ehefrau zur Vernunft bringt.“ Was fehlt noch, na klar: „Eine Frau, die sich nicht für ihren Mann zurechtmacht, ihrem Mann als Herren im Hause nicht gehorsam ist, kann geschlagen werden.“ Ergo: „Manchmal sind ein, zwei Schläge ganz nützlich, das wirkt wie Medizin. Der Ehefrau wird so in Erinnerung gerufen, wer das Sagen im Haus hat.“ Und es ist auch keine Realsatire, wenn da steht: „Berufliches Arbeiten ist für die Frau unnütz.“ Denn: „Im Arbeitsleben kann die Frau einen noch attraktiveren Mann als ihren Ehemann sehen und sich in ihn verlieben. Sie soll daher ihre Beine übereinanderschlagen und lieber zu Hause bleiben.“ Was soll ich sagen? Da fällt einem nichts mehr ein. Vielleicht hilft ja die Information weiter, dass der Bürgermeister der Stadt Mitglied der AKP, der Partei von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, ist. Ach so, dann ist ja alles klar.