Men’s Health Dad: Opa ist wieder

Die neue Ausgabe von Men’s Health Dad ist da und ab morgen am Kiosk zu haben. Und wer ist wieder mit von der Partie? Na klar, Opa natürlich. Bei der Gewissensfrage gebe ich – neben Mario Förster von Netpapa, Sven Trautwein von Zwillingswelten und Kai Bösel von Daddylicious – meinen Senf dazu und antworte auf die Frage: Können Väter und Kerle ohne Kinder Freunde sein? An anderer Stelle gibt es von mir Rezepte und Tipps, wie man mit Kinder kochen kann. Was soll ich sagen? Men’s Health Dad und Opa, ein generationsübergreifendes Dreamteam. Wer es sich nicht kauft und liest, ist selber schuld.

Die neue Men’s Health Dad ist ab morgen am Kiosk zu haben. Und Opa ist wieder dabei.

Leitmedium des 21. Jahrhunderts

Es kommt leider nicht (mehr) sehr oft vor, dass ich von journalistischen Kollegen schwärme. Aber heute muss ich es (wieder) einmal tun, zumal es längst überfällig ist. Die Rede soll von Gabor Steingart sein, seines Zeichens Herausgeber des Handelsblattes und regelmäßiger Autor des unter diesem Dach erscheinenden Morning Briefings. Dieses ist für Opa – ebenso wie für Oma – ein unverzichtbares Muss geworden. Meistens lesen wir diese morgentliche Einstimmung noch im Bett, ehe wir uns dann daran machen, den Tag bestens informiert zu beginnen. In dieser Woche, um nun zum eigentlich Thema zu kommen, hat sich Steingart selbst übertroffen und mit einem Satz in die Diskussion um Leitmedien eingeschaltet, der in Stein gemeißelt werden sollte: „Das Leitmedium des 21. Jahrhunderts ist der Mensch.“ Während die einen (noch) meinen, Social Media sei das Leitmedium des 21. Jahrhunderts, erklären andere, dies seien nunmehr Spiele. Wie auch immer, angesichts der unaufhaltsamen und in einigen Bereichen sogar dringend notwendigen Digitalisierung unseres Lebens erscheint gerade die Rückbesinnung auf den Menschen die richtige Antwort auf die berechtigten Fragen vieler verunsicherten Mediennutzer. Was soll ich sagen? Hoffentlich machen sich viele Medienmacher Steingarts Satz zu eigen und verabschieden sich endlich von dem Motto, das ganz offensichtlich nach wie vor selbst in großen Verlags- und Medienhäusern gilt: Bei uns steht der Leser immer im Mittelpunkt – und damit ständig im Wege.

Duden: Von „a“ bis „80er-Jahre“

„Wir sind überzeugt davon, dass die Fähigkeit, korrekt und angemessen zu schreiben, auch in Zeiten digitaler Informations- und Kommunikationsprozesse ihren hohen Stellenwert behaupten wird“, ist die Dudenredaktion überzeugt und glaubt, dass die gerade eben erschienene Neuauflage des Rechtschreibdudens dazu einen wichtigen Beitrag leistet. Wenn man an so manche E-Mail oder SMS denkt, kann man das nur hoffen und wirft schnell einen Blick in das neue Werk, das mittlerweile rund 145.000 Stichwörter auf 1.264 Seite auflistet. Vergleicht man das mit der ersten Auflage von 1880, die noch mit 27.000 Stichwörtern auf 187 Seite auskam, ist das eine beachtliche Steigerung. Aber immerhin umfasst der deutsche Wortschatz aktuell zwischen 300.000 und 500.000 Wörtern, von denen der Durschschnittsdeutsche allerdings nur gerade einmal 12.000 bis 16.000 Wörter benutzt, darunter etwa 3.500 Fremdwörter. Das dazu nicht unbedingt „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung“ zählt, das mit 44 Buchstaben das längste Wort im Duden ist, versteht sich fast von selbst. Wir hier in Berlin können derweil ja stolz wie Bolle sein. Denn immerhin hat es der Späti und ick bzw. icke in die Neuauflage geschafft, die insgesamt etwa 5.000  Wörter neu aufgenommen hat. Was soll ich sagen? Also, Opa findet den Duden ja immer wieder „lesenswert“, zumal es z.B. mit Sprache in Zahlen oder den Worten bzw. Unworten des Jahres durchaus auch Unterhaltsames gibt. Allerdings bin ich ein wenig irritiert. Dass das Wörterverzeichnis mit a=1Ar; Atto… anfängt, verstehe ich ja noch. Dass es aber mit 80er-Jahre aufhört, erschließt sich mir – auch nach längerem Nachdenken – nicht. Vielleicht kann mir da ja jemand helfen.

Duden – Die deutsche Rechtschreibung                                                           Dudenverlag, Berlin, 2017, 1264 Seiten, 26 Euro, ISBN: 978-3-411-04017-9

Herr K. hat es nicht leicht!

Opa war in der abgelaufenen Woche teilweise etwas indisponiert. Eine der Hauptbeschäftigungen war insofern Lesen, wobei Opas jüngste Tochter dazu ein geniales Büchlein beigesteuert hat: Der Moderne Mann von Thomas Tuma, ein Journalisten-Kollege, der beim Handelsblatt arbeitet. Dort hat er auch seinen Herrn K. zum Leben erweckt und präsentiert ihn nach wie vor in einer Kolumne. Und Herr K. hat es in der Tat nicht leicht! Ich will ja nicht zu viel verraten. Aber, so steht geschrieben: „Die moderne Lebenswelt bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, denen man(n) sich heute stellen muss. Ein wenig Verständnis von seiner Familie wünscht er sich durchaus, doch seine Frau weiß nicht einmal, womit er sich im Job den lieben langen Tag beschäftigt: Als „Senior-Consultant-Key-Account-Irgendwas“ hat sie ihn einmal im Gespräch mit einer wildfremden Frau angeschickert bei einer Party bezeichnet.“ Dabei will ich es denn auch schon bewenden lassen. Denn: Man muss es selber lesen. Was soll ich sagen? Herr K. wirkt wie ein Spiegel, ein Spiegel unserer Zeit, der auch noch ausgesprochen unterhaltsam  (geschrieben) ist. Wenn es Herrn K. noch nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Insofern: Danke, Herr Kollege. Und meinen Lesern wünsche ich noch ein schönes Wochenende, und bleiben Sie gesund …

                                                                           Thomas Tuma, Der Moderne Mann                                                                               GABAL Verlag, Offenbach, 2016, 120 Seite, 15,00 Euro, ISBN 978-3-86936-728-6

Neues Magazin: Nice, hamma!

„Nice, hamma!“ ist, heißt es in „Süddeutsche Zeitung Familie“, 2016 der jugendliche Ausdruck der Bewunderung schlechthin gewesen. Und „nice, hamma!“ kann man heute bewundernd ganz sicher auch zu diesem neuen Magazin für Eltern und Kinder sagen. Denn die Marketingleute haben nicht zu viel versprochen, als sie schrieben: „Es besteht aus zwei Teilen –  einem für Eltern und einem für Kinder – und besticht durch große Leser- und Lebensnähe, hohe emotionale Aktualität und journalistische Qualität.“ Zielgruppe sind moderne Mütter und Väter, die – gut ausgebildet, beruflich erfolgreich – mindestens ein Kind im Alter zwischen vier und elf Jahren haben – sowie eben diese Kinder, die sich im Kindergarten- und Grundschulalter befinden. Aber auch Großeltern, so viel kann ich als Großvater sagen, werden angesprochen. Der Lesestoff ist kurzweilig, die Themenauswahl vielfältig und die Aufmachung ansprechend. Und so, wie das Heft für die Eltern daher kommt, scheint auch das Heft für die Kinder zu sein. Jedenfalls brachte unser jüngster Enkel sein Urteil kurz und bündig auf den Punkt: „Das ist gut“, sprach’s und verschwand – natürlich mit seinem Heft unterm Arm. Was soll ich sagen? Die Idee, ein Magazin zu entwickeln, das sich in zwei eigenständige Hefte trennen lässt, hat etwas und es so auch noch nicht gegeben. In Zeiten, in denen Kinder viel zu viel alleine vor dem Computer oder Fernseher sitzen und Lesen aus der Mode gekommen ist, mag ein solches Print-Magazin für einige Zeitgenossen ein wenig archaisch wirken. Aber vielleicht weist ja gerade solch gedrucktes Papier wieder den Weg zurück in die Zukunft.

EVT: 25. April 2017
Einzelverkaufspreis: 7,90 EUR
Abopreis: 46,80 EUR (6 Ausgaben im Jahr)
Format: 21,5 x 27,4 cm
Erscheinungsweise: zweimonatlich

Das neue Magazin „Süddeutsche Zeitung Familie“ – das Motto: Mein Heft ist Dein Heft.

So Ehre denn, wem Ehre gebührt

Das schafft nicht jeder. Seit kurzem ist Berlins Zwei-Sterne-Koch Tim Raue auch auf Netflix zu sehen. Der amerikanische Streamingdienst widmet dem 42-Jährigen eine eigene Folge in der Serie „Chef’s Table“. Diese Ehre ist bislang noch keinem Koch aus Deutschland zuteil geworden. Um die Folge zu sehen, muss man allerdings Netflix abonniert haben. Wer das nicht hat und den Schirmherrn von KINDER | KOCHEN trotzdem kennenlernen will, kann dies auf der Seite von Berlin vis-à-vis tun. Dort habe ich Tim Raue in meiner Kolumne Berlin-Macher porträtiert. Was soll ich sagen? Halten wir’s mit Johann Wolfgang von Goethe: So Ehre denn, wem Ehre gebührt!

 Aktion: Berlins Sterne-Koch Tim Raue.

Tatort Berlin

Pippi Langstrumpf und Winnie Puuh sind tot! Die weißen Umrisse auf den Bürgersteigen an der Kreuzung Kant- und Bleibtreustraße bzw. Tor- und Rosa-Luxemburg-Straße in Berlin zeigen die Position der toten Helden. Und die beiden literarischen Lieblinge sind offensichtlich nicht die einzigen Kinder-Figuren, die es „erwischt“ hat. Auch Pinocchio und Janoschs Tigerente sollen zu denen gehören, deren Leichen-Markierungen an verschiedenen Tatorten in der Stadt zu finden sind. Und selbst auf der Terrasse von Oma und Opa finden sich Spuren von gemeuchelten Protagonisten, die doch sehr an das kleine Gespenst von Otfried Preußler und eine wohl noch zu erfindende Figur erinnern. Während allerdings die Abbildungen vor unserer Terrassentüre von unseren Enkeln stammen, sind die Markierungen im Stadtbild von Berlin von Librileo, einem gemeinnützigen Berliner Unternehmen, das mit seiner Aktion darauf aufmerksam machen will, dass immer weniger Kinder in Kontakt mit traditionellen Kinderbüchern kommen und diese damit auszusterben drohen. Was soll ich sagen? Oma und Opa sind von der Idee begeistert. Denn nicht in allen Haushalten wird den Kindern so viel erzählt und vorgelesen wie bei uns und unseren Kindern.

PippiLangstrumpf-istTot-Quer-1980p-Website-HeaderDie Markierungen sind eindeutig: Während Pippi Langstrumpf (oben) deutlich zu erkennen ist, kann man das Kleine Gespenst (unten links ) nur erahnen. Die Figur daneben muss wohl noch erfunden werden, was bei der Fantasie unserer Enkel nicht schwer sein dürfte.IMG_3218 Kopie

Weltliteratur to go

Also, Opa ist begeistert. Da bin ich doch zufällig auf eine Möglichkeit gestoßen, wie man Kindern Weltliteratur näherbringen und gleichzeitig den Umgang mit den neuen Medien beibringen kann. Den diesbezüglichen Weg weist ein gewisser Michael Sommer, der Literaturwissenschaften studiert und als Regisseur, Autor und langjähriger Leitender Schauspieldramaturg am Theater Ulm gearbeitet hat. „Theater ist schön. Literatur ist schön. Aber: Für den Hausgebrauch viel zu lang!“, fasst Sommer das Problem zusammen und fragt eher rhetorisch, wer schon Zeit habe, „einen 800 Seiten starken Roman zu lesen, in dem noch nicht einmal eine Fantasie-Figur vorkommt.“ Des Rätsels Lösung nun ist „Sommers Weltliteratur to go“, die als „bescheidenes Ziel“ formuliert: „Knackige Kurzversion, die alles Wichtige enthält und sich mit bunten Bildern in unsere Großhirnrinde einbrennt.“ Die bunten Bilder erzeugt er mit Playmobilfiguren, die er wahrlich gekonnt in Szene setzt. Aber schauen Sie es sich selbst an. Was soll ich sagen? Genial einfach – einfach genial! Goethe, Schiller, Kleist, Heine, Shakespeare oder Dostojewski, sie alle hätten ihre wahre Freude gehabt.

Kanntapper, kanntapper …

Sie kennen das Wort „kanntapper“ nicht? Na gut, dann kennen Sie auch das Märchen vom dicken fetten Pfannkuchen nicht. Sollten Sie aber. Denn es ist ein Märchen, das bei Kindern ausgesprochen gut ankommt. Unsere Enkel jedenfalls lieben die Geschichte von dem Pfannkuchen, der seinen Köchen in den Wald entflieht und dort verschiedene Tiere trifft, die ihn fressen wollen. Jedem neuen Tier erzählt er, wem er bereits entwischt ist, und läuft dann „kanntapper, kanntapper in den Wald hinein“. Als der Pfannkuchen am Ende auf drei arme und hungrige Waisenkinder trifft, lässt er sich von ihnen essen. Was soll ich sagen? Wer bei seinen Kindern oder Enkelkindern punkten will, sollte sich „kanntapper, kanntapper“ auf den Weg machen und sich das Märchen besorgen.

IMG_3287 KopieFrüh übt sich …: Pfannkuchen sehen bei unseren Enkeln auch in natura hoch im Kurs.

Schützenhilfe für Tegel

Wir befinden uns im Jahre 2016 n.Chr. Die ganze Politik – also die Bundesregierung, der Berliner Senat und die brandenburgische Landesregierung – will den Berliner Flughafen Tegel schließen. Die ganze Politik? Nein, ein von unbeugsamen Politikern mit getragenes Aktionsbündnis hört nicht auf, den Totengräbern Tegels Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die politischen Legionäre, die in Berlin und Potsdam TXL den Gar ausmachen wollen … Berlin braucht Tegel heißt das Aktionsbündnis, hinter dem der Verein pro Tegel und die FDP Berlin stehen und das Tegel als Verkehrsflughafen dauerhaft erhalten will. Derzeit läuft ein Volksbegehren, bei dem bereits mehr als die Hälfte der benötigten 20.000 Stimmen zusammengekommen sind und das, wie es aussieht, in einem Volksentscheid zur Offenhaltung Tegels mündet. Während sich in der Politik ansonsten bislang weit und breit (noch) niemand traut, sich auch mal öffentlich für den Erhalt Tegels stark zu machen, haben nun zwei Schwestern – ob gewollt oder ungewollt – dem Anliegen tatkräftige Schützenhilfe geleistet. In ihrem gerade erscheinen Buch „Letzter Aufruf Tegel!“ (eine ausführliche Besprechung gibt es hier) erklären Julia und Evelyn Csabai, die seit 20 Jahren im Nebenjob am Flughafen Tegel arbeiten, TXL zum „tollsten Flughafen der Welt“ und geben für ihn eine Liebeserklärung sondergleichen ab. Was soll ich sagen? Die Eingangsanalogie zu den unbeugsamen Galliern ist nicht ohne Bedacht gewählt. Jeder weiß, wie die Geschichten von Asterix und Obelix ausgehen. Stellt sich nur noch die Frage, wer beim Schlussbankett gefesselt am Baum hängt. Innerhalb des Berliner Senats jedenfalls ist der Regierende Bürgermeister für die Musik zuständig …

Letzter Aufruf Tegel Das Buch ist eine Liebeserklärung sondergleichen.