Auf die Kräuter, fertig, los

Kräutertechnisch gesehen kann der Sommer kommen. Die Kräuterbank, die Oma und Opa jetzt angelegt haben, ist fertig. Es fehlen nur noch Peperoni, an denen sich Oma – trotz aller Aufzucht-Desaster – noch einmal versuchen will. Nicht nur ich bin da gespannt. Auch unsere diesbezüglichen Blog-Freunde in Langen und Leipzig werden das mit Interesse verfolgen. Wie dem auch sei: Die Vielfalt der Kräuteraromen ist jetzt schon beachtlich: Estragon, Kaffir Limette, Koriander, Lorbeer, Majoran, Oregano, Prickelknöpfe, Petersilie, Pimpinelle, Rosmarin, Salbei, Schnittknoblauch, Schnittlauch (normal und breitblättrig), Thymian und Zitronenthymian. Was soll ich sagen? Auf die Kräuter, fertig, los. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Unsere neue Kräuterbank: Auf die Kräuter, fertig, los!

Tatar mit meiner Handschrift

Ich habe lange überlegt, welches Gericht wäre wohl mein „signature dish“, wie es heute so schön heißt. Jetzt weiß ich es: Das Wafu Tatar ist das Gericht, in dem ich mich am meisten wiederfinde und das meine Handschrift trägt. Denn ich liebe Fleisch und ich liebe die asiatischen Küchen. So ist denn der Hauptbestandteil Fleisch, reines, rohes, kräftiges Rindfilet. Die weiteren Zutaten sind eher japanisch und kommen ausgesprochen aromatisch daher. Dabei ist die Wasabi-Mayonnaise noch recht mild und besitzt nur einen Hauch von Schärfe. Die eigentliche Würze erhält dieses Gericht durch den Ingwer, den Knoblauch und die Sojasauce, abgerundet durch (Ghoa-)Kresse, Sansho und Meersalz. Was soll ich sagen? Ich kann dieses Tatar nur empfehlen. Das Rezept findet sich hier. Und vielleicht hat ja noch jemand noch Lust, sein „signature dish“ zu verraten. Ich bin gespannt.

PS: Wafu bedeutet so viel wie „auf japanische Art“ bzw. „in japanischem Stil“.

Die Zutaten und das Endprodukt: Das Wafu Tatar.              

Wenn doch alles so einfach wäre

Bislang hat sich Opa damit begnügt, einfache Gartenkresse mittels Kresse-Igel oder Kresse-Schwein anzubauen. Jetzt aber geht’s ab in eine andere Liga. Rock Chives®, Sakura Cress® oder Ghoa Cress® heißen künftig die Sorten, die von Opa hochgezogen werden. Doch zunächst gab es noch ein kleines Problem. Denn für die zehn Kresse-Sorten, die nun der Aufzucht entgegensehen, brauchte es auch verschiedene Aufzuchtschalen, die unserem Haushalt noch fehlten. Alles, was nur irgendwie in Betracht kommen konnte, wurde ausprobiert, erwies sich letztlich aber als nicht geeignet. Da kam Oma auf die Idee, sich einmal die Unterlage der Kresse, die wir jüngst in einem Supermarkt gekauft hatten, näher anzusehen. Und siehe da: Die Samenmatten, auch Cress-Pads genannt, die mit dem von uns in den Niederlanden bestellten Kressesamen mitgeliefert werden, passen exakt in diese Aufzuchtschale. Problem gelöst, dachte Opa. Aber weit gefehlt, selbst umfangreiche Recherchen im Internet brachten uns nicht auf die Spur des Hersteller und damit zur Bezugsquellee. Also rief Opa die Firma an, von der die gekaufte Kresse stammte: Die Gartenbauzentrale Papenburg. Bereits in der Telefonzentrale war die Dame ausgesprochen freundlich und meinte, da könnten die Kollegen sicher helfen. Dann dauerte es einen Moment und es meldete sich Lambert Leffers vom Gärtnereibedarf, den ich fragte, woher die Gartenbauzentrale denn die Schalen bezögen. Da wollte er wissen, wie viele ich denn bräuchte. Als ich etwas von fünf oder sechs erzählte, war er sichtlich amüsiert, da sein Bedarf durch Millionenlieferungen gedeckt wird. Gleichzeitig bot er mir aber an, mir einfach und unkompliziert ein paar Schälchen zu schicken. Und die waren zwei Tage später bereits da. Was soll ich sagen? Ach, wenn doch alles immer so einfach wäre und man nur solchen Menschen begegnen würde …

PS: Wenn wir die Kresse essen, werden wir immer an diese Geschichte denken. Und dass wir im Supermarkt immer mal wieder Kresse von der Gartenbauzentrale Papenburg kaufen werden, versteht sich von selbst.

Diese Aufzuchtschalen schickte uns völlig unkompliziert die Gartenbauzentrale Papenburg, so dass der Kresseanbau mit den exotischen Sorten bei Opa endlich auch losgehen kann.

Unsere Enkel lieben Asia-Küche

Es ist eine wahre Freude, mit unseren Enkeln zu kochen und zu essen. Die beiden Buben sind für (fast) alles zu haben, was man ihnen vorschlägt. Dabei kann es gar nicht exotisch genug zugehen. Insbesondere die asiatische Küche hat es den beiden angetan. Während der Große mehr auf Sushi steht, fährt der Kleine voll auf die vietnamesische Straßenküche ab. Und es ist nicht nur das Essen, was unseren Enkeln so gefällt, auch das Zubereiten bereitet ihnen unbändigen Spaß – zumal sie das auch schon mehr als gut beherrschen. Was das bedeutet, wissen alle, die schon mal ein Maki-Sushi gerollt bzw. eine Sommerrolle gefüllt und zusammengefaltet haben. Unser Jüngster hat sogar schon mal, als er mit seiner Mutter in Vietnam war, das Reispapier selbst hergestellt, aus dem Sommerrollen gemacht werden. Was soll ich sagen? Wer ebenfalls etwas tiefer in die vietnamesische Straßenküche einsteigen will, kann das mit dem gleichnamigen Buch tun, das gerade von mir besprochen wurde.

  Ob Sommerrollen oder Sushi, es kann sich sehen lassen, was unsere Enkel so produzieren.

Die Wahrheit auf dem Teller

Das vergangene Wochenende, an dem ich nicht einmal dazu gekommen bin, meine obligatorischen Wochenendgrüße loszuwerden, stand bei uns mehr oder weniger im Zeichen des Fußballs. Jedenfalls spielte Hertha BSC daheim gegen Borussia Dortmund und konnte dabei drei Punkte einfahren. Wieder einmal war uns jüngster Enkel dabei und einmal mehr Erfolgsgarant. Das Besondere bei diesem Spiel allerdings war, dass er sogar als Einlaufkind fungierte. Vermutlich derart inspiriert hat seine Mutter ihm dann für seine Party am Sonntag einen riesigen Fußballkuchen gebacken, der sich in der Tat sehen lassen konnte. Was soll ich sagen? Wenn man das Bild sieht, fragt man sich unwillkürlich, ob die Wahrheit wirklich nur auf dem Platz liegt oder vielleicht auch auf dem Teller. Denn, wie man so hört, soll er auch noch richtig gut geschmeckt haben.

Der Ball ist rund und der nächste Kuchen der schwerste.

Kochen als Willkommensgruß

Oma und Opa haben heute wieder im Rahmen von KINDER | KOCHEN einen Kochkurs an der Humboldthain-Grundschule in Berlin gegeben, dieses Mal für zwei Willkommens-klassen. Das war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. Denn alle Kinder hatten eine Geschichte, die vermutlich die wenigsten – auch hier auf dem Blog – hören wollen. Man könnte es auch anders, um nicht zu sagen etwas vornehmer ausdrücken: Diese Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren haben in ihrem kurzen Leben bereits mehr erfahren als die meisten Menschen in unseren Breitengraden. Was soll ich sagen? Die Erde ist manchmal wirklich kein guter Ort. Aber Oma und Opa sind – zumindest heute – zufrieden, wieder etwas getan zu haben, was die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser macht.

KINDER | KOCHEN: Was ist schöner als zufriedene und glückliche Kinder?

Nachtisch mit Lenchen

Oma und Opa sind doch noch ziemlich stressresistent. Denn immerhin, der Enkeltag in dieser Woche war gleich dreifach belegt: Mal wieder beide Enkel, abends Gäste und dann noch Lenchen! Wie gut, dass sich so ein altes, schlachterprobtes Paar nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Während Oma versuchte, die beiden Rabauken in Schach zu halten, habe ich schon mal die Grundlage für den Nachtisch mit Lenchen geschaffen: Eine Crème brûlée. Die konnte dann in Ruhe abkühlen und die Küche war wieder frei. Die wurde dann von Oma und den Enkeln belegt, die den „Kaviar“ für den Nachtisch erstellten. Das finden die Jungs immer wieder spannend, wie aus ganz ordinärem Saft die kleinen, kaviarähnlichen Kügelchen werden. Als die beiden Kurzen dann abgeholt worden waren, war Opa wieder in der Küche an der Reihe und bereitete die Kardamom-Bratwürste vor, während Oma den Tisch deckte. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Gäste kamen. Und dann kam auch schon alsbald die große Stunde von Lenchen, die in die Crème brûlée integriert wurde. Was soll ich sagen? Ach, das ich zwischendurch noch im Büro war, hab‘ ich ganz vergessen. Da sage nochmal einer, Oma und Opa seien nicht mehr multitaskingfähig.

    Kardamom-Bratwürste und Crème brûlée – lecker, lecker, lecker.

Ein süßer Gruß als Dank

Opa hat am Wochenende unerwartete Post bekommen. Eine meiner ehemaligen Studentinnen schrieb mir und gratulierte zum 4. Geburtstag von Opas Blog, den sie seit dem Besuch meines Seminars „Unternehmenskommunikation“ regelmäßig besucht. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet und habe mich riesig gefreut. Noch mehr gefreut habe ich mich jedoch darüber, dass sich die junge Dame mittlerweile selbständig gemacht und (mit einer anderen jungen Dame) ein eigenes kleines Unternehmen in Wernigerode, der bunten Stadt am Harz, gegründet hat. Dabei habe sie, so schrieb die Jungunternehmerin, die „vielen guten Impulse aus dem Seminar“ bereits anwenden können. „Mit diesem süßen Gruß aus eigener Produktion möchte ich mich herzlich für Ihren tollen Input bedanken“, schloss sie und machte mich natürlich neugierig. Der „süße Grüß“ entpuppte sich dann als Lenchen – Der Lebkuchen, der nach einem alten (und noch weiter verfeinerten) Familienrezept hergestellt und von den beiden vertrieben wird. Was soll ich sagen? Auch aus Student(inn)en werden Leute. Da sage noch einer, in Deutschland geben es keinen Unternehmermut mehr. Was den Lebkuchen betrifft, habe ich ihn noch nicht probiert, sondern für eine ganz besondere Gelegenheit aufbewahrt. Ich werde ihn nämlich in einen eigenen Nachtisch integrieren. Lassen Sie sich überraschen.

Nach einem alten (und weiter verfeinerten) Familienrezept: Lenchen – Der Lebkuchen.

Tre Torri hilft KINDER | KOCHEN

Opa ist mal wieder richtig happy, denn er konnte nach der METRO und Tim Raue einen neuen Partner an Bord von KINDER | KOCHEN holen. Tre Torri heißt der Verlag, bei dem es sich ausschließlich um Essen, Trinken und Genuss dreht und der seit seiner Gründung im Jahr 2004 über 10 Millionen Bücher verkauft hat. Die Zusammenarbeit besteht nun darin, dass der Verlag jeder Schule, die von KINDER | KOCHEN betreut wird, das Buch abc Die Küchenbibel, eine 1.248 Seiten starke Enzyklopädie der Kulinaristik, kostenlos zur Verfügung und in die Schulbibliothek stellt. Damit bekommt jede Schule ein Nachschlagewerk, das in dieser Form seinesgleichen sucht. Eine Rezension findet sich hier. Was soll ich sagen? Die Erfolgsgeschichte von KINDER | KOCHEN geht weiter. Neben den Kochkursen, mit denen die Kochpaten nach und nach an Berliner Schulen beginnen, ist Opa bereits mit einem weiteren potentiellen Partner im Gespräch. Da aber noch nichts in trockenen Tüchern ist, kann ich noch nicht mehr sagen.

                                                                          abc Die Küchenbibel steht bald in jeder Schule, die von KINDER | KOCHEN betreut wird.

Ein gutes Beispiel

Er ist einer der besten Köche der Welt. An ihm orientieren sich quer über den Globus unzählige Profi- und Hobbyköche. Dabei war es ihm nicht unbedingt in die Wiege gelegt, in den Olymp der Sterneköche aufzusteigen. Im Chalet Swiss, in dem er eine Lehrstelle fand, war er „froh, einen Job zu haben, der mir das Überleben und eine eigene Wohnung sicherte.“ Wenig später, Raue hatte gerade seine Ausbildung abgeschlossen und war über das Auerbach ins Schloss Glienicke gekommen, erkannte er: „Man muss die Dinge nicht so machen, wie man sie in der Kochausbildung lernt, man muss den Erwartungen der Gäste nicht entsprechen. Man kann andere Wege gehen, man muss es sogar.“ Und, Gott sei Dank, tat er das dann auch. Was soll ich sagen? Nicht nur weil Raue Schirmherr von KINDER | KOCHEN ist, das Opas Blog von Anfang an unterstützt hat, sondern weil die Lebensgeschichte dieses Kreuzberger Jungen für viele jungen Menschen hier in Berlin und anderswo ein gutes Beispiel ist, wie man sein Leben in die eigene Hand nehmen und mit Disziplin und Fleiß etwas daraus machen kann, sollte Raues neues autobiografisches Kochbuch My Way zur Pflichtlektüre in den Schulen gemacht werden. Es braucht nicht immer den American Dream, ein deutscher Traum tut’s auch.

Sollte Pflichtlektüre in Schulen sein: Tim Raues neues autobiografisches Kochbuch My Way.