Lapsus linguae?

Unsere Enkel sind ja begnadete Bäcker vor dem Herrn. So hat mir unser ältester zum Geburtstag einen Marmorkuchen gebacken, der leckerer nicht hätte sein können. Und unser jüngster kam dieser Tage mit Plätzchen zu uns, die er mit seinem Vater gebacken hatte und nun großzügig verteilte. Ein Plätzchen für Oma, eines für Opa, eines für seinen Cousin und eines für seine Mutter. Als sein Cousin bemängelte, sie seien ein bisschen hart, konterte er ganz selbstbewusst. “Die schmecken aber viel besser, als die gekauften Schokolatius.” Als Oma vorsichtig zu bedenken gab, da sei doch gar keine Schokolade drin und ob er vielleicht Spekulatius meinte, gestand er: “Ich kann mir das Wort einfach nicht merken.” Was soll ich sagen? Lapsus linguae – vielleicht handelt es sich bei den Schokolatius ja um eine Freudsche Fehlleistung und der Wunsch war Vater des Gedanken.

Wer viel fragt …

Bei der Kommunikation mit Kindern muss man höllisch aufpassen. Jedenfalls ist man gut beraten, auch das zu sagen, was man meint. Andernfalls kann es einem so ergehen wie Oma, die, als sie mit unserem jüngsten Enkel vom Kindergarten nach Hause kam, meinte: “Wollen wir uns jetzt nicht erst mal die Hände waschen?” “Nein”, schallte es zur Überraschung von Oma zurück, woraufhin sie sagte: “Doch, das machen wir doch immer, wenn wir nach Hause kommen!” Der kleine Mann seinerseits konterte nun: “Aber du hast mich doch gefragt, und ich hab’ nein gesagt!” Was soll ich sagen? Tja, wer viel fragt … Aber die Hände haben sie sich dann doch gewaschen.

Ein kleiner Moment beim Arzt

Arztbesuche sind in aller Regel nicht gerade das, was zur Aufhellung der Stimmung beiträgt. Allerdings sind manche so unfreiwillig komisch, dass es für eine ganze Woche reicht. So jedenfalls erging es unserer älteren Tochter, die mit ihrem Filius den Kinderarzt aufsuchen musste. Nachdem die Sprechstundenhilfe die beiden aufgerufen und in das Vorbehandlungszimmer gelotst hatte, um schon mal den Blutdruck zu messen und die sonstige Vorbereitungen für die Untersuchung zu treffen, bat sie noch um „einen kleinen Moment“ Geduld, dann werde es weitergehen. Die Sprechstundenhilfe war noch nicht ganz aus dem Raum, das sagte unser Enkel zu seiner Mutter: „Na mal sehen, wie lange der kleine Moment dieses Mal dauert.“ Als unsere Tochter ihren Sohn ganz verdutzt anschaute, klärte dieser sie auf: „Das hat sie beim letzten Mal auch gesagt und wir haben eine Ewigkeit gewartet.“ Was soll ich sagen? Erstaunlich, was Kinder so alles behalten.

Ein ganz schöner Husten?

Kinder nehmen alles wörtlich. Das kann manchmal etwas lästig sein. In aller Regel aber ist es einfach nur lustig. Ein gutes Beispiel dafür war eine der letzten Begegnungen von Oma mit unserem jüngsten Enkel, der an diesem Tag ziemlich viel husten musste. “Du hast aber einen ganz schönen Husten”, bemitleidete Oma den Kleinen, der allerdings ganz erbost reagierte: “Das ist überhaupt nicht schön”, gab er energisch zurück und verstand gar nicht, dass Oma seinen Husten auch noch schön fand. Was soll ich sagen? Warum nennen wir Erwachsenen die Dinge nicht einfach nur beim Namen, sondern benutzen Redewendungen, die alles andere als eindeutig sind. Die Welt könnte doch so einfach sein.

Mülleimer nur für Nackte?

Kinder sind ziemlich gut im Beobachten und nehmen es auch ausgesprochen genau. Als Oma jüngst mit unseren Enkeln in der Stadt unterwegs war, entdeckte der Kleine einen Mülleimer, der ihn dann doch etwas irritierte: “Da darf man ja nur nackt etwas reinwerfen!?!”, stellte er erstaunt fest. Als dann eine Frau vorbeikam und etwas in den Mülleimer tat, konstatierte der Große nur lapidar: “Und die hat sich noch nicht einmal ausgezogen!” Was soll ich sagen? Wie gut, dass nicht alle Erwachsenen das immer so ganz genau nehmen …

MülleimerDas kann man in der Tat mit etwas Fantasie so sehen: Ein Mülleimer nur für Nackte.

Fernsehen für Fernwärme

Unsere beiden Enkel gehen mit ausgesprochen offenen Augen durch die Welt. So wollte unser ältester Enkel jetzt von seiner Mutter wissen, was denn die Tankwagen transportieren, die er nunmehr vermehrt im Straßenverkehr ausmacht. „Öl“, antwortete sie und erläuerte ihm, dass die Menschen derzeit Vorsorge für den bevorstehenden Winter träfen. „Sind wir denn schon mit Öl versorgt“, wollte er daraufhin wissen. „Wir brauchen kein Öl“, beruhigte sie ihn, „weil wir Fernwärme haben.“ Mit einem verschmitzten Lächeln fragte er dann: „Müssen wir dann jetzt mehr fernsehen?“ Was soll ich sagen? Die pragmatischen Ansätze meiner Enkel verblüffen mich doch immer wieder.

“… nur noch dienstags”

Besuche unserer Enkelkinder sind ebenso alltäglich wie besonders. Abgesehen davon, dass es immer eine wahre Freude ist, die Kleinen bei uns zu haben, hauen sie zuweilen Sprüche raus, die besser als bei jeder Comedy sind. Letzten Freitag jedenfalls war unser jüngster Enkel wieder bei uns und wurde von Oma aufgefordert, beim Saubermachen zu helfen: “Freitag ist immer Putztag”, meinte sie und reichte ihm einen Staubwedel. Daraufhin grinste der kleine Mann Oma an und meinte nur ganz trocken: “Dann komm’ ich demnächst nur noch dienstags!” Was soll ich sagen? Schade, dass ich das Gesicht von Oma nicht gesehen habe. Allerdings sei zu seiner Ehrenrettung noch gesagt: Er hat Oma natürlich doch ganz fleißig geholfen.

Rein in die Kartoffeln, raus …

Dass unser jüngster Enkel keine Pommes frites mag, ist ja kaum zu glauben, aber wahr. Umso überraschter war Oma, als ihr unser Kleiner eröffnete: „Ich mag jetzt Pommes frites.“ Doch die Liebe zu den frittierten Erdäpfeln hielt nicht lange. Denn die letzte diesbezügliche Wasserstandsmeldung lautete ganz in dem Sinne von “rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln”: „Ich mag keine Pommes frites mehr!“ Damit aber nicht genug: „Du Oma, es ist ganz komisch. Aber ich mag zur Zeit noch mehr Sachen nicht, die ich vorher gemocht habe“, ging das Bekenntnis weiter. Was soll ich sagen? Bei Opa hieß das früher: „Von das bin ich satt, von das kann ich noch.“

Pommes fritesPommes frites: Mal mag unser jüngster Enkel sie, dann mal wieder nicht …

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Verblüffende Ähnlichkeit

Kreidetafel und iPad – zwei Galaxien prallen aufeinander. Sollte man meinen. Aber weit gefehlt. Als unser jüngster Enkel neulich mit Oma Schule spielte und auf einer alten Kreidetafel aus Omas holländischen Schultagen seine Rechenkünste demonstrierte, meinte er: “Das ist ja wie ein iPad!” Und in der Tat, die Ähnlichkeit ist verblüffend. Sogar die Maße stimmen (fast), das Gewicht nicht ganz. Nur die Kreide hält nicht auf dem Glas des iPad. Was soll ich sagen? Auch heute ist nicht alles perfekt.

IMG_1753Die Ähnlichkeit ist verblüffend: iPad und eine Kreidetafel aus Omas holländischer Schulzeit.

PS: Bitte noch für Opa bei der METRO Kochherausforderung stimmen!

Wie der Mensch entstanden ist

Die Theorie der Evolution von Charles Darwin und die Regeln der Vererbung von Gregor Mendel müssen, wenn schon nicht neu geschrieben, so doch in Teilen umgeschrieben werden. Ganz maßgeblich dazu beigetragen hat unser jüngster Enkel, der jüngst zu Oma sagte: “Du, weißt du was? Ich weiß, wie die Menschen entstanden sind!” Oma dachte, jetzt käme die Geschichte mit der Biene. Aber weit gefehlt. Der kleine Mann setzte sich bedeutungsvoll in Pose und begann seine Vorlesung: “Also, erst waren da so kleine Dinger im Wasser, aus denen wurden Fische. Die hatten dann aber irgendwann keine Lust mehr, im Meer herumzuschwirren, und sind an Land gekrabbelt. Dort wurden sie irgendwann zu Affen. Und aus dem Affen, der auf den höchsten Baum klettern konnte, ist schließlich der Mensch geworden.” “Puh”, dachte Oma und fragte: “Woher weißt du das denn? Aus dem Kindergarten?” “Nein, hat Papa erzählt”, entgegnete er, woraufhin Oma wissen wollte, ob er dies aus einem Buch vorgelesen habe. “Nein, das hat er einfach so erzählt”, gab der Kurze von sich und schien ziemlich zufrieden mit seinen Ausführungen. Als wir später unseren Schwiegersohn fragten, was um Himmels willen er da seinem Sohn erzählt habe, konnte der sich an die Variante mit dem Affen im Baum nicht erinnern. Was soll ich sagen? Kinderlogik, aber wenn man an das Verhalten von manchen Menschen denkt …