Von Mercédès inspiriert

Auch Großes fängt erst klein an. Der sechsjährige Enkel einer Bekannten von Oma jedenfalls hat schon Pläne, die in die beschriebene Kategorie passen könnten. So hat er jetzt seiner Großmutter eröffnet, dass er später einmal ein Auto konstruieren und bauen will, das den Namen seiner kleinen Schwester Lotti tragen soll. Vorbild für seine Idee war für ihn die Marke Mercedes, bei der sich der Geschäftsmann Emil Jellinek seinerzeit vom Vornamen seiner Tochter Mercédès inspirieren ließ. Was soll ich sagen? Deren Stern leuchtete noch heute. Mal sehen, welche Strahlkraft Lotti entfalten wird.

Nachtisch mit Lenchen

Oma und Opa sind doch noch ziemlich stressresistent. Denn immerhin, der Enkeltag in dieser Woche war gleich dreifach belegt: Mal wieder beide Enkel, abends Gäste und dann noch Lenchen! Wie gut, dass sich so ein altes, schlachterprobtes Paar nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Während Oma versuchte, die beiden Rabauken in Schach zu halten, habe ich schon mal die Grundlage für den Nachtisch mit Lenchen geschaffen: Eine Crème brûlée. Die konnte dann in Ruhe abkühlen und die Küche war wieder frei. Die wurde dann von Oma und den Enkeln belegt, die den “Kaviar” für den Nachtisch erstellten. Das finden die Jungs immer wieder spannend, wie aus ganz ordinärem Saft die kleinen, kaviarähnlichen Kügelchen werden. Als die beiden Kurzen dann abgeholt worden waren, war Opa wieder in der Küche an der Reihe und bereitete die Kardamom-Bratwürste vor, während Oma den Tisch deckte. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Gäste kamen. Und dann kam auch schon alsbald die große Stunde von Lenchen, die in die Crème brûlée integriert wurde. Was soll ich sagen? Ach, das ich zwischendurch noch im Büro war, hab’ ich ganz vergessen. Da sage nochmal einer, Oma und Opa seien nicht mehr multitaskingfähig.

    Kardamom-Bratwürste und Crème brûlée – lecker, lecker, lecker.

Die Familie lebt

Die Ergebnisse einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung über “Großelternschaft im Wandel – neue Beziehungsmuster in der modernen Gesellschaft” sind, wenn auch nicht ganz neu, so doch eindeutig: Großeltern sind wichtiger denn je! Der Autor der Studie, François Höpflinger, fasst das so zusammen:

  • Die Großelternrolle genießt heute eine hohe Akzeptanz. Ihre gesellschaftliche Bedeutung bezieht sie aus ihrer Rolle als zusätzliche Bezugsperson und als Betreuung von Kleinkindern, ohne sich in die Erziehung der Enkel einzumischen.
  • Die Beziehung zwischen den Enkeln und den Großeltern ist heute enger als in früheren Generationen und dies obwohl die junge Familie und die Großeltern ihr Alltagsleben weitgehend selbstständig organisieren.
  • Die verschiedenen Generationen leben zumeist in getrennten Haushalten. Drei Generationen-Haushalte sind relativ selten.
  • Die Qualität der Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln hängt auch stark von der Qualität der Beziehung ab, die Großeltern zu ihren eigenen Kindern haben.
  • Großeltern gestalten vor allem die Freizeit der Enkel und bieten ihnen, was in jungen Familien häufig Mangelware ist: Zeit, Gelassenheit und soziale Bindung. Hauptträgerin der Familienbeziehungen ist die Großmutter mütterlicherseits.
  • Im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern haben in Deutschland Enkel eine positive Wirkung auf die Lebensqualität älterer Menschen. Dies hängt mit dem wirtschaftlichen Wohlstand und der sozialpolitischen Absicherung zusammen, die jeder Generation ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit erlaubt.

Was soll ich sagen? Das, was hier eher wissenschaftlich formuliert und etwas unterkühlt daherkommt, heißt doch nicht anderes: Großeltern lieben ihre Enkel und umgekehrt. Da sage noch einer, dass die Familie tot ist. Nein, das Gegenteil ist der Fall: Die Familie lebt!

PS: Übrigens ist es auch bei uns so, dass Oma, wie es in der Studie heißt, “Hauptträgerin der Familienbeziehungen” ist – Oma ist eben doch die Allerbeste.

Omas “Piepsekleine-Männchen”

Oma kann Geschichten erzählen, die sind spannender als jeder Tatort. Besonders unsere beiden Enkel sind immer wieder hin und weg, wenn sie von den Erlebnissen des „Piepsekleine-Männchens“ berichtet. Dieser kleine Kerl, nicht größer als der kleine Finger einer Hand, lebt bei einem Mädchen, das einfach Mädchen heißt. Nur ihre Eltern wissen von seiner Existenz, denn vor ihnen will sie keine Geheimnisse haben. Überall, wo das Mädchen hinkommt, kommt auch der kleine Mann hin, der sich immer gut in ihrer Hosentasche versteckt. Dort lernt er die ganze Welt kennen und erlebt aufregende Abenteuer. Natürlich vertraut das Mädchen ihm alle ihre Geheimnisse an und erklärt ihm, was und warum so alles passiert. Was soll ich sagen? Ganz schön raffiniert von Oma, auf diese Art und Weise so mal nebenbei auch die täglichen Erlebnisse der beiden Buben aufzuarbeiten. Das hat sie auch schon mit unseren Kindern getan. Eigentlich schade, dass sie die Geschichten nicht aufgenommen bzw. aufgeschrieben hat. Das wäre ganz sicher ein tolles Kinderbuch – vielleicht sogar noch mit Illustrationen von ihr selbst.

Ein besonderes Verhältnis

Dass das Verhältnis zwischen Großeltern und Enkeln ein ganz besonderes ist, ist ja allgemein bekannt. Sich dessen bewusst sind aber in aller Regel vor allem die Großeltern, die dieses Verhältnis auch genießen. Unser jüngster Enkel verblüffte uns jetzt allerdings, als er die Geschwindigkeit unseres Induktionsherdes bestaunte, mit dem Satz: “Die Großeltern haben immer etwas anderes als die Eltern; schön, dann können sie den Enkeln auch immer etwas Besonders zeigen.” Was soll ich sagen? So, wie der Kleine das gesagt hat, kann man nur dahinschmelzen wie der Schnee in der Märzensonne – wenn sie denn schein würde.

Kleine Superhelden

Unsere beiden Enkel sind waschechte Buben. Und die träumen nun mal von großen Heldentaten. Da kommen so Superhelden wie Ironman und Thor gerade recht, um in deren Haut zu schlüpfen. Da spielt es auch keine Rolle, wenn das Christkind gerade um die Ecke verschwunden ist und noch weihnachtliche Gerüche durch die Wohnung ziehen. Denn auch an Weihnachten braucht es große wie kleine Superhelden, die die Welt retten und in Ordnung halten. Was soll ich sagen? Manchmal möchte man noch Kind sein.

IMG_2873Thor und Ironman retten die Welt und halten sie in Ordnung.

 

Zwei Wirbelwinde

Das war wieder so ein Großeltern-Kampftag oder besser gesagt: Großmutter-Kampftag. Oma hatte einmal mehr beide Enkelkinder vom Kindergarten abgeholt, die vor überschüssiger Kraft kaum laufen konnten. Wie so etwas aussehen kann, habe ich ja schon einmal beschrieben. Aber irgendwie sind solche Tage dann doch immer anders. Gestern nun saßen unsere Praktikantin und ich nichts ahnend noch im Büro, als ein bzw. zwei Wirbelwinde über uns hereinbrachen, die gefühlt jenseits der Stärke zwölf auf der Beaufortskala, ja sogar weit über der Stärke 18 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala lagen. Zu sehen war nichts. Aber die Lautstärke erinnerte an Unwetter, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Dann plötzlich war es still und wir fühlten uns wie im Auge des Orkans, was uns eher beunruhigte, weiß man doch, dass derartige Erscheinungen die Ruhe vor dem Sturm sind. Und der brach denn auch tatsächlich los, als die Buben kurz mal im Büro vorbeischauten. “Sagt Opa und unserer Praktikantin zusammen guten Tag”, meinte Oma zu unseren Buben und bedauerte dies schon eine Sekunde später, als nämlich unser Jüngster konterte: “Ich habe doch keine zwei Köpfe!” Was soll ich sagen? Vier Lautsprecher an diesem Tag wären dann doch zuviel gewesen.

Ohne Oma geht gar nichts

Endlich! Endlich waren unsere beiden Enkel wieder bei uns. Normalerweise sehen wir die Buben ja jede Woche, meist mehrmals. Aber wegen diverser Wehwehchen, die uns seit unserem Barcelona-Trip plagten, haben wir uns doch lieber für eine enkelfreie Zeit entschieden. Gefühlt hat die eine Ewigkeit gedauert. Um so schöner war es, die Kinderstimmen wieder in unseren Räumen zu hören. Aber offensichtlich haben auch unsere Enkel uns vermisst – vor allem Oma. Als sie sich nämlich aus dem Spielzimmer geschlichen und kurz zu Opa und unserer ältesten Tochter gesetzt hatte, dauerte es keine zehn Sekunden, bis die Rabauken lautstark angestürmt kamen und riefen: “Oma, kannst du uns helfen.” Was soll ich sagen? Ganz klar: Ohne Oma geht eben gar nichts.

Ohne Oma geht gar nichts                                                       Ohne Oma geht gar nichts.

Großeltern-Großkampftag

So etwas nennt man Großeltern-Großkampftag: Aus dem Kindergarten kam Oma gleich mit beiden Enkeln heim, die offensichtlich bis zum Anschlag mit Energie aufgeladen waren. Vom Büro aus hörte ich, wie sie versuchte, die beiden Buben, so gut es ging, in Schach zu halten: Groß-Reinemachen, Toben, Raufen, Fußball – mit entsprechender Begleitmusik. Gottlob war das Wetter so, dass alle Aktionen draußen stattfinden konnten. Als sich ohrenscheinlich einer der beiden wehgetan hatte, eilte ich Oma zur Hilfe. Als ich am Ort des Geschehens ankam, war schon wieder alles vorbei und gut. Die Jungs wässerten und schrubbten unsere Terrasse, dass dem kleinen Viechzeug wie Spinnen, Käfern und all dem, was es sonst noch so alles gibt, hören und sehen verging. Als Oma dann den Wasserhahn endgültig zugedreht hatte, dauerte es nicht lange, bis die Cousins Toben und Raufen auf das Programm gesetzt hatten. Sie waren die Polizisten, Oma und Opa die Räuber. Als dann dieses Kapitel beendet war, ging es mit Fußball und einer Mischung aus Football und Rugby weiter. Auch dabei verzeichnete unser Seismograph Energieeruptionen größeren Ausmaßes, die ihren vorläufigen Höhepunkt darin fanden, dass der Ball ziemlich gezielt über die Hecke befördert wurde – und das gleich in Serie. Als ich dann bei einer der Rückholaktionen von Oma zu den beiden Rabauken meinte: „Jetzt kommt mal runter“, staunte ich nicht schlecht, als sich beide ins Gras fallen ließen und einfach liegen blieben. Was soll ich sagen? Kinder nehmen eben alles wörtlich. Gut, dass Oma noch ein Schulspiel in Reserve hatte und gleich das Thema „doppelter Wortsinn“ durchnehmen konnte.

PutzenGroß-Reinemachen (oben) mit anschließendem Toben und Runterkommen (unten).Toben1   Toben 2Toben 3   Toben4

Von wegen zu schwach!

Unsere beiden Enkel sind schon Prachtburschen und eben richtige Jungs. Dass unser Ältester hart im Nehmen ist, habe ich ja schon berichtet (“Ich will die Kälte fühlen”). Aber auch unser Jüngster ist nicht von schlechten Eltern und steht seinem Cousin in nichts nach. Jedenfalls wollte ich Oma erst gar nicht glauben, dass der kleine Mann ganz versessen auf unsere Lieblingspastillen ist. Denn die sind wirklich scharf. Als wir ihn aber jetzt vom Kindergarten abholten und er mich im Auto fragte, ob er denn eins von seinen Lieblingsbonbons haben könnte, war ich platt. Er hat es weggelutscht, als wäre das gar nichts, und wollte gleich noch ein zweites. Dabei heißt es in der Werbung: Sind sie zu stark, bist du zu schwach. Was soll ich sagen? Von wegen zu schwach, unser Jüngster!

PS: Ich weiß, es gibt auch starke Mädchen.