Einfach genial, genial einfach

„Kannst Du kochen?“ Wer diese Frage mit der Gegenfrage beantwortet, „Ist das dieses Umrühren?“, für den gibt es jetzt was: Das Prinzip Kochen, ein Kochbuch, mit dem auch die etwas anfangen können, die bislang sogar Wasser haben anbrennen lassen. Dabei ist das Prinzip dieses Buch einfach genial, weil es genial einfach ist. Und dieses Prinzip funktioniert so: Bei jedem Grundrezept wird erst einmal das dahinterliegende Prinzip erklärt, damit klar wird, um was es eigentlich geht. Danach folgt als Rezeptbeispiel ein wirklich einfacher (aber leckerer) Prototyp, an dem man das Prinzip testen kann. Danach geht es schnurstracks rein ins Kreativlabor, in dem ausprobiert und variiert werden kann, bis man ganz ohne Rezept auskommt. Und wer immer noch nicht genug hat, für den gibt es noch zehn Zeitraffervideos, in denen jeweils ein Prinzip visualisiert wird. Was soll ich sagen? Wer nach der Lektüre dieses Buches nach wie vor erst kocht und dann entscheidet, was es ist, sollte seine Küche gleich ganz verkaufen und beim nächstliegenden Pizza-Service einen Dauerauftrag vergeben.

das-prinzip-kochen-300dpi                                                                    Matthias F. Mangold, Das Prinzip Kochen
GRÄFE UND UNZER, München, 2016, 336 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3833857201

Exklusives Dinner mit Tim Raue

„Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, hieß es bei METRO Cash & Carry, als bekanntgegeben wurde, dass der Sternekoch Tim Raue künftig als Markenbotschafter des Großhandelsunternehmens unterwegs sein würde. Jetzt war es einmal mehr soweit: Mitten in den METRO-Großmarkt Berlin-Friedrichshain hatte der Spitzengastronom zu einem exklusiven Dinner geladen, für das Feinschmecker vermutlich mindestens ihre Großmutter verkaufen, wenn nicht Schlimmeres tun würden. Oma jedenfalls war gänzlich aus dem Häuschen und kriegte sich überhaupt nicht mehr ein. Und auch Opa war hin und weg, zumal einem die kleinen „Schweinereien“ des 42-jährigen Meisters auf der Zunge zergingen. Ich will das im Einzelnen jetzt gar nicht beschreiben, das käme einer ziemlich qualvollen Folter der Leser gleich, sondern belasse es einfach mal bei den Abbildungen. Aber nicht nur beim Essen wurde das Versprechen mit der Kreativität und den Grenzen eingelöst, auch die Platzierung sprengte alle Konventionen. Oder haben Sie schon mal zwischen Hochregalen ein Sterneessen zu sich genommen, von den Spitzenweine will ich erst gar nicht reden. Was soll ich sagen? Auf so eine Inszenierung muss man erstmal kommen. Aber wenn die Kreativität von Raue in dieser Intensität die METRO ansteckt, dann dürften die Großhandelsmärkte in absehbarer Zeit für die Spitzengastronomen zum Muss werden.

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… fragen Sie Ihren Arzt …

Fernsehen ist lehrreich. Selbst das Vorabendprogramm bietet dem geneigten Zuschauer einen Erkenntnisgewinn, der ansonsten vermutlich nur mit einer aufwändigen Untersuchung möglich wäre. Doch zur Sache: Oma und ich haben gestern Abend ferngesehen, ZDF, die Folge „Affentheater“ aus der Serie „Heldt“. Zugegeben: Etwas seichte Kost, aber – wie schon gesagt – lehr- und erkenntnisreich. Denn plötzlich tauchten die Mainzelmännchen auf, ein Werbeblock startete. Zwölf Spots bekamen die Zuschauer zu sehen. Neben Schokolade, einen Baumarkt und Matratzen ging es neun Mal um Gesundheit. Eine Schmerzcreme hier, eine Kopfschmerztablette da und natürlich etwas zur Verdauung. Da fragt man sich: Wer, bitte schön, schaut um diese Zeit wohl Fernsehen? Das müssen wohl Menschen sein, denen es gesundheitlich nicht besonders gut geht. Was soll ich sagen? Ich hätte da eine Idee: Statt neun Mal den Text „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ einzublenden, könnte man die Spots unter dem Label  Dauergesundheitswerbesendung laufen lassen und am Ende nur einmal die obligatorische Einblendung vornehmen. Da würde man sicherlich noch einen ganzen Gesundheitsspot mehr unterbringen können.

Lieber ein Jahr wie ein Löwe …

Ich hab’s mir jetzt anders überlegt und will kein Pandabär mehr werden. Denn das mit dem Dickerwerden ist in meinem Alter vielleicht doch keine so gute Idee. Und faul rumliegen kann man auch als ein Anderer. Der Löwe beispielsweise schläft bis zu 18 Stunden. Das hat was. Das liegt übrigens nicht an seinem Essverhalten oder seiner Größe, sondern daran, dass alle Schiss vor ihm haben. Hat auch was, dass man sich den Respekt nicht auch noch hart erkämpfen muss: Einfach mal das Haupt heben, brüllen und weiter geht’s mit Schlafen. Was soll ich sagen? Die Italiener haben schon recht: „Lieber ein Jahr wie ein Löwe, als hundert Jahre wie ein Schaf.“

Schlafender LöweRuhe bitte!                                                                                                     Foto: Pixabay

Mond am helllichten Tag

In Berlin scheint sogar der Mond am helllichten Tag. Dit is Berlin! Wir haben zwar keine Berge, aber wenn wir welche hätten, wären sie höher als alle anderen.MondamblauenHimmel

Was soll ich sagen? Schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Eindeutig das falsche Wetter

Heute in der Früh war es hier in Berlin kälter als am ersten Weihnachtsfeiertag des letzten Jahres. Und anders als im Winter hat sich, zumindest was ich beobachtet habe, niemand eine Daunenjacke oder Winterstiefel angezogen. Irgendwie ist man halt auf Sommer programmiert. Was soll ich sagen? Eigentlich heißt es ja, dass es nicht das falsche Wetter gibt, sondern nur die falsche Kleidung. Im aktuellen Fall allerdings kann man schon auf die Idee kommen, dass das eindeutig das falsche Wetter ist.

IMG_3435Der heutige Himmel über Berlin: Eindeutig das falsche Wetter.

An Grenzen gestoßen

Es ist wieder passiert: Gestern fiel einmal mehr mein täglicher Post den vielen To-dos und Terminen zum Opfer. Aber so ist das nun mal, wenn man als einziger bloggender Großv@ter dieses Landes auch noch voll berufstätig ist. Irgendwann stößt man an seine Grenzen – zumal der Tag auch nur 24 Stunden und die Nacht hat. Aber egal. Der abendliche Termin war übrigens das Sommerfest der Universität der Künste Berlin, mit dem der traditionelle Rundgang, bei dem die Universität für drei Tage ihre Pforten öffnet, alljährlich beginnt. Für Oma und mich als Mitglieder des Freundeskreises der Universität natürlich ein Pflichttermin. Der Andrang der Besucher war wieder gigantisch. Dabei haben wir festgestellt, dass diese immer jünger werden. Vielleicht war es aber auch nur eine verzerrte Wahrnehmung, und wir werden immer älter. Apropo älter: Ein 55-Jähriger, den wir dort kennenlernten, erzählte, dass das jüngste seiner fünf Kinder ein sechsjähriger Junge ist. So alt ist übrigens auch unser ältester Enkel, der im September ebenfalls mit der Schule beginnt. Seine Anmerkung dazu: Wenn ich schon keine Enkel kriege, dann mach’ ich sie halt selber. Was soll ich sagen? So kann man das natürlich auch sehen.