Keine gute Werbung

Opa war eigentlich ganz happy mit seiner Uhr, die er sich im Februar gekauft hatte. Denn, so verspricht Lilienthal Berlin ja auch auf seiner Homepage, „dass die L1 nicht nur stets verlässlich die Zeiten deutet – sondern auch, dass sie mit einem guten Gefühl getragen werden kann.“ Das war auch so, bis heute. Denn letzte Woche kam eine E-Mail von dem Uhrenhersteller mit der Bitte, doch an einer Umfrage teilzunehmen. „25-Euro-Gutschein und Gewinnchance für deine Meinung“, hieß es dazu im Betreff, was Opa insofern entgegenkam, als er sich ohnehin noch ein schwarzes Armband zulegen wollte. Das hatte er nämlich damals beim Kauf irgendwie verpennt, obwohl es auch da einen Gutschein gegeben hatte. Als Opa nun zum Kauf schreiten wollte, wurde er insofern überrascht, als es plötzlich hieß: „Der Mindestumsatz für diesen Gutschein beträgt 90 €.“ Das scheint offensichtlich auch anderen Teilnehmern der Umfrage übel aufgestoßen zu sein. Denn bei einem Anruf bei Lilienthal Berlin bestätigte eine freundliche Dame, dass Opa nicht der erste Anrufer in dieser Sache sei. Statt aber das Thema jetzt kurzfristig und so schnell wie möglich zu beenden und den Teilnehmern den versprochenen Gutschein zuzugestehen, versucht Lilienthal Berlin sich nunmehr herauszumogeln und bietet ganz großzügig einen Gutschein in Höhe von 15 Euro an. Was soll ich sagen? Es geht wirklich nicht um zehn Euro. Aber das ist genau die Bauernfängerei, die den Menschen so fürchterlich auf die Nerven geht. Wenn diese Uhr so sein soll wie Berlin, ist das keine gute Werbung für die Stadt – und für die Uhrmarke schon gleich gar nicht. Otto Lilienthal, der Namenspate der Marke ist, dürfte sich im Grabe umdrehen.

Keine gute Werbung: Erst Gutschein versprechen, dann Mindestumsatz fordern.

PS: Lilienthal Berlin hat übrigens bei Opa angerufen und angekündigt, man werde noch auf die Kunden zukommen und sich entschuldigen. Man darf gespannt sein, der erste Schritt jedenfalls ging erst mal in die falsche Richtung.