Wenn doch alles so einfach wäre

Bislang hat sich Opa damit begnügt, einfache Gartenkresse mittels Kresse-Igel oder Kresse-Schwein anzubauen. Jetzt aber geht’s ab in eine andere Liga. Rock Chives®, Sakura Cress® oder Ghoa Cress® heißen künftig die Sorten, die von Opa hochgezogen werden. Doch zunächst gab es noch ein kleines Problem. Denn für die zehn Kresse-Sorten, die nun der Aufzucht entgegensehen, brauchte es auch verschiedene Aufzuchtschalen, die unserem Haushalt noch fehlten. Alles, was nur irgendwie in Betracht kommen konnte, wurde ausprobiert, erwies sich letztlich aber als nicht geeignet. Da kam Oma auf die Idee, sich einmal die Unterlage der Kresse, die wir jüngst in einem Supermarkt gekauft hatten, näher anzusehen. Und siehe da: Die Samenmatten, auch Cress-Pads genannt, die mit dem von uns in den Niederlanden bestellten Kressesamen mitgeliefert werden, passen exakt in diese Aufzuchtschale. Problem gelöst, dachte Opa. Aber weit gefehlt, selbst umfangreiche Recherchen im Internet brachten uns nicht auf die Spur des Hersteller und damit zur Bezugsquellee. Also rief Opa die Firma an, von der die gekaufte Kresse stammte: Die Gartenbauzentrale Papenburg. Bereits in der Telefonzentrale war die Dame ausgesprochen freundlich und meinte, da könnten die Kollegen sicher helfen. Dann dauerte es einen Moment und es meldete sich Lambert Leffers vom Gärtnereibedarf, den ich fragte, woher die Gartenbauzentrale denn die Schalen bezögen. Da wollte er wissen, wie viele ich denn bräuchte. Als ich etwas von fünf oder sechs erzählte, war er sichtlich amüsiert, da sein Bedarf durch Millionenlieferungen gedeckt wird. Gleichzeitig bot er mir aber an, mir einfach und unkompliziert ein paar Schälchen zu schicken. Und die waren zwei Tage später bereits da. Was soll ich sagen? Ach, wenn doch alles immer so einfach wäre und man nur solchen Menschen begegnen würde …

PS: Wenn wir die Kresse essen, werden wir immer an diese Geschichte denken. Und dass wir im Supermarkt immer mal wieder Kresse von der Gartenbauzentrale Papenburg kaufen werden, versteht sich von selbst.

Diese Aufzuchtschalen schickte uns völlig unkompliziert die Gartenbauzentrale Papenburg, so dass der Kresseanbau mit den exotischen Sorten bei Opa endlich auch losgehen kann.

Erfinder ein richtiger Beruf?

Unseren jüngsten Enkel plagen derzeit wieder einmal Zukunftsüberlegungen. Jedenfalls ist er sich nicht sicher, ob er später einmal Erfinder werden soll, zumal er nicht genau weiß, ob das überhaupt ein richtiger Beruf ist. Als Oma einwandte, dass man auch neben seinem Beruf Erfinder sein könne, wie beispielsweise Deutschlands erster Bundeskanzler Konrad Adenauer, war er zunächst beruhigt, gab dann aber doch zu bedenken, dass die Berufswünsche bei ihm noch ziemlich oft wechselten. Was soll ich sagen? Wahrscheinlich ist es besser, den jungen Mann noch etwas im Unklaren zu lassen. Denn wenn ich ihm jetzt noch erzähle, dass er vermutlich mit dem, was er einmal gelernt haben wird, am Ende seines Berufslebens wie Opa gar nichts mehr zu tun hat – Opa hat mal Jura studiert und ist, nachdem er Journalist war, jetzt Kommunikationsberater – wird er gänzlich verzweifeln. Dass aber aus dem Kurzen mal was Richtiges werden wird, davon sind wir alle überzeugt.

Schutzengeln sei Dank

Manche Eltern, wie übrigens auch manche Großeltern, glauben doch tatsächlich, man könne Kinder unter Kontrolle halten. Dass dies ein Irrglaube ist, wird jeden Tag weltweit bewiesen. Ein kleiner Filmzusammenschnitt, den Opa im Internet entdeckt hat, zeigt dies eindrucksvoll. Dabei ist es schon erstaunlich, wie zielstrebig die Kleinen zu Werke gehen. Was soll ich sagen? Wie gut, dass da offensichtlich immer auch Schutzengel mit unterwegs sind. Ansonsten könnte das mal ins Auge gehen.

Ein dicker Kuss für Oma

Besonders aufmerksame Leser von Opas Blog wissen, was heute für ein Tag ist. Genau: Oma und Opa begehen wieder einmal einen Hochzeitstag. Es ist bereits der 41. und der wird gemeinhin als Birkenhochzeit bezeichnet. Die wird zwar nicht groß gefeiert. Aber wir beide werden es heute etwas ruhiger angehen und das Kaiserwetter genießen. Was soll ich sagen? Das haben wir uns auch verdient. Immerhin haben wir schon einige Stürme überstanden – und werden das hoffentlich auch weiter noch lange tun (können). Ich jedenfalls gebe Oma einen dicken Kuss und sage danke, dass sie es so lange mit mir ausgehalten hat.

Symbol für 41 Ehejahre: Die Birke, über die zu lesen ist: Trotz seiner grazilen Anmutung handelt es sich um ein sehr zähes Gehölz, das auch unter harten Bedingungen überlebt.

Den Postboten sei Dank

Wer hat nicht schon mal über die Deutsche Post geschimpft? Aber gelobt? Das kommt eher seltener vor, wenngleich sich die Postboten alle Mühe geben, ihren Job so gut wie möglich zu erledigen. Und manchmal geschehen sogar noch Zeichen und Wunder. So wie jetzt, als Oma und Opa eine Traueranzeige aus den Niederlanden bekommen haben. Die war noch an unsere alte Adresse adressiert, für die der Nachsendeantrag bereits im Dezember 2011 (!!!) ausgelaufen war. Dennoch, der Brief erreichte uns (sogar ohne Verspätung), weil, wie die Postbotin Oma erzählte, sich ein Kollege an uns erinnert hat und sogar noch wusste, wohin wir gezogen waren. Was soll ich sagen? Das ist ja fast wie auf dem Dorf, in dem jeder jeden kennt. Und das in Berlin.

PS: Die Postbotin berichtete weiter, dass sie und ihre Kollegen insbesondere bei Todesanzeigen immer versuchen, den Empfänger ausfindig zu machen und die Nachricht in jedem Falle zuzustellen.

Die Todesanzeige erreichte Oma und Opa trotz falscher Adresse, den Postboten sei Dank.

Unsere Enkel lieben Asia-Küche

Es ist eine wahre Freude, mit unseren Enkeln zu kochen und zu essen. Die beiden Buben sind für (fast) alles zu haben, was man ihnen vorschlägt. Dabei kann es gar nicht exotisch genug zugehen. Insbesondere die asiatische Küche hat es den beiden angetan. Während der Große mehr auf Sushi steht, fährt der Kleine voll auf die vietnamesische Straßenküche ab. Und es ist nicht nur das Essen, was unseren Enkeln so gefällt, auch das Zubereiten bereitet ihnen unbändigen Spaß – zumal sie das auch schon mehr als gut beherrschen. Was das bedeutet, wissen alle, die schon mal ein Maki-Sushi gerollt bzw. eine Sommerrolle gefüllt und zusammengefaltet haben. Unser Jüngster hat sogar schon mal, als er mit seiner Mutter in Vietnam war, das Reispapier selbst hergestellt, aus dem Sommerrollen gemacht werden. Was soll ich sagen? Wer ebenfalls etwas tiefer in die vietnamesische Straßenküche einsteigen will, kann das mit dem gleichnamigen Buch tun, das gerade von mir besprochen wurde.

  Ob Sommerrollen oder Sushi, es kann sich sehen lassen, was unsere Enkel so produzieren.

Ur-Omas von heute

Dass Großeltern – Omas wie Opas – heute nicht mehr so verstaubt daherkommen wie noch anno dazumal, ist mittlerweile bekannt und selbstverständlich. Dass aber auch die Urgroßmütter und -väter mit ihren Urenkeln gut mithalten können, ist wohl nicht selbstverständlich und eher die Ausnahme. Aber zu den wenigen Glücklichen, denen dies zuteil wird, zählen unsere Enkel, deren Urgroßmutter gerade ihren 90. Geburtstag gefeiert hat und noch topfit ist. Denn trotz der Feierlichkeiten fand sie noch genug Zeit, um mit unserem Jüngsten eine Runde Flipper zu spielen. Was soll ich sagen? Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann …

Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann.

Auch Wissenshunger wird gestillt

Das erste Exemplar von abc Die Küchenbibel ist übergeben worden. Beim Kochen mit einer Willkommensklasse der Humboldthain-Grundschule in Berlin hat Opa der Rektorin Yvonne Bluhm ein Exemplar der 1.248 Seiten starken Enzyklopädie der Kulinaristik. Wie berichtet unterstützt der Verlag Tre Torri KINDER | KOCHEN e.V. und stellt jeder Schule, die im Rahmen der Initiative Kochkurse erhält, kostenlos eine Küchenbibel zur Verfügung. Und die nächste Übergabe ist auch schon in Vorbereitung. Was soll ich sagen? Wir stillen eben nicht nur den leiblichen, sondern auch den Wissenshunger.

Übergabe des ersten Exemplars von abc Die Küchenbibel aus dem Verlag Tre Torri.

Erdogan wie Pippi Langstrumpf

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kommt einem so langsam vor wie Pippi Langstrumpf. Deren Lied geht ja bekanntlich so:

Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt …
Hey – Pippi Langstrumpf hollahi-hollaho-holla-hopsasa
Hey – Pippi Langstrumpf – die macht, was ihr gefällt.

Jedenfalls macht sich Erdogan im Moment die Welt, wie sie ihm gefällt, und macht, was ihm gefällt. Dabei hat er offensichtlich jedes Maß verloren. Selbst Oma, die ansonsten eher besonnen und ruhig ist, ist derzeit außer sich, nachdem der türkische Staatspräsident ihre Landsleute als „Faschisten und Nazis“ beschimpft und den Niederlanden Staatsterrorismus vorgeworfen hat. Derartige Äußerungen sind alleine schon deswegen bemerkenswert, als die Türkei gegenwärtig alles andere ist als eine lupenreine Demokratie mit rechststaatlicher Sicherheit und garantierter Meinungs- und Pressefreiheit. Vielmehr führt sich Erdogan wie ein Despot auf, der nach dem Motto agiert: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Und diejenigen entsorgt er gnadenlos. Die Liste der Journalisten, die er ins Gefängnis gesteckt hat, wird immer länger und hat die 100er Grenze längst überschritten. Wie viele Menschen sonst noch in irgendwelchen Verliesen ohne die Möglichkeit eines Rechtsschutzes verkommen, kann nur befürchtet werden. Und mit dem Referendum, für das die türkische Regierung so verzweifelt Wahlkampf macht, will Erdogan noch mehr Macht an sich reißen. Vor diesem Hintergrund kann man dem Publizisten Hendryk M. Broder, der endlich „klare Kante“ fordert, nur zustimmen. Denn: „Da entsteht eine brutale Diktatur – und wir sollen deeskalieren“, warnt er davor, dass eine Appeasement-Politik gegen totalitäre Herrscher noch nie etwas genutzt hat. Was soll ich sagen? Es ist anerkennens- und lobenswert, dass jetzt das kleine Saarland alle Wahlkampfauftritte von ausländischen Politikern verboten hat. Es wäre aber sicherlich an der Zeit, dass Angela Merkel im Bundeskanzleramt in Berlin endlich mit der Faust auf den Tisch haut und dem Herrn in Ankara unmissverständlich zu verstehen gibt: Jetzt reicht’s!