Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Mahlzeit.

Es gibt manche Dinge im Leben, für die man sich Zeit nehmen sollte, viel Zeit sogar. Ganz sicher gehört dazu das Essen, vor allem dann, wenn man es auch genießen will. Insofern kann es nicht verwundern, dass es einen eigenen Begriff dafür gibt: Mahlzeit. Die Gebrüder Grimm haben das Wort in ihrem Deutschen Wörterbuch noch von der Zeitangabe für ein Mahl hergeleitet. Mittlerweile werden in unseren Breitengraden mit den Mahlzeiten die Essen bezeichnet, die zu bestimmten Zeiten eingenomen werden wie Frühstück, Mittagessen oder Abendessen. Die nennt man auch Hauptmahlzeiten, im Gegensatz zu den Zwischenmahlzeiten, die so zwischendurch zu sich genommen werden und vom Umfang her kleiner sind. Wenn mehrere Menschen eine Mahlzeit zu sich nehmen, dann geht das heute weit über die reine Nahrungsaufnahme hinaus. Musste der Autor als Kind beim Essen noch den Mund halten, ist neben dem kulinarischen Genuss die kommunikative Komponente mittlerweile von gleicher Bedeutung.

IMG_0639 KopieDie spanische Variante der Brotzeit.

Mahlzeit beschreibt aber nicht nur das Essen an sich, sondern stellt mittlerweile auch einen Gruß dar. Früher sagten die Menschen „Gesegnete Mahlzeit“, mittlerweile ist davon nur noch „Mahlzeit“ übrig geblieben. Und es gibt sogar noch eine ironische Form, nämlich „Prost Mahlzeit“, das sogar in der Hochliteratur Einzug gehalten hat. In Friedrich Schillers Wallenstein sagt der Wachtmeister: „Prost Mahlzeit! da fällt das Ganze gleich“, und meint damit wohl „im Gegenteil, nichts da“. Aber zurück zu den Mahlzeit, die in den verschiedenen Ländern durchaus zu unterschiedlichen Zeiten eingenommen werden – beispielsweise das Abendessen: In kaum einem anderen europäischen Land wird so pünktlich um 18 Uhr das „avondeten“ zu sich genommen wie in den Niederlanden und in keinen Ländern wird so spät zu Abend gegessen wie in den mediterranen Ländern. Um noch einmal auf die Niederlande zurückzukommen: Dort gibt es das Wort „maaltijdsoep“, das soviel bedeutet wie „Eintopf“ in Deutschland. Dort – vor allem in Süddeutschland – gibt es übrigens auch die „Brotzeit“, die sowohl Zwischenmahlzeit als auch Hauptmahlzeit sein kann und in aller Regel aus Brot sowie Wurst und Käse besteht. Was soll ich sagen? Aber wie auch immer: Zeit sollte man sich für seine Mahlzeiten auf jeden Fall nehmen.

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