Drogenorgien im Tierreich

Da verzweifelt man ja schon oft genug an Gott und den Menschen. Und jetzt auch noch die Tiere! Die kiffen und saufen nämlich, dass es nur so kracht. Herausgefunden hat das der Karlsruher Biologe Mario Ludwig, der feststellt: „Es gibt Tiere, die kiffen, und Tiere, die zechen.“ Rentiere beispielsweise suchen ganz gezielt nach Fliegenpilzen, nach deren Verzehr sie ziemlich „stoned“ sind. Oder: Kängurus ziehen sich im australischen Bundesland Tasmanien in den legalen Schlafmohnfeldern Mohnkapseln rein und sind durch die enthaltenden Opiate und Morphine ausgesprochen „high“. Auch Delphine, genauer gesagt der Große Tümmler, bedienen sich in der Natur, treiben es dabei aber besonders bunt. Sie greifen sich den Kugelfisch, den sie ein bisschen ärgern, so dass dieser sein berauschendes Nervengift Tetrododoxin ausscheidet. „Die Tümmler kauen leicht auf ihm herum und reichen ihn dann – wie bei einem Joint – an den nächsten Artgenossen weiter“, beschreibt Ludwig die Unterwasser-Drogenorgie. Aber nicht nur natürliche Drogen spielen im Tierreich eine Rolle, sondern auch, wenn man so will, synthetische, also künstlich hergestellte. Auf der Halbinsel Kamtschatka haben beispielsweise Braunbären Kerosin als Designerdroge zum Schnüffeln für sich entdeckt und sind so scharf auf das Zeug, dass sie sogar Hubschraubern hinterherlaufen, um an das Kerosin von tropfenden Motoren zu kommen. „Ein massives Alkoholproblem“ haben nach Erkenntnissen des Biologen Igel in Großbritannien. Die machen sich dort über die weit verbreiteten Bierfallen für Nacktschnecken her, da diese Viecher ihre Leib- und Magenspeise sind. Das Bier verfehlt dabei seine Wirkung nicht: „Hinterher sind die Igel stinkbesoffen und schlafen ihren Rausch in der Gartenecke aus“, so Ludwig. Was soll ich sagen? Die Welt ist wirklich aus den Fugen.

Erstmals gefilmt: Eine handfeste Unterwasser-Drogenorgie von Delphinen.

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