Opa bei der Huff

Opa bei der Huff

Wie muss Politik für junge Menschen aussehen? Das wollten Huffington Post und Konrad-Adenauer-Stiftung wissen und haben zu einer Veranstaltung nach Berlin eingeladen. Hauptredner war CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der seine und die Sicht der Christdemokraten zum Besten gab. Und das war, so muss man es zusammenfassen, wenig erhellend. Als Opa, der als Blogger der Huffington Post auch eingeladen war, darauf hinwies, dass die Jugend durchaus an Politik, aber nicht an den Parteien interessiert sei, und Politiker mit ihrem Politsprech und ihren Sprechblasen nicht (mehr) zu den Jugendlichen – wie übrigens auch den Erwachsenen – durchdrängen, fiel dem CDU-General nichts Besseres ein, als Opa vorzuhalten, er gebe auch nur Sprechblasen von sich. Das lasse ich hier jetzt so mal stehen, stimme Tauber zumindest aber insoweit zu, dass die Parteien ihre abschreckende Bürokratie und Hierarchie überwinden müssen, um ihre Attraktivität zu steigern. Die Antwort auf das Wie allerdings blieb er schuldig. Was soll ich sagen? Auch ich habe kein Patentrezept, bin aber auch keine Partei, die sich um ihre Zugkraft Gedanken machen muss. Dagegen war das Veranstaltungsformat, dass die Huffington Post mit den Live-Zugschaltungen aus aller Herren Länder und der Diskussion vor Ort gewählt hat, vielversprechend und macht Lust auf mehr. Es kann sicher nicht schaden, wenn sich die Verantwortlichen auch mit den anderen politischen Stiftungen wie beispielsweise der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und der FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung zusammentun und den begonnenen Diskurs parteiübergreifend fortsetzen. Schließlich geht das Thema alle Parteien an.

Böhnke Opa bei der Huff. C72A1150-klein © Juliane Liebers/KAS

Ein Gedanke zu „Opa bei der Huff

  1. Ich glaube, der Wurm liegt in der Grundstruktur, der Parteiendemokratie. Man kann eine Partei wählen, aber nie darüber mitbestimmen, was deren Vertreter dann bei irgend einem Thema machen. Sogar die Parteibasis selbst bestimmt das ja in aller Regel nicht mit.
    Also fragt man sich: Warum um Himmels Willen „parteipolitisch aktiv“ werden? Warum soll Gesundheitspolitik z.B. nicht von Menschen gemacht werden, die sich für die Organisation des Gesundheitsystems interessieren – aber nicht für Parteipolitik. Hätte man Gremien für Gesundheitspolitik, an die man als interessierter Mensch bei Bedarf „andocken“ könnte, würde man zwar im Streit um die Linie unterschiedliche Haltungen antreffen (mehr sozial, mehr liberal, mehr konservation etc.), diese müssten sich aber am konkreten Sachthema einbringen und beweisen.
    Naja, ich weiß – utopisch!

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