Baum-Kobolde: Der Harald war’s

Das Geheimnis der Baum-Kobolde in Berlin ist endgültig gelüftet: Harald K. ist Harald Kortmann. Nachdem er in einem Kommentar zu dem Artikel, in dem Opas Blog exklusiv über das Bekennerschreiben von Harald K. berichtet, einen Anruf bei Opa avisiert hatte,  klingelte um 20.24 Uhr das Telefon. “Ich bin’s, der Harald”, wie er sich selber nennt. Angefangen habe alles in seiner Straße in Steglitz, in der zwar 30 Bäume gefällt, aber nur 16 wieder gepflanzt worden seien. Den ersten so geborenen 14 Baum-Gesichtern sollten viele folgen. Mittlerweile seien es weit über 400 Baumstümpfe, denen er mit Holzscheiben und einem kleinen Ast Augen und Nase verpasst habe – “neuerdings gibt’s auch einige Münder”, fügt er hinzu. Die meisten von ihm gestalteten Gesichter stehen in Steglitz-Zehlendorf, in dem Bezirk, in dem nach seiner Einschätzung die meisten Stümpfe stehen. Und in der Tat: Nach eigenen Angaben hat das Grünflächenamt allein 2015 bis jetzt bereits 480 Bäume gefällt, was nur 47 weniger sind als im gesamten letzten Jahr. Da kann es auch nicht verwundern, dass “der Harald” mit der grünen und für die Bäume zuständigen Umwelt-Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto alles andere als zufrieden ist. “Es sind noch nie so viele Straßenbäume gefällt worden wie zur Zeit”, fasst er sein Gefühl zusammen und vermutet auch einen Grund: “Da muss in der Vergangenheit mit Pflege und Wartung etwas ziemlich schief gelaufen sein.” Besonders betroffen seien Akazien und Linden. Insofern will er – nachts mit dem Fahrrad – weitermachen und hofft, dass er ein paar Nachahmer findet. Denn “alle Gesichter sollen wieder verschwinden. Für jedes soll es einen neuen Baum geben.” Was soll ich sagen? Noch nie ist eine Werbung so sinnvoll umgesetzt worden, wie die eines bekannten Baumarktes: Mach was gegen hässlich! Wobei in Berlin vermutlich noch besser passt: Unser Dorf soll schöner werden! Und das Ganze durch nur einen Mann: Den Harald!

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