adagio – andante – allegro

Nur zur Erinnerung: Opa hatte sich für die diesjährige METRO Kochherausforderung beworben und … wurde ausgewählt. Beim Warenkorb, den ich dann zwischenzeitlich abgeholt hatte, zeigte sich ganz deutlich, warum die ganze Veranstaltung Kochherausforderung heißt: Gin, Safran-Honig, Nori-Blätter, Halloumi, Bulgur, Kichererbsen, Zuckerschoten, Chicorée, Spargel, Tomaten und Daikon-Kresse präsentierten sich als Zutaten, die, so die Bedingung, alle zum Einsatz kommen mussten.

Warenkorb

Für das Foto haben Oma und ich die Mengen aus ästhetischen Gründen ein wenig angepasst, in dem Korb bzw. Karton sah das etwas anders aus. Alleine vom Chicorée fanden sich 2,5 Kilogramm, und auch die Kresse war mit acht Schälchen großzügig bemessen. Angesichts dieses Zutaten-Potpourris kam mir der Gin gerade recht. „Ein Schlückchen kann jetzt nicht schaden“, dachte ich so bei mir, wollte den Gin aber nicht gleich so zu mir nehmen. So beschloss ich, den obligatorischen Aperitif mit ein paar Tomaten-Eiswürfeln ein wenig aufzufrischen. Mit den Minzblättern ergibt das ein leicht-bekömmliches Getränk, das auch an heißen Tagen gut verträglich ist und nicht gleich in den Kopf steigt. Dazu passen als Einstimmung auf das bevorstehende sommerliche Genuss-Konzert hervorragend ein paar frittierte und gut gesalzene Kichererbsen sowie rohe Chicorée-Blätter, die man in einem Daikon-Kresse-Pesto dippen kann.

1 Gin-Aperitif mit Tomaten-Eiswürfeln und Minzblättern

1a Dazu: Kichererbsen – Chicorée – Pesto

Hiernach ist es Zeit für die Ouvertüre. Bei diesem herzlichen wie herzhaft-feinen Gruß aus der Küche (Amuse Gueule bzw. Bouche) kommt das Pesto noch einmal zum Einsatz und wird mit Milchschaum so kombiniert, dass ein geschmacklich sehr melodischer Grundton für ein Spargelspitzen-Duett entsteht. Neben der Kresse dient Nori-Konfetti nicht nur als Dekoration, sondern auch als dezenter fischiger Geschmacksimpulsgeber.

2 Herzlicher wie herzhaft-feiner Gruß aus der Küche

Das erste klassische Stück des Genuss-Konzertes besteht dann aus einem vegetarischen Mini-Grill-Teller, für den hauchdünne Halloumi-Steaks, Tomatenscheiben und Zuckerschoten zwei Stunden lang in eine Olivenöl-Knoblauch-Marinade eingelegt, in einer Grillpfanne gegrillt und lediglich mit Salz, Pfeffer und Chili gewürzt werden.

3 Vegetarischer Mini-Grill-Teller

Seinen ersten Auftritt hat hiernach der Ofen, in dem Chicorée-Schiffchen mit Safran-Honig überbacken werden. Nicht mehr und nicht weniger, aber köstlich, wobei die Safran-Fäden lediglich aus optischen Gründen zum Einsatz kommen und geschmacklich nicht zwingend notwendig sind.

4 Überbackene Chicorée-Schiffchen

Um das sich zwangsläufig einstellende Sättigungsgefühl ein wenig zu mildern, bietet sich nun als Zwischenspiel ein Spargel-Sorbet an, das statt mit Champagner oder Prosecco mit Gin-Water (ein Teil Gin, zwei Teile Mineralwasser) aufgegossen wird.

5 Spargel-Sorbet in Gin-Water

Damit ist wieder Luft und Laune für eine breit angelegte Gemüse-Kräuter-Sinfonie, die mit etlichen Aromen-Crescendi von beispielsweise Curry und Kardamom für ein Genusserlebnis der ganz besonderen Art sorgt: adagio – andante – allegro. Oder anders ausgedrückt: Alles, was aus dem Warenkorb irgendwie mit Gemüse und Kräutern zu tun hat, findet sich, teils in üblicher, teils in unüblicher Form, auf dem Teller wieder und bildet den Höhepunkt dieses sommerlichen Genuss-Konzertes – von Bulgur, Kichererbsen, Zuckerschoten, Chicorée, Spargel und Tomaten über Daikon-Kresse bis zu dem, was Opas Gewürzküche und Kräuterturm sonst noch zu bieten hat.

6Eine Gemüse-Kräuter-Sinfonie mit etlichen Aromen-Crescendi: adagio – andante – allegro.

Die Tomatenreste, die beim Halbieren und Entkernen der Tomaten anfallen, können wunderbar für einen Tomatensalat hergenommen werden, der zusammen mit der Daikon-Kresse bestens mit der Gemüse-Kräuter-Sinfonie harmoniert.

6a Tomatensalat mit Daikon-Kresse

Last but not least sollen auch noch die Freunde des Nachtisches auf ihre Kosten kommen: In Safran-Honig karamellisierte Spargel-Tagliatelle werden von in Butter gebräunten Halloumi-Talern begleitet.

7 Spargel-Tagliatelle und Halloumi-Taler

Und da fast jedes Finale mit einem richtigen Paukenschlag aufwartet: Der Gin aus Kanada schmeckt als Digestif gut gekühlt auch pur.

8 Digestif – gut gekühlt und pur

Was soll ich sagen? Diese Partitur eignet sich, wie ganz sicher auch die aller anderen Teilnehmer dieser Kochherausforderung, nicht nur für eine virtuelle Einweihungsparty des neuen METRO Genussblogs, sondern auch für eine reale. Und vielleicht sind die Blog-Betreiber ja so angetan, dass es tatsächlich eine Party gibt. Opa spielt dann gerne im großen Konzert der herausgeforderten Köche mit …

PS: Die einzelnen Partituren dieses Konzertes finden sich wie gewohnt in Opas Kochbuch. Und als ganz besondere Zugabe gibt’s noch ein Making-of.

8 Gedanken zu „adagio – andante – allegro

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  2. Da bin ich platt, was sie da aus diesen Zutaten alles gezaubert haben.
    Das ist ja echt irre.
    Und so köstlich wie es ausschaut, so hat es bestimmt auch geschmeckt.
    Mir läuft das Wasser im Munde zusammen.
    Wie geht das jetzt weiter? Müssen Sie das vor Ort bei der Metro noch einmal kochen, oder wie wird das bewertet und was gibt es zu gewinnen?
    Liebe Sonntagsgrüße sendet Ihnen
    menzeline

    • Vielen Dank für die Komplimente. Ob das wirklich noch einmal gekocht wird, weiß ich nicht. Aber vielleicht gibt’s ja tatsächlich noch eine reale Party. In der Ausschreibung heißt es zur Bewertung: „Am Ende der Herausforderung stehen sowohl die Publikums- als auch die Jury-Wahl. Das heißt, unsere Blog-Leser bestimmen einen Gewinner und auch wir, das Redaktionsteam des METRO Genussblogs, wählen einen Favoriten.“ Also mal sehen, was passiert.

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